Belem, das Tor zum Amazonas

Wir erreichen in den frühen Morgenstunden vom Donnerstag endlich Belem. Allerdings nicht im Zentrum, sondern irgendwo im Norden im Gjät …. Die schräge Rampe muss zuerst geschweisst werden.

Wir verabschieden uns von den Camioneuren und fahren Richtung Stadtmitte zu unserem vorgesehenen Stellplatz neben der Kirche. Unwahrscheinlich der Dreck, die Kontraste, die Leute, der Verkehr …

Heute Abend wollen wir gross zum Essen ausgehen, gemäss Reiseführer ins beste Fleischlokal Picanha. Leider ein Riesenfrust, das Fleisch zwar „mal pasada“ , aber leider auch “ mal cocido „,ein zäher Schinken. Dafür war der Wein Klasse.

Wir sind direkt neben der Basilica-Santuàrio de Nossa Senhora de Nazaré. Ich habe noch selten eine so stilvolle, gepflegte und kunstvoll dekorierte Kirche gesehen.

Am Freitag wollen wir früh an den Markt von Belem. Die Hafenanlage wurde neu aufgebaut, sehr touristisch und modern. 

Gleich anschliessend aber der alte originelle und belebte Hafen der Amazonas-Fischer.

In der restaurierten Markthalle sind die Fleischer zu Hause

und im Anschluss daran all die Verkaufsstände, Beizli, Verkäufer, Zigeuner und praktisch keine Touristen.

Alles Produkte, die rund um Belem produziert wurden und hier zu äusserst günstigen Preisen verkauft werden. Es ist zwar nicht sehr sauber, stinkt teilweise gewaltig. Für einen traditionellen Zmittag gehen wir lieber ins moderne umgebaute Flussterminal.

Gegen Abend besuchen wir noch das Goeldi-Museum mit einem riesigen Park und zoologischen Garten. Eindrücklich für uns die exotischen Pflanzen und Bäume.

Morgen fahren wir weiter Richtung San Louis, an die Küste…….

 

von Manaus nach Belem

aus dem Tagebuch von Maria :

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Porto Trairi

Der Brujito ist startklar. Wir umarmen Telma und bedanken uns nochmals für ihre Gastfreundschaft.


Im Supermarkt Vorräte für sicher fünf Tage einkaufen. Danach setzen wir uns in die Cervejeira gegenüber dem Opernplatz und geniessen den lauen Abend in Gesellschaft von 2 Caipis (einer hätte genügt!)
Die Nacht dürfen wir im Hafengelände vom Porto Trairi verbringen . Morgen gehts los nach Belem.

 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Porto Trairi zum Zweiten

Der Morgen ist da! Wir warten auf Tiago, unser Ansprechpartner im Hafen. 1500.- Reais kostet das Ticket nach Belem, umgerechnet 500.-CHF. Mit dem Voucher im Sack spazieren wir zur Anlegestelle und schauen eine Weile zu wie ein Schiff entladen wird, in der Meinung es sei unseres. Am Nachmittag erfahren wir, dass unser Schiff noch gar nicht angekommen ist?!?

Ein heftiges Gewitter entlädt sich über unseren Köpfen und wir bleiben gern im Brujito. Nachher spaziere ich, gekonnt den Wasserpfützen ausweichend, zur nächsten Lanchonete und komme mit einem Microwellen-Gummitoast und einem Stück Pudim zurück. Hat ganz gut geschmeckt.
Erneuter Spaziergang zum Hafen. „Unser“ Schiff wird abgeladen. Das kann dauern.

Freitag, 8. Dezember 2017

Porto Trairi zum Dritten

Heisse Nacht. Ab und zu ein harter Schlag aufs Dach. Wir stehen unter einem Mangobaum und er bewirft uns mit Früchten.
Morgenspaziergang zur Anlegestelle. Es wird weiter abgeladen. Die Balsa besteht aus einem riesigen Ponton und einem Schubschiff. Unvorstellbar was da alles drauf Platz hat. Zuerst werden die Lastwagen mit Zugfahrzeug und Lastwagenaufleger vom Schiff gefahren. Das sind an die 25 Stück. Unter einer grossen Abdeckplane stehen noch etwa acht Wagenladungen Bierharasse mit Inhalt. Die vollen werden ausgeladen, die leeren eingeladen. Und was versteckt sich unter den beiden anderen Planen? Etwa vier Doppelladungen Zementsäcke. Endlich ist er Ponton leer und es kann geladen werden.
Wir pilgern hin und her, zwischen Brujito und Schiff und warten nun schon den zweiten vollen Tag auf die Abfahrt.
Gegen acht Uhr stellen wir unseren Camper in die Nähe des Schiffes. Das Beladen geht schleppend voran, Lastwagen rauf, Lastwagen runter, wieder rauf… wieder runter. Der letzte Lastzug ist jetzt auf dem Schiff, aber da ist kein Platz mehr für unser Fahrzeug. Also wieder Lastwagen runter und NEEEIIIN, Riesenfrust, wir werden mitten zwischen Lastwagen platziert. Für heute habe ich genug .

Samstag, 9. Dezember 2017

Auf der Balsa

Geschlafen bis um sechs. Der erste Lastwagenmotor wird gestartet. Jetzt bin ich wach.

Es hat mehrere Hunde auf dem Schiff. Die Pinscher kläffen, die grösseren Hunde bellen und alle zusammen heulen auch mal.

Frühstück im Brujito, Mango, Banane und Carambole.


Zum Almoco gibts wie gehabt, Reis, Spaghetti, Pouletstückli, undefinierbares Fleisch und Bohneneintopf. Die Küche ist zugleich Essraum. Abenteuerlich einfach. Nachher sitzen wir auf unseren Klappstühlen zuvorderst auf dem Schiff und lassen uns den Fahrtwind um die Ohren wehen.

 

Sonntag, 10. Dezember 2017

Auf dem Amazonas

Nachts um eins, nervtötendes Hundegebell welches sich zu Heulen steigert. Sechs Hunde sind hinter dem Brujito unter einem Lastwagen angebunden. Sie gehören einem Caminhoeiro, der mit Frau, Sohn und zwei weiteren Hunden (Rehpinscher) nach Sao Paulo zügelt. Ca. jede volle Stunde wiederholt sich das Gebell. Läck, dabei habe ich wegen dem Vielheiss schon genug Mühe mit schlafen.

Am Morgen Erkundungsgang zum Schubschiff. Einfachste Toiletten, aber wenigstens geräumig und mit einer Duschbrause an der Decke. Das Lavabo wird glaub ich mit Schweröl geputzt. Gleich daneben dröhnt der Schiffsmotor. Halb taub verlasse ich das gar nicht stille Örtchen.

Café da Manha gibts um sechs, Almoco um elf, Jantar um fünf. Gegessen wird in der Küche, vier Personen haben Platz auf der Bank, daher herrscht Schichtbetrieb.

 

Montag, 11 Dezember 2017

Unterwegs auf dem Amazonas

Unruhige Nacht. Zuerst sandiger Wind, harter Wellenschlag und trotz Regen viiiieelheiss.

Frühstück im Brujito, Früchte y um cafezinho. Ein Sturm kündigt sich an. Die Balsa wird an ein geschütztes Ufer gebracht und hier warten wir ruhiges Wetter ab.


Ab und zu kommen Flussbewohner mit ihrem Boot zur Balsa um etwas zu verkaufen. Die Caminhoeiros haben Fische gekauft und die werden grilliert. Auch wir sind eingeladen. Lecker.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Unterwegs auf dem Amazonas

Elend heiss in der Nacht. Ich stelle alle Fenster auf Durchzug, dann bessert es. Kein Hundegebell.

Der blaue Morgenhimmel verspricht einen schönen Tag. Nach dem Almoco sitzen wir am Bug mit Blick auf den von Urwald eingefassten Amazonas. Maschinenstopp? Wir dümpeln eine Weile und erfahren dann, dass zwei zusätzliche bewaffnete Security-Männer an Bord gebracht werden. Eine grosse, leere Balsa der TCD fährt längsseits und die Männer setzen über. Zu fünft sollen sie uns vor etwaigen Piratenübergriffen schützen. (Schluck).

Un aventura, meint ein Crew-Mitglied.

 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Auf dem Amazonas

Ein klein wenig ungemütlich ist der Gedanke von Piraten besucht zu werden schon. Wir fahren ca 150km durch einen schmalen Flussarm der berüchtigt ist für Überfälle. Trotz der anfänglichen Anspannung schlafen wir gut und die Hunde beginnen ihr Gebell erst um sechs.

Wieder im breiten Amazonasarm angekommen, wird das Schiff bei einer Insel gestoppt. Ein Crewmitglied klettert an Land, schlingt eine Trosse um einen Baum und hier warten wir die Flut die vom Atlantik den Fluss hinauf gedrückt wird ab. Ausser dass der Wasserspiegel leicht ansteigt merke ich wenig davon. Gemächlich fahren wir danach weiter. Ein kräftiger Regenguss treibt alle in die Kabinen oder unter die Lastwagen.

von Porto Velho nach Manaus

vom Hotel Regina in Porto Velho ….

… aufs Schiff F/B Vieira

aus dem Tagebuch von Maria:

Mittwoch, 29. November 2017

Abschied von Porto Velho

Chefe Pedro besteht darauf, dass wir am Morgen um zehn am Verladeplatz sind, also sind wir da. Am steilen, unbefestigten Abhang stehen Lastwagen an Lastwagen um ihre Ware abzuliefern. Vom Ufer zum Schiff liegen Holzplanken. Darüber balancieren an die vierzig Träger mit den Lasten. Orangen, Limetten, Knoblauch, ganze Paletten mit Eiern, Weizenmehl, Maniokmehl, Fischfutterpelets und unzähliges andere Waren werden auf dem Schiff gestapelt oder verschwinden im Schiffsbauch. Und das dauert.

Und wenn wir denken, jetzt sind wir dran, fährt ein neuer Lastwagen vor und das Laden geht weiter. Und weiter. Und weiter. Nach elf Stunden warten, endlich, dreht sich das voll beladene Schiff mit dem Bug gegen das Ufer und gekonnt wird der Brujito über die Holzplanken gelotst.

So stehen wir, hinten mit Blick auf Orangen, vorne vom Bett aus in Fahrtrichtung, der Blick auf den Rio Madeiro. Der Fahrtwind kühlt unsere Kabine. Herrlich.

Donnerstag, 30. November 2017

Auf dem Rio Madeiro

Der Fahrtwind kühlt unser Schlafzimmer und das Rauschen der Wellen ist unser Schlaflied. Hie und da rumpelt ein Baum gegen den Schiffsrumpf. Ein Scheinwerfer tastet den vor uns liegenden Fluss ab. Gute Nacht.
Frühstück um sechs? Nicht mit uns. Eine Frucht genügt, denn um halb elf gibts bereits Zmittag.


Wir sitzen auf dem oberen Deck und rechts und links zieht der Urwald vorbei. Üppiges, undurchdringliches Grün, aber in Ufernähe stehen nur noch wenige Baumriesen.
Goldwäscherflosse ankern. Ab und zu ein Passagierschiff,

Freitag, 1. Dezember 2017

Hängematten in allen Farben

Mitten in der Nacht passieren wir eine Gruppe Goldwäscherflosse. Sie fördern den Flusssand über Bänder aufs Floss und mit Quecksilber wird das Gold heraus gewaschen. Eine giftige Angelegenheit. Es rattert und lärmt und unser Schiff muss sich den Weg zwischen den Flossen suchen. Schimpftiraden. Bald lassen wir die Flosse hinter uns und Ruhe kehrt wieder ein.
Mit ca 15-17kmh fährt die Vieiria II weiter den Rio Madeiro entlang. Am Nachmittag ziehen gewaltige Wolken auf. Sturmwarnung. Der Kapitän steuert das Schiff an eine windgeschützte Stelle und fährt in die erdige Uferböschung und ohne festzumachen warten wir das Unwetter ab.

Samstag, 2. Dezember 2017

Passagierschiff nach Manaus

In der Nacht rumpelt es neben dem Brujito.
Bald darauf koppelt sich ein Schiff an unseres und ein grosser Metallbohrkopf wird umgeladen. Als nächstes stoppt unser Schiff an einer Anlegestelle und erneut wird mit Hilfe einer Liste eine Lieferung ausgeladen. 4 Säcke Zwiebeln, 2 Kartons Äpfel, 2 Kisten Blumenkohl, usw. Gegen Morgen fahren wir durch unruhiges Wasser und wir werden im Bett richtig durchgeschüttelt.


Tagsüber werden erneut Lieferungen von einem Schiff auf das nächste gehievt. Wieder Gewitterwolken vor uns. Das Schiff steuert an das schützende Ufer und wartet bis das Gewitter weiter gezogen ist.


Und dann… die Einfahrt in den Amazonas. Majestätisch liegt er vor uns. Wir fahren gemächlich dem Ufer entlang. Der Fastvollmond über Palmen. Andächtig sitzen wir an der Reling. Ein übervolles Passagierschiff überholt uns. Manaus, wir kommen.

Sonntag, 3. Dezember 201

Unruhige Nacht. Das Nachtessen hat Heinz eine Magenverstimmung beschert. Bauchweh, Durchfall, unangenehm.

Um halb sechs beginnt emsiges Treiben an Bord. Die Taue werden bereit gelegt und um halb sieben erreichen wir unsere Anlegestelle in Manaus.

Mit dem Bug voran fährt das Schiff an die Rampe. Die Holzplanken werden ans Ufer gezogen und der Brujito an Land gefahren.

Das wars…und schöööön wars.
Wir fahren durch die sonntäglich ruhige Stadt. Kurzer Halt um für den Patienten Coca-Cola zu kaufen. Dann gehts hinaus zur Hotelanlage Tropical, die laut IOverlander einen angenehmen Stellplatz biete. Der Parkplatz ist voll.

 

Ein Pickup-Camper mit deutschen Kennzeichen steht auch da. Elsa und Steffen, seit anderthalb Jahren von Kanada her unterwegs, haben die gleichen Pläne wie wir und fahren am Dienstag mit einer Balsa nach Belem.

Montag, 4. Dezember 2017

Estacionamiento de Telma

Unruhige Nacht. Heinz kämpft mit seiner Magenverstimmung und ist froh eine Toilette in der Nähe zu haben. Von den im IOverlander erwähnten Annehmlichkeiten beim Hotel Tropical, z.B. Strom und Dusche, steht uns nur der Parkplatz und der Aufenthalt in der klimatisierten Hotellobby zu Verfügung. Wifi Zugang gibts ungern. Wir packen zusammen und suchen die TCD Schifffahrtsgesellschaft welche Camper auf ihren Balsas mitnimmt. Alles scheint einfach. Mittwoch Abend im Hafengelände übernachten, Donnerstag früh wird der Brujito auf die Balsa verladen und die Fahrt nach Belem dauert fünf Tage.
Das wämmer!

Nahe beim Teatro de Manaus stehen wir auf dem bewachten Parkplatz von Telma und geniessen ihre Gastfreundschaft. Der Platz ist eher klein, aber wir stehen unter dem Carambole-Baum am Schatten, haben Wifi, WC und Dusche zu Verfügung und die Schmutzwäsche wird abgeholt und sauber zurück gebracht.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Heinz ist noch nicht ganz auf dem Damm. Trotzdem erkundigen wir uns über mögliche City-Touren. In Serge finden wir einen sympathischen Guide der uns, nebst anderem, zum Mercado Central und dem Porto Flutuante bringt. Und wir probieren einen Acai-Saft. Cremig, dunkelrotbraun, mahnt er an flüssige Schokolade, ist aber leicht säuerlich. Gezuckert und mit Tapioca-Chügeli bestreut schmeckt er nicht schlecht.

Nach der Tour besichtigen wir das Opernhaus und ich staune über den Luxus und Komfort des über hundertjährigen Gebäudes.

Zum Beispiel Sitzplätze, denen Mithilfe einer im Boden eingelassenen Düse kühle Luft zugeführt wird. Wer das hiesige Klima kennt, weiss das sicher zu schätzen. Zu unserer Freude erfahren wir, dass am Abend ein Konzert stattfindet. Gesponsert von der Stadt und einer grossen Versicherung.
Nach einem grossen Stück Pizza, hinuntergespült mit Suco de Maracuja oder Bier, stehen wir mit hunderten anderen Leuten vor der Oper und warten auf Einlass. Von unseren Logenplätzen aus geniessen wir die Musik einer fünfköpfigen Gruppe. 2 Gitarren, Perkussion, Trompete und Piano. Musica brasileira. Nicht ganz unser Geschmack, aber allemal interessant.