Brasilia, Metropole der Architektur

aus dem Tagebuch von Maria:

Samstag, 10. Februar 2018

Brasilia, Hostel da Juventude

Wir kurven durch die weitläufige, sehr grosszügig angelegte Stadt. Beide Touri-Infobüros sind geschlossen, da müssen wir uns selber schlau machen. Der Reiseführer empfiehlt, sich als erstes einen Überblick über die Stadt zu machen.

Daher fahren wir gleich zum Fernsehturm und lassen uns mit dem Lift auf die Zuschauerplattform in 75m Höhe bringen.

Wir sehen; den Fonte Luminoso,

rechts das Museu da Republica, gleich dahinter die Catedral Nossa Senora Aparecida, die Doppeltürme des Palacio do Congreso National, links und rechts davor die Esplanada dos Ministerios und in weiter Ferne den Ponte Juscelino Kubitscheck.

Des weiteren das Fussballstadion Mané Garrincha

und den Complexo Cultural Funarte

…….. und was gibt es Feines zum Znacht? Genau! Richtig geraten. Es gibt ein echtes Schweizer Moitié-Moitié-Fondue.

Das gebastelte Rechaud funktioniert zwar nicht so richtig, aber wir heizen die Pfanne zwischendurch auf dem Gasherd auf. En Guete!

Sonntag, 11. Februar 2018

Brasilia, Hostel da Juventude

Touri-Bus-Tour durch Brasilia. Zum Glück sind ausser uns noch weitere Leute dazugekommen. Ab fünf Personen wird die Tour durchgeführt, wir sind zu sechst. Es geht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Oscar Niemeyers Visionen in Stahlbeton.

Wir beginnen mit dem Memorial Juscelino Kubitchek, Präsident bei der Gründung von Brasilia vor 60 Jahren

passieren die Bibliothek und das Museo Nacional

Die wunderschöne Catedral Metropolitana,

mit einer Kuppel die mich von aussen an eine sich öffnende Kaktusblüte erinnert. Das Tageslicht fällt hell durch viele Glasfenster ins kreisrunde Innere, aber es blendet nicht. Er wolle keine Kathedrale die so düster ist, dass sie gleich an Sünde erinnert, erklärte Niemeyer dazu.

weiter zum Palacio Itamaraty, Ministerien-Hauptquartier

Nächster Halt ist der Platz der 3 Kräfte, Praça dos Tres Poderes,

mit dem Tribunal, Präsidenten-Palast und dem Kongress

 

Ponte Juscelino Kubitscheck ….

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zum riesigen Park mit dem eher unspektakulären Palacio da Alvorada, dem Sitz des Präsidenten.

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Weitere Gebäude wie Theater, Militärquartier, Santuario Don Bosco ( Patron von Brasilia ) imponieren mit der filigranen 60 – jährigen Architektur. 

Immens die weiten, grünen Flächen, riesige Autobahnen mitten durch die Stadt, moderne Gebäude ….

Wir gönnen uns ein superfeines Almoço im Restaurante Madero. ( Cordero mit einer leckeren Pfeffersauce, die wir mit noch warmem Pao Frances bis zum letzten Tropfen auftunken).
Gestärkt gehen wir zum Eixo Monumental. Hier findet heute der Carnaval statt. Wir sitzen im Schatten eines grossen Zelts und warten auf das Ereignis. Die Strasse füllt sich mit vielen kleinen Verkaufsständen. Sicherheitsleute überall.

Riesige Wagen stehen im Abstand von ca. 100m quer zur Strasse, die Soundanlagen machen sich gegenseitig Konkurrenz. Gruppe um Gruppe junger Leute flanieren von einem Wagen zum nächsten, singen und tanzen und trinken. Viele tragen 5l Flaschen gefüllt mit Fruchtsaft mit sich, der mit Wodka angereichert wird. Bei dieser Hitze ein Hammer.
Es ist wie Streetparade à la Brasilia.

Montag, 12. Februar 2018

Brasilia – Tres Marias, Posto Shell

Hostel da Juventude

 

unsere aktuelle Reiseroute:

Vielleicht sehen wir doch noch einen authentischen Carnaval. Diamantina ist unser Ziel. Wir nehmen die nächsten sechshundert Kilometer unter die Räder. Sehen Ananastransporter,

Kokosnusstransporter, Tiertransporter (einer überholt uns wie blöd) Holztransporter usw.

