Belem, das Tor zum Amazonas

Wir erreichen in den frühen Morgenstunden vom Donnerstag endlich Belem. Allerdings nicht im Zentrum, sondern irgendwo im Norden im Gjät …. Die schräge Rampe muss zuerst geschweisst werden.

Wir verabschieden uns von den Camioneuren und fahren Richtung Stadtmitte zu unserem vorgesehenen Stellplatz neben der Kirche. Unwahrscheinlich der Dreck, die Kontraste, die Leute, der Verkehr …

Heute Abend wollen wir gross zum Essen ausgehen, gemäss Reiseführer ins beste Fleischlokal Picanha. Leider ein Riesenfrust, das Fleisch zwar „mal pasada“ , aber leider auch “ mal cocido „,ein zäher Schinken. Dafür war der Wein Klasse.

Wir sind direkt neben der Basilica-Santuàrio de Nossa Senhora de Nazaré. Ich habe noch selten eine so stilvolle, gepflegte und kunstvoll dekorierte Kirche gesehen.

Am Freitag wollen wir früh an den Markt von Belem. Die Hafenanlage wurde neu aufgebaut, sehr touristisch und modern. 

Gleich anschliessend aber der alte originelle und belebte Hafen der Amazonas-Fischer.

In der restaurierten Markthalle sind die Fleischer zu Hause

und im Anschluss daran all die Verkaufsstände, Beizli, Verkäufer, Zigeuner und praktisch keine Touristen.

Alles Produkte, die rund um Belem produziert wurden und hier zu äusserst günstigen Preisen verkauft werden. Es ist zwar nicht sehr sauber, stinkt teilweise gewaltig. Für einen traditionellen Zmittag gehen wir lieber ins moderne umgebaute Flussterminal.

Gegen Abend besuchen wir noch das Goeldi-Museum mit einem riesigen Park und zoologischen Garten. Eindrücklich für uns die exotischen Pflanzen und Bäume.

Morgen fahren wir weiter Richtung San Louis, an die Küste…….

 

von Manaus nach Belem

aus dem Tagebuch von Maria :

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Porto Trairi

Der Brujito ist startklar. Wir umarmen Telma und bedanken uns nochmals für ihre Gastfreundschaft.


Im Supermarkt Vorräte für sicher fünf Tage einkaufen. Danach setzen wir uns in die Cervejeira gegenüber dem Opernplatz und geniessen den lauen Abend in Gesellschaft von 2 Caipis (einer hätte genügt!)
Die Nacht dürfen wir im Hafengelände vom Porto Trairi verbringen . Morgen gehts los nach Belem.

 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Porto Trairi zum Zweiten

Der Morgen ist da! Wir warten auf Tiago, unser Ansprechpartner im Hafen. 1500.- Reais kostet das Ticket nach Belem, umgerechnet 500.-CHF. Mit dem Voucher im Sack spazieren wir zur Anlegestelle und schauen eine Weile zu wie ein Schiff entladen wird, in der Meinung es sei unseres. Am Nachmittag erfahren wir, dass unser Schiff noch gar nicht angekommen ist?!?

Ein heftiges Gewitter entlädt sich über unseren Köpfen und wir bleiben gern im Brujito. Nachher spaziere ich, gekonnt den Wasserpfützen ausweichend, zur nächsten Lanchonete und komme mit einem Microwellen-Gummitoast und einem Stück Pudim zurück. Hat ganz gut geschmeckt.
Erneuter Spaziergang zum Hafen. „Unser“ Schiff wird abgeladen. Das kann dauern.

Freitag, 8. Dezember 2017

Porto Trairi zum Dritten

Heisse Nacht. Ab und zu ein harter Schlag aufs Dach. Wir stehen unter einem Mangobaum und er bewirft uns mit Früchten.
Morgenspaziergang zur Anlegestelle. Es wird weiter abgeladen. Die Balsa besteht aus einem riesigen Ponton und einem Schubschiff. Unvorstellbar was da alles drauf Platz hat. Zuerst werden die Lastwagen mit Zugfahrzeug und Lastwagenaufleger vom Schiff gefahren. Das sind an die 25 Stück. Unter einer grossen Abdeckplane stehen noch etwa acht Wagenladungen Bierharasse mit Inhalt. Die vollen werden ausgeladen, die leeren eingeladen. Und was versteckt sich unter den beiden anderen Planen? Etwa vier Doppelladungen Zementsäcke. Endlich ist er Ponton leer und es kann geladen werden.
Wir pilgern hin und her, zwischen Brujito und Schiff und warten nun schon den zweiten vollen Tag auf die Abfahrt.
Gegen acht Uhr stellen wir unseren Camper in die Nähe des Schiffes. Das Beladen geht schleppend voran, Lastwagen rauf, Lastwagen runter, wieder rauf… wieder runter. Der letzte Lastzug ist jetzt auf dem Schiff, aber da ist kein Platz mehr für unser Fahrzeug. Also wieder Lastwagen runter und NEEEIIIN, Riesenfrust, wir werden mitten zwischen Lastwagen platziert. Für heute habe ich genug .