Nachtstopp im ausserordentlich gepflegten Posto Shell, bei Tres Marias. Herrliche Aussicht auf den grossen Stausee, Sonnenuntergang inklusive.

 

Dienstag, 13. Februar 2018

Tres Marias – Diamantina, Camping Sao Pedro

Lärmige Nacht. Erst mit Ohrenstöpseln ein wenig geschlafen.
Weiter geht es. Nach Curvelas (irgendwie stimmiger Name) über kurvige Strasse,

über bewaldete Hügel hinauf auf über tausend Meter nach Diamantina. Auf der Praça stehen Zelte und Verpflegungsstände bereit. Wir fahren durch die Altstadt auf unsäglich holperigen, mit Steinplatten gepflästerten, steilen Gassen.

Jede zweite ist wegen dem Carnaval gesperrt. Einige mit dem Brujito nicht passierbar. Im Schritttempo hötterlen wir eine meeega steil abfallende Gasse hinunter. Valparaiso lässt grüssen.

Wohltuende Ankunft im Camping Sao Pedro. Der Stress lässt langsam nacht.

Um fünf steigen wir wieder in den Ort hinauf, gerade zum Auftakt des Umzugs. Hier wird eine Strassenfasnacht gefeiert. Voraus ein Fahrzeug, darauf das Frosch-Maskottchen des Blocos „Sapo Seco“ und hinterher der Umzug. Auffallend viele Männer, meist junge, mit viel Lust und Ideenreichtum als Frauen verkleidet. Welch eine Show. Einige trippeln auf High-Heels, mehr oder weniger gekonnt, hinter der Musik her. Frauenröcke in allen Farben, BHs auf ausladenden Busen ebenso.

Ständig geht es aufwärts. Um halb acht erreicht der Umzug sein Ziel am Hauptplatz. Die Trommler und Trompeter, die Maskierten und Zuschauer feiern das Finale.
Leicht angemüdet laufen wir stadtabwärts, sitzen zu den Klängen eines Life-Konzerts in ein Beizli, und feiern unseren Carnaval mit Caipi und Fischznacht.

ins Landesinnere nach Brasilia

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Samstag, 3. Februar 2018

Cachoeira, Camping

Vielstimmiger Zikadengesang begleitet uns durch die Nacht. Sonst ist es ruhig.


Wir nehmen unsere I-Pads mit an die Pileta und verbringen den ganzen Tag abwechslungsweise im Wasser und wieder im Schatten, schreiben und lesen, geniessen ganz einfach unseren Ruhetag.

Gegen Abend scheucht uns ein Gewitterregen ins Trockene.
Um sieben, der Regen hat aufgehört, spazieren wir durchs Dorf.

Offenbar war heute ein grosser Markt, die letzten Marktfahrer sind am Zusammenpacken. Wir steigen über zerquetschte Tomaten und undefinierbare Abfälle und weichen Wassertümpeln aus. In der Nähe vom Fluss kehren wir bei Pai Tomaz ein und lassen uns mit einem feinen Essen verwöhnen.

Die stimmige Atmosphäre gefällt es uns sehr

Sonntag, 4. Februar 2018

Von Cachoeira nach Lençois. Camping Lumiar

Nach dem Sonntagsmorgenei machen wir uns reisefertig und fahren los. Zuerst über die uralte Eisenbrücke hinüber nach Sao Felix.

Wir kommen gut voran, es hat wenig Verkehr. In Paraguaçu bringt uns die Fähre über einen Seitenarm des grossen Stausees. Im Auto nebenan, viele Käfige mit kleinen Vögeln. Auf dem Lastwagen vor uns sitzen sicher zehn Personen zwischen Kisten auf der Ladebrücke.


Der Himmel bleibt bedeckt. In Lençois hat es seit zwei Tage geregnet. Der Camping ist in einer wunderschönen Anlage mit vielen alten Bäumen. Aber alles ist tropfnass. Die Büsche lassen ihre Blütenzweige hängen.

Wir richten uns ein, es gibt Röschti zum Znacht und zum Dessert einen Thriller. In der Nacht wieder starker Regen.,

Montag, 5. Februar 2018

Lençois, Camping Lumiar

Kein Wasser in den Duschen. Katzenwäsche im Brujito.
Morgenrundgang durchs Dorf. Viele Trekkingtouren, zum Teil mehrtägige, werden angeboten. Wir wählen eine leichte Tour, ohne Guia, zum Fluss, der über breite nagelfluhartige Steinplatten den Hang hinunter fliesst. Hier haben sich Becken gebildet in denen man baden kann. Durch die Regenfälle führt der Fluss viel Wasser.

Wir überqueren die rutschigen Steine bis zu einem Becken in dem sich das Wasser in einem wilden Wirbel dreht. Eine Gruppe junger Männer vergnügt sich hier mit kühnen Sprüngen. Mutig springt Heinz auch hinein und verschwindet sogleich unter Wasser.

Er taucht kurz auf und wird sogleich wieder im Strudel nach unten gezogen. Was mach ich jetzt??? Ein junger Mann reicht ihm die Hand und hilft ihm wieder an Land. Mir ist die Lust zum Baden vergangen.
Abendspaziergang durchs Dorf. Laue Sommerluft. Vor der Jamiro (quai) Bar stehen Tische auf der Gasse,

Live-Musik spielt, eine Picanha mit echt argentinischem Fleisch brutzelt auf einer Grillplatte.
Muito legal!

Dienstag, 6. Februar 2018

Lençois – Ibotirama, Posto BR

Ein paarmal aufgewacht, Regen trommelt aufs Dach. Der Morgen ist trüb, die Wetteraussichten ebenso. Die geplante Tour nach Muçugé lassen wir sein und verlassen Lençois. Der Morro do Pai Inacio, ein Tafelberg der Chapada Diamantina, liegt an unserer Reiseroute und da sich der Himmel etwas aufgehellt hat, klettern wir über den steilen Felspfad hinauf bis zum Gipfelkreuz und geniessen das eindrückliche Panorama und ein paar Sonnenstrahlen.

Durch kräftige Regenschauer fahren wir weiter bis nach Ibotirama. Auf dem Posto der Petrobras richten wir uns für die Nacht ein.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Ibotirama – Sao Desiderio am Fluss

Rio Sao Francisco

 

Die Fehlermeldungen auf dem Brujito-Display lassen uns keine Ruhe.

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In Barreiras gibt es eine Fiat-Grossgarage, da fahren wir hin. Hilfe? Fehlanzeige. Da es ein europäisches Modell ist, können sie den Fehler nicht auslesen. Ev. könne uns B weiterhelfen. B schickt uns zu C, welcher sehr engagiert über eine Stunde versucht den Fehler ausfindig zu machen. Vergeblich. Er vermutet, dass der Sensor für Luft- und Temperaturmessung kaputt ist. Leider kann er keinen Ersatz auftreiben. Vielleicht in Brasilia?
Nur 25km weiter, in Sao Desiderio, finden wir einen hübschen Stellplatz am Fluss, gegenüber der Katholischen Kirche. Pizza im Brujito.

Donnerstag, 8. Februar 2018

Sao Desiderio – Brasilia, Hostel de Juventude

400km Soya

 

Frühe Tagwacht. Schon um neun Uhr sind wir unterwegs. Über 600km sind es bis nach Brasilia. Grüner Buschwald wechselt ab mit endlosen Soya-Feldern, manchmal aufgelockert durch Mais.
Gegen Westen segeln am Himmel dicke Wolkenschiffe, die breite Regenvorhänge schleppen. Wir fahren durch kräftigen Platzregen und bald darauf wieder auf trockener Strasse.


Viel Verkehr in Brasilia, vor allem stadtauswärts. Bei strömendem Regen erreichen wir das Hostel de Juvetude und fahren hinter das leicht heruntergekommene Gebäude.

Es gibt Sanitarios, Duchas, Elektrisch und Wifi. Was will man mehr.

Freitag, 9. Februar 2018

Brasilia, Hostel de Juventude

Entwurf der Stadt

 

Ruhige Nacht, trotzdem über eine Stunde wach gelegen, dafür bis um halb neun geschlafen.
Wäsche sortieren und in der Wäscherei abgeben. Zum ersten Mal ist es kompliziert. Ich glaube hier wird sonst nur Hotelwäsche gewaschen.
Danach beginnt die Odyssee von der Fiat-Garage zum Autoelektriker, zur nächsten Fiat, zur Iveco, (jedesmal mit Hilfe des I-Pads gefunden denn die Stadt ist sehr weitläufig), aber alles für die Katz. Die Einen haben offensichtlich keine Lust sich mit dem Problem zu befassen, es wird viel geredet ohne auch nur einen Finger krumm zu machen. Einzig ein Autoelektriker würde uns gerne helfen, aber es ist ja Carnaval! Vor nächsten Donnerstag ist es nicht möglich.


Einmal mehr bewundere ich Heinz, der sich mit grosser Geduld alles anhört, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und eine nächste Lösung sucht.
Aller Wahrscheinlichkeit liegt es am Luft- und Temperatursensor, ist aber nicht sicher.

 

 

Salvador de Bahia

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Donnerstag, 25. Januar 2018

Aracaju, Policia Turistica

Programm für den heutigen Tag:

  1. Maria Coiffeur
  2. Enrique Duschen
  3. Maria und Enrique Einladung bei Marcus und Heleneia zuhause.

1.1 Eine nette Coiffeuse nimmt sich meiner Haare an und nach zweieinhalb Stunden bin ich wie neu. ;0).
2.1 Am langen Strand von Atalaia parkieren wir und Heinz geniesst eine komfortable Dusche im Brujito.
Danach fahren wir eine Runde um den Camping von Aracaju. Er sieht gepflegt aus. Wir werden diese Nacht jedoch noch einmal bei der Policia Turistica verbringen.
3.1 Um vier werden wir von Marcus abgeholt. Gestern Abend haben er und seine Frau Heleneia bei uns reingeschaut und uns nach einem netten Gespräch spontan für heute Nachmittag zu sich nach Hause eingeladen .

Zusammen mit seinem Freund Qasim aus Pakistan und dessen brasilianischer Frau Ithana werden wir herzlich empfangen.
Emilly und Miguel, die Kinder von Marcus, sind auch dabei. Wir sind gerührt über die liebenswürdige Gastfreundschaft und verbringen schöne Stunden zusammen. Zum Abschluss geben uns diese herzlichen Menschen ihren Segen mit auf den Weg.

Freitag, 26. Januar 2018

Praia do Forte, Hostel de Juvetude

Wir fahren weiter, der Küste entlang und suchen einen Camping, wenn möglich mit Meersicht. Wir holpern über die Sandpiste nach Imbassai, aber der Camping entpuppt sich als Parkplatz neben einer Pousada, die Meersicht liegt hinter den Dünen und im kleinen Ort wirkt alles sehr provisorisch. Also holpern wir zurück. Nächste Ortschaft ist Praia do Forte, ein ehemaliges Fischerdorf, welches sich dank umsichtiger Planung zu einem hübschen Touristenort entwickelt hat, ohne Hochhäuser und einer ansprechenden Promenade mit vielen Restaurants und Chrömliläden. Hier ist auch der Hauptsitz von Tamar, ein Projekt zum Schutz der Meeresschildkröten.


Der „Camping“, einfach eine grosse Wiese, ohne Wasser, ohne Strom, ohne Vigilancia dafür mit Blick auf eine halbfertige Ferienanlage, kann uns nicht wirklich begeistern. Marcus hat uns das Hostal de Juventude empfohlen. Lotado (komplett) heisst es da zuerst. Wie wir aber im Brujito sitzen bleiben und beraten wohin wir fahren wollen, klopft es ans Seitenfenster. Für eine Nacht dürfen wir im Innenhof parkieren (es werden 2 Nächte). 65 Reais inkl. Frühstück. Suuuper.

Samstag, 27. Januar 2018

Praia do Forte, Hostel de Juventude

Bis um halb drei dröhnt es aus der nahen Freiluftdisco. Noch über eine Stunde liege ich danach wach. So ist das halt, wenn man zmitzt drinn sein will.
Feines Frühstück, Früchte, Jugo, Brötli, Rührei, Schinken, Käse, Fleischkuchen, Schoggikuchen, Mandioca-Kuchen mit Cocos-Streuseln usw. Pappsatt flanieren wir durchs Dorf, mit rechts und links einem Blick in die Läden. Das Projeto Tamar ist für Gäste vom Jugendhaus kostenlos und wir können an der langen Warteschlange vorbei gleich hinein gehen. Viel grösser und besser ausgestattet als in Aracaju, zeigt es viele interessante Informationen über die Meeresschildkröten.

Nach dem Hai streicheln dürfen wir hier einen Rochen berühren. Seine Haut ist schlüpfrig wie aus Gel. Lange stehe ich vor einem Aquarium in dem ein Oktopus zwischen den Steinen hockt und plötzlich, von einer Sekunde zur andern, die Farbe wechselt. Mal wird er dunkelbraungrau, dann wieder hellbeige, mal zeichnet sich ein Gittermuster ab. Faszinierendes Geschöpf.


Auf dem Rückweg kaufe ich die schöne Lederhandtasche, mit der ich schon beim Hinweg geliebäugelt habe. Endlich kann ich die alte Tasche, die mich bereits dreimal durch Südamerika begleitet hat und die sich nun unaufhaltsam auflöst, begraben.
Zum Znacht gibts Pizza mit Brie, Wurstrugel und Pfefferhonig.

Sonntag, 28. Januar 2018

Stella Mares, Camping Ecologico Itapua

Weiter geht es, in Richtung Salvador. Nochmals ein paar Tage am Meer. Den Camping Aleluja finden wir trotz intensivem Suchen nicht. Schlussendlich stehen wir auf dem Camping Ecologico Itapua, in Stella Mares. Er ist leicht terrassiert und Palmen wiegen sich im Wind. Der Blick direkt aufs Meer ist herrlich und lässt die desolaten Toiletten etwas vergessen.


Um sieben Uhr abends ist es dunkel. Kein Strom und kein Lichtlein brennt in den Cabanas, in denen offenbar Leute wohnen. Huh, fast ein bisschen unheimlich.

Montag, 29. Januar 2018

Stella Mares, Camping Ecologico Itapua

Heute wie gerädert aufgewacht.
Biotief.
Nach dem Frühstück geht es ein wenig besser.
Wir belegen am Strand, vor dem Catussaba Resort, zwei Liegestühle unter einem Sonnenschirm.

 

Es scheint sich niemand daran zu stören. Rote Fahne, hohe Wellen. Wagt man sich zu weit hinaus, wird man zurück gepfiffen.
Lesen und leuelen. Das Biotief verabschiedet sich.
Keine Spaghetti zum Znacht. Das Pack ist voller kleiner Käfer.
Dafür gibts René-Nudeln. Die Scharfen. Fein.

Dienstag, 30. Januar 2018

Stella Mares, Camping Ecologico Itapua

Ruhige Nacht. Sternenhimmel und fast voller Mond.
Zmörgele, danach packen wir die Badetasche und setzen uns wieder unter einen Sonnenschirm des Catussaba-Resorts.
Die rote Fahne flattert im Wind.

Trotzdem wagen wir uns ins Wasser. Die grossen Wellen donnern an den Strand, decken uns zu, spülen den Sand unter den Füssen weg und der Sog hinaus ins Meer ist gewaltig.
Erfrischt machen wir eine Caipi-Pause im Resort. Netterweise werden wir bedient, obwohl es nur für Gäste des Hauses offen ist.
Eine schöne, blau-schwarz karierte Hängematte hat es Heinz angetan und für 80 Reais wechselt sie den Besitzer.


Jetzt hängt sie zwischen den Palmen und darinnen schaukelt ein glücklicher Heinz.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Salvador, Estacionamento Pelourinho

Salvador, wir kommen.
Wir fahren der Küste entlang in die Stadt.

Vorbei an Rio Vermelho, wo am Freitag das Orixa-Fest für die Meereskönigin Yemania stattfindet. Da möchten wir dabei sein.
In zwei Wochen ist Carnaval in Salvador. Ein riesiges Fest. Viele Parkplätze mussten bereits Festzelten weichen und überall werden grosse Tribünen gebaut. Der angepeilte Parkplatz ist auch überbaut. So fahren wir weiter, hinauf zum Pelourinho, vielleicht finden wir in der Nähe der Tourismus-Polizei einen Stellplatz. Oben angekommen, werden wir von einem Parkplatz-Guia belagert. Er weiss einen Parkplatz für uns. Zuerst rennt er voraus, dann will er einsteigen und mit viel Alegriarufen und hektischem Armgewedel lotst er uns zu einen wirklich grossen Parkplatz nahe dem Pelourinho. Ich steige aus um zu fragen was es kostet, der Guia setzt sich nach vorn auf den Beifahrersitz, Heinz parkiert den Brujito, der Guia steigt aus und verschwindet und mit ihm mein Handy. Belämmert sitzen wir da. Soooo ein Mist.
Erst einmal den Schock verdauen, dann machen wir uns auf den Weg ins nächste Einkaufszentrum. Nur autorisierte Händler dürfen Prepaid-Karten und Handys an Ausländer verkaufen. Nach über zwei Stunden und halb durchgefroren haben wir ein neues Handy mit Karte.
Seither ist Heinz beschäftigt. ;0).

Donnerstag, 1. Februar 2018

Salvador, Estacionamento Pelourinho

Unser Parkplatz liegt ideal und nach dem Frühstück steigen wir die kurze Strecke hinauf zum Pelourinho. Das Trommeln einer Banda lockt uns in die erste Gasse.

Eine Gruppe übt hier, die Burschen sind ernsthaft dabei und lassen sich durch die vielen Fussgänger nicht aus dem Takt bringen.

Gemächlich schlendern wir durch die Gassen und schauen die imposante Igreja do Sao Francisco an. Viel Gold, viele Figuren. Danach geht es weiter. Sicher die Hälfte der Kirchen wird gerade renoviert und können nicht besichtigt werden. Schade.

Gässeln. Kurzer Mittagsstopp, Caipi, bahaianische Spezialitäten und einen Blick ins Internet. Danach fahren wir mit dem Elevador Lacerda hinunter in die Cidade Baixa.

Wir wollen zur Policia Federal und unsere Aufenthaltsbewilligung verlängern lassen. Nein, hier geht das nicht. Nur am Flughafen bei der Immigration. Da sind wir gestern daran vorbei gefahren. Jenu, denn halt.
Kurze Pause im Brujito und dann gibts nochmals einen Spaziergang durch die Gassen des Pelourinho

und danach etwas Feines zum Znacht.

Freitag, 2. Februar 2018

Cachoeira, Camping

Tagwacht 05.15
Noch halb benommen von der beinahe schlaflosen Nacht, steigen wir ins Taxi das uns nach Rio Vermelho bringt. IEMANJA, Orixa-Göttin des Meeres der Candomblé Religion, hat heute hier ihr grosses Fest.

Auf der Uferstrasse hat sich eine laaaange Menschenschlange gebildet,

die Leute bringen der Göttin Blumen, von kleinen Stäussen bis zu Arrangements in grossen Körben ist alles vertreten. Die Blütenpracht wird auf Booten hinaus aufs Meer gefahren und mit anderen Geschenken, Schmuck, Parfum, Seife, Kosmetik und kleinen Spiegeln dem Meer übergeben. Auch am Strand und im Wasser wimmelt es von Menschen die Yemanja ihre Blumengaben überreichen. Orixa-Meister in goldglänzenden Kleidern und Meisterinnen in ihren typischen weissen Kleidern und Kopfputz spenden auf Verlangen ihren Segen. Sie streichen den Leuten mit Kräuterbüscheln über den Kopf und Arme besprühen sie mit Wasser.


Wir suchen uns einen Platz im Schatten. Ein eiskalter Suco erfrischt ein wenig, hält aber nur kurz an. Das Spektakel wird den ganzen Tag dauern. Capoeira-Kämpfer zeigen ihre akrobatische Kampfkunst, begleitet vom Rhythmus der Berimbaus.

Kurz vor einem Hitzschlag, mir ist schon ganz schwummrig, verlassen wir das Fest am Mittag.
Ein weiterer Punkt auf unserer to do Liste ist die Verlängerung unserer Aufenthaltsbewilligung in Brasilien. Daher fahren wir zum Flughafen, zur Immigration. Und? Richtig! Für Schweizer, Italiener, Schweden, usw. gibt es keine Verlängerung. 100 Reais Busse kostet jeder zusätzliche, im Land verbrachte Tag. Mist.
Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.
Salvador! Danke für den ereignisreichen Aufenthalt und die vielen interessanten Leute ……

Wir verlassen die Stadt, fahren ins Landesinnere bis nach Cachoeira und finden hier am Flüsschen einen Camping mit Pileta. Boa Noite.

 

 

….. weiter südwärts

aus dem Tagebuch von Maria:

Samstag, 20. Januar 2018

Sao José da Coroa Grande

Ein kräftiger Regenschauer weckt mich in der Nacht, doch am Morgen scheint die Sonne und kocht das Wasser über dem Atlantik zu hohen Wolkenbergen. Der Morgenspaziergang ist Programm, heute geht es in die andere Richtung. Palmen säumen das Ufer.

 

Kleine, schöne Feriensiedlungen liegen etwas erhöht über dem Strand. Dazwischen auch ein paar verlassene Gebäude.
Heute Abend gibt es ein Fest und wir sind auch eingeladen. Rose und Luis wohnen in der Nähe von Brasilia und kommen seit sieben Jahren im Januar auf den Camping Zeza und