Samstag, 9. Dezember 2017

Auf der Balsa

Geschlafen bis um sechs. Der erste Lastwagenmotor wird gestartet. Jetzt bin ich wach.

Es hat mehrere Hunde auf dem Schiff. Die Pinscher kläffen, die grösseren Hunde bellen und alle zusammen heulen auch mal.

Frühstück im Brujito, Mango, Banane und Carambole.


Zum Almoco gibts wie gehabt, Reis, Spaghetti, Pouletstückli, undefinierbares Fleisch und Bohneneintopf. Die Küche ist zugleich Essraum. Abenteuerlich einfach. Nachher sitzen wir auf unseren Klappstühlen zuvorderst auf dem Schiff und lassen uns den Fahrtwind um die Ohren wehen.

 

Sonntag, 10. Dezember 2017

Auf dem Amazonas

Nachts um eins, nervtötendes Hundegebell welches sich zu Heulen steigert. Sechs Hunde sind hinter dem Brujito unter einem Lastwagen angebunden. Sie gehören einem Caminhoeiro, der mit Frau, Sohn und zwei weiteren Hunden (Rehpinscher) nach Sao Paulo zügelt. Ca. jede volle Stunde wiederholt sich das Gebell. Läck, dabei habe ich wegen dem Vielheiss schon genug Mühe mit schlafen.

Am Morgen Erkundungsgang zum Schubschiff. Einfachste Toiletten, aber wenigstens geräumig und mit einer Duschbrause an der Decke. Das Lavabo wird glaub ich mit Schweröl geputzt. Gleich daneben dröhnt der Schiffsmotor. Halb taub verlasse ich das gar nicht stille Örtchen.

Café da Manha gibts um sechs, Almoco um elf, Jantar um fünf. Gegessen wird in der Küche, vier Personen haben Platz auf der Bank, daher herrscht Schichtbetrieb.

 

Montag, 11 Dezember 2017

Unterwegs auf dem Amazonas

Unruhige Nacht. Zuerst sandiger Wind, harter Wellenschlag und trotz Regen viiiieelheiss.

Frühstück im Brujito, Früchte y um cafezinho. Ein Sturm kündigt sich an. Die Balsa wird an ein geschütztes Ufer gebracht und hier warten wir ruhiges Wetter ab.


Ab und zu kommen Flussbewohner mit ihrem Boot zur Balsa um etwas zu verkaufen. Die Caminhoeiros haben Fische gekauft und die werden grilliert. Auch wir sind eingeladen. Lecker.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Unterwegs auf dem Amazonas

Elend heiss in der Nacht. Ich stelle alle Fenster auf Durchzug, dann bessert es. Kein Hundegebell.

Der blaue Morgenhimmel verspricht einen schönen Tag. Nach dem Almoco sitzen wir am Bug mit Blick auf den von Urwald eingefassten Amazonas. Maschinenstopp? Wir dümpeln eine Weile und erfahren dann, dass zwei zusätzliche bewaffnete Security-Männer an Bord gebracht werden. Eine grosse, leere Balsa der TCD fährt längsseits und die Männer setzen über. Zu fünft sollen sie uns vor etwaigen Piratenübergriffen schützen. (Schluck).

Un aventura, meint ein Crew-Mitglied.

 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Auf dem Amazonas

Ein klein wenig ungemütlich ist der Gedanke von Piraten besucht zu werden schon. Wir fahren ca 150km durch einen schmalen Flussarm der berüchtigt ist für Überfälle. Trotz der anfänglichen Anspannung schlafen wir gut und die Hunde beginnen ihr Gebell erst um sechs.

Wieder im breiten Amazonasarm angekommen, wird das Schiff bei einer Insel gestoppt. Ein Crewmitglied klettert an Land, schlingt eine Trosse um einen Baum und hier warten wir die Flut die vom Atlantik den Fluss hinauf gedrückt wird ab. Ausser dass der Wasserspiegel leicht ansteigt merke ich wenig davon. Gemächlich fahren wir danach weiter. Ein kräftiger Regenguss treibt alle in die Kabinen oder unter die Lastwagen.

von Porto Velho nach Manaus

vom Hotel Regina in Porto Velho ….

… aufs Schiff F/B Vieira

aus dem Tagebuch von Maria:

Mittwoch, 29. November 2017

Abschied von Porto Velho

Chefe Pedro besteht darauf, dass wir am Morgen um zehn am Verladeplatz sind, also sind wir da. Am steilen, unbefestigten Abhang stehen Lastwagen an Lastwagen um ihre Ware abzuliefern. Vom Ufer zum Schiff liegen Holzplanken. Darüber balancieren an die vierzig Träger mit den Lasten. Orangen, Limetten, Knoblauch, ganze Paletten mit Eiern, Weizenmehl, Maniokmehl, Fischfutterpelets und unzähliges andere Waren werden auf dem Schiff gestapelt oder verschwinden im Schiffsbauch. Und das dauert.

Und wenn wir denken, jetzt sind wir dran, fährt ein neuer Lastwagen vor und das Laden geht weiter. Und weiter. Und weiter. Nach elf Stunden warten, endlich, dreht sich das voll beladene Schiff mit dem Bug gegen das Ufer und gekonnt wird der Brujito über die Holzplanken gelotst.

So stehen wir, hinten mit Blick auf Orangen, vorne vom Bett aus in Fahrtrichtung, der Blick auf den Rio Madeiro. Der Fahrtwind kühlt unsere Kabine. Herrlich.

Donnerstag, 30. November 2017

Auf dem Rio Madeiro

Der Fahrtwind kühlt unser Schlafzimmer und das Rauschen der Wellen ist unser Schlaflied. Hie und da rumpelt ein Baum gegen den Schiffsrumpf. Ein Scheinwerfer tastet den vor uns liegenden Fluss ab. Gute Nacht.
Frühstück um sechs? Nicht mit uns. Eine Frucht genügt, denn um halb elf gibts bereits Zmittag.


Wir sitzen auf dem oberen Deck und rechts und links zieht der Urwald vorbei. Üppiges, undurchdringliches Grün, aber in Ufernähe stehen nur noch wenige Baumriesen.
Goldwäscherflosse ankern. Ab und zu ein Passagierschiff,

Freitag, 1. Dezember 2017

Hängematten in allen Farben

Mitten in der Nacht passieren wir eine Gruppe Goldwäscherflosse. Sie fördern den Flusssand über Bänder aufs Floss und mit Quecksilber wird das Gold heraus gewaschen. Eine giftige Angelegenheit. Es rattert und lärmt und unser Schiff muss sich den Weg zwischen den Flossen suchen. Schimpftiraden. Bald lassen wir die Flosse hinter uns und Ruhe kehrt wieder ein.
Mit ca 15-17kmh fährt die Vieiria II weiter den Rio Madeiro entlang. Am Nachmittag ziehen gewaltige Wolken auf. Sturmwarnung. Der Kapitän steuert das Schiff an eine windgeschützte Stelle und fährt in die erdige Uferböschung und ohne festzumachen warten wir das Unwetter ab.

Samstag, 2. Dezember 2017

Passagierschiff nach Manaus

In der Nacht rumpelt es neben dem Brujito.
Bald darauf koppelt sich ein Schiff an unseres und ein grosser Metallbohrkopf wird umgeladen. Als nächstes stoppt unser Schiff an einer Anlegestelle und erneut wird mit Hilfe einer Liste eine Lieferung ausgeladen. 4 Säcke Zwiebeln, 2 Kartons Äpfel, 2 Kisten Blumenkohl, usw. Gegen Morgen fahren wir durch unruhiges Wasser und wir werden im Bett richtig durchgeschüttelt.


Tagsüber werden erneut Lieferungen von einem Schiff auf das nächste gehievt. Wieder Gewitterwolken vor uns. Das Schiff steuert an das schützende Ufer und wartet bis das Gewitter weiter gezogen ist.


Und dann… die Einfahrt in den Amazonas. Majestätisch liegt er vor uns. Wir fahren gemächlich dem Ufer entlang. Der Fastvollmond über Palmen. Andächtig sitzen wir an der Reling. Ein übervolles Passagierschiff überholt uns. Manaus, wir kommen.

Sonntag, 3. Dezember 201

Unruhige Nacht. Das Nachtessen hat Heinz eine Magenverstimmung beschert. Bauchweh, Durchfall, unangenehm.

Um halb sechs beginnt emsiges Treiben an Bord. Die Taue werden bereit gelegt und um halb sieben erreichen wir unsere Anlegestelle in Manaus.

Mit dem Bug voran fährt das Schiff an die Rampe. Die Holzplanken werden ans Ufer gezogen und der Brujito an Land gefahren.

Das wars…und schöööön wars.
Wir fahren durch die sonntäglich ruhige Stadt. Kurzer Halt um für den Patienten Coca-Cola zu kaufen. Dann gehts hinaus zur Hotelanlage Tropical, die laut IOverlander einen angenehmen Stellplatz biete. Der Parkplatz ist voll.

 

Ein Pickup-Camper mit deutschen Kennzeichen steht auch da. Elsa und Steffen, seit anderthalb Jahren von Kanada her unterwegs, haben die gleichen Pläne wie wir und fahren am Dienstag mit einer Balsa nach Belem.

Montag, 4. Dezember 2017

Estacionamiento de Telma

Unruhige Nacht. Heinz kämpft mit seiner Magenverstimmung und ist froh eine Toilette in der Nähe zu haben. Von den im IOverlander erwähnten Annehmlichkeiten beim Hotel Tropical, z.B. Strom und Dusche, steht uns nur der Parkplatz und der Aufenthalt in der klimatisierten Hotellobby zu Verfügung. Wifi Zugang gibts ungern. Wir packen zusammen und suchen die TCD Schifffahrtsgesellschaft welche Camper auf ihren Balsas mitnimmt. Alles scheint einfach. Mittwoch Abend im Hafengelände übernachten, Donnerstag früh wird der Brujito auf die Balsa verladen und die Fahrt nach Belem dauert fünf Tage.
Das wämmer!

Nahe beim Teatro de Manaus stehen wir auf dem bewachten Parkplatz von Telma und geniessen ihre Gastfreundschaft. Der Platz ist eher klein, aber wir stehen unter dem Carambole-Baum am Schatten, haben Wifi, WC und Dusche zu Verfügung und die Schmutzwäsche wird abgeholt und sauber zurück gebracht.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Heinz ist noch nicht ganz auf dem Damm. Trotzdem erkundigen wir uns über mögliche City-Touren. In Serge finden wir einen sympathischen Guide der uns, nebst anderem, zum Mercado Central und dem Porto Flutuante bringt. Und wir probieren einen Acai-Saft. Cremig, dunkelrotbraun, mahnt er an flüssige Schokolade, ist aber leicht säuerlich. Gezuckert und mit Tapioca-Chügeli bestreut schmeckt er nicht schlecht.

Nach der Tour besichtigen wir das Opernhaus und ich staune über den Luxus und Komfort des über hundertjährigen Gebäudes.

Zum Beispiel Sitzplätze, denen Mithilfe einer im Boden eingelassenen Düse kühle Luft zugeführt wird. Wer das hiesige Klima kennt, weiss das sicher zu schätzen. Zu unserer Freude erfahren wir, dass am Abend ein Konzert stattfindet. Gesponsert von der Stadt und einer grossen Versicherung.
Nach einem grossen Stück Pizza, hinuntergespült mit Suco de Maracuja oder Bier, stehen wir mit hunderten anderen Leuten vor der Oper und warten auf Einlass. Von unseren Logenplätzen aus geniessen wir die Musik einer fünfköpfigen Gruppe. 2 Gitarren, Perkussion, Trompete und Piano. Musica brasileira. Nicht ganz unser Geschmack, aber allemal interessant.

Vom Pantanal an den Amazonas

aus dem Tagebuch von Maria:

Sonntag, 19. November 2017

Nach dem üppigen Znacht fällt das Frühstück bescheiden aus. Ein paar Traubenbeeren, je ein halber Apfel und 1 Guezli zum Nespresso.
Heutiges Ziel; Cuiaba. In endlosem Auf und Ab führt die Strasse hinauf über Hügelkuppen und wieder hinunter in Flusssenken. Wir teilen die Fahrbahn mit vielen Lastwagen, bergab geben sie Vollgas und erreichen darauf mit letzter Kraft den nächsten Hügel. Da muesch ächt alles gäh!


Am späten Nachmittag erreichen wir den Parque Sinuelo und werden mehr als gastfreundlich empfangen. Ein Übernachtungsplatz wird uns zugewiesen, Stromanschluss inklusive, und das Banheiro testen wir am nächsten morgen. Und….. nach dem Apero mit Caipirinha und dem Znacht mit Cabernet, und dem (sagen wir mal) Limoncello, bin ich käppelet und nicht mehr zurä$chnungsfmumpf. Guet Hicks.

Montag, 20. November 2017

War das ein Erwachen. Kurzer Versuch aufzustehen, nein, geht nicht. Mir ist soooo übel. Nach einer kurzen Dusche leg ich mich wieder ins Bett. Wie kann man nur so blödsinnig viel trinken.
Gegen elf Uhr habe ich mich soweit erholt, dass wir losfahren können. Wäschestopp auf der Umfahrung von Cuiaba. Ab Mittwoch ist die Wäsche wieder abholbereit. Dann geht es weiter nach Poconé. Gross einkaufen geht nicht, da heute ein Feiertag ist. Aber Wasser, Chorizo und Gummibrötchen gibt es in einem kleinen Laden. Wir erreichen das Tor zur Transpantaneira,

Rein ins Pantanal

der Abenteuerstrasse die durch das Pantanal führt. Über hundert Brücken gibt es auf dem Weg bis nach Porto Jofre. Die ersten Brücken führen über Sumpfland.

Jacarés liegen zwischen den Wasserhyazinthen, Fischreiher lauern bewegungslos auf Beute, Jabirus staken mit ihren langen Beinen im Sumpf. Spannend.

Kaimane erwarten uns

er hat Hunger


Die neuen Betonbrücken sind alles andere als schön und ihr Bau hat viel Flurschaden verursacht.


Im Vitoria sind wir die einzigen Gäste und haben den schönen Park und die Pileta für uns allein.
Fliegende Termiten belagern den Brujito am Abend.

Termiten wollen in den Brujito

Dienstag, 21. November 2017

Leider finden keine Touren ins Pantanal statt. So bleiben wir hier auf der Estancia, schauen den vielen Vögeln und anderen Tieren zu, baden, lesen und geniessen die schöne Anlage.
Marcus bringt uns einen grossen Pacu fürs Nachtessen.

verschnittener Pacu für den Grill und unseren Magen

Ein Gewitter kühlt die Luft ein wenig ab.
Morgen geht es weiter.

Mittwoch, 22. November 2017

Vor der Abfahrt ein kurzer Ausflug zum Aussichtsturm mit Marcus. Vom nächtlichen Tapirbesuch sehen wir nur die Fussspuren.

Marcus mit Anti-Mosquito-Wedel

Auf dem Weg nach Poconé passieren wir wieder die Sümpfe und füttern den Jacarés die Reste vom Pacu.
Luis und seine sympathische Frau öffnen extra für uns ihren Laden damit wir ein Reiseandenken kaufen können. Wir erstehen 2 hübsche rote Araras.


Poconé war bis vor ca 20 Jahren eine Goldgräberstadt. Jetzt sind nur noch wenige Minen in Betrieb.

Grosseinkauf im Supermercado und danach übernachten wir ausserhalb von Varzea Grandes auf einem Truck-Stopp.

Donnerstag, 23. November 2017

Laute Nacht, viele Lastwagen. Vor der Abfahrt heisst es Wasser bunkern und dann geht es wieder los.
Der Brujito frisst heute Kilometer. Die Landschaft wechselt von flach zu hügelig, mal hässlich gerodet, mal üppig bewachsen mit Wald.


Für die Nacht stoppen wir bei einem Lastwagen-Posto. Nicht zu nah bei den Trucks aber sicher im Blickfeld der Tankstelle und des Restaurante.

Freitag, 24. November 2017

Wieder unterwegs, fallen mir Palmen auf, die ich vorher noch nie gesehen habe. Wie ein grünes, baumgewordenes Feuerwerk stehen sie da. Ich kann mich kaum daran satt sehen.

Nach einem weiteren, grossen Streckenabschnitt erreichen wir Vilhena. Wir fahren die Strassen auf und ab und fragen schlussendlich bei der Polizei um einen Übernachtungsplatz. Certo, es posivel. Gleich neben dem Polizeigebäude. Und 24h bewacht.


Wir sind gerade mit dem Znacht fertig, da klopft ein Polizist an die Türe. Bitte mitkommen, er will uns etwas zeigen. Auf einem ummauerten Nachbarsgrundstück stehen viele Bäume. Tausende Vögel sammeln sich in der Abenddämmerung in den Baumwipfeln. Ein Vogelkonzert ohne gleichen. Herrlich.

Samstag, 25. November 2017

Unterwegs treffen wir immer wieder auf Ziegelbrennereien. Hier wird mit Holz eingefeuert und die Ziegel haben unterschiedliche Schmauchspuren.


Als unser heutiges Ziel haben wir Ji-Parana im Pocket Earth markiert. Im I-Overlander wird dort ein Balneario empfohlen. Wir kurven durch die Ortschaft, lassen uns durch eine vom Regen unpassierbar gewordene Strasse noch nicht abschrecken und versuchen es auf einem anderen Weg. Erst beim Anblick der Anlage geben wir unser Vorhaben auf. Eine durch Regen erodierte Einfahrt und dahinter auch nichts „Aamächeligs“, da fahren wir lieber weiter bis nach Ouro Preto do Oeste.
Die Polizeistation vor Ort liegt gleich neben dem Untersuchungsgefängnis. Der wachhabende Polizist meint das sei für uns nicht sicher genug. Also übernachten wir einmal mehr auf einem gut besuchten Posto.

Sonntag, 26. November 2017

Heute wollen wir Porto Velho erreichen und nehmen die restlichen Kilometer unter die Räder. Die Strasse ist streckenweise in einem schlechten Zustand. Viele Löcher im Asphalt und im Ausgleich zu gestern sind viele Lastwagen unterwegs.
Porto Velho begrüsst uns mit Blitz und Donner, aber der grosse Regen bleibt aus.

Wir erreichen das Hotel Regina (Empfehlung aus einem Reiseblog) und denken dass wir hier auf dem Parkplatz stehen und im Camper bleiben können. Falsch gedenkt. Wir mieten uns daher im Hotel ein, beziehen ein Zimmer mit Air-Condition und freuen uns auf eine gekühlte Nacht. Im Remanco do Tucunaré wird uns eine vorzügliche Moqueca de peixe serviert. Mmmmmhhh soo fein, beim Schreiben läuft mir gleich wieder das Wasser im Mund zusammen.

Montag, 27. November 2017

Im Hotel Regina gibts ein überraschend feines Frühstück. Vier verschiedene Fruchtsäfte, frische Ananas, Minibanäneli, Guaven, ein wenig Schinken und Käse, Rührei, Brötli, Butter, Konfi und zwei verschiedene Kuchen. Ich halte mich an die Früchte und feinen Säfte.


Schon um halb eins sind wir im Besitz des Schiffsbilletts nach Manaus. Nach einigem Hin- und Her, von einer Seite der Brücke zur anderen und zurück, bei drei verschiedenen Anlegestellen, vielen Fragen und Auskünften, entscheiden wir uns für das Schiff von Pedro Vieira,

ein Stückguttransporter mit einem Platz für den Brujito zuvorderst auf der Ladeplattform und für stolze 830.- USD.

Dienstag, 28. November 2017

Am Morgen rumpelt ein Gewitter über unsere Köpfe hinweg. Um halb elf ist es bereits wieder drückend heiss. Wir besuchen den Mercado Central, sehen uns die drei Wassertürme, eine weitere Sehenswürdigkeit an und laufen über den kleinen Kleidermarkt.

Mobile Coiffeur-Anlage

Moto-Taxi

es ist heiss … aber trotzdem gemütlich und lustig

Das eher bescheidene Warenangebot macht deutlich dass Porto Velho keine wohlhabende Stadt ist. Viele Ladenlokale sind verlassen. Die Wohnhäuser ducken sich hinter hohe, mit Stacheldraht oder mit Glasscherben bestückte Mauern.
Aber die Menschen sind ausnahmslos freundlich.


Der Brujito bekommt eine Aussenwäsche und während es draussen bereits wieder gewittert und regnet wie aus Kübeln, sitzen wir im gekühlten Zimmer am PC oder I-Pad und erledigen unsere Büroarbeit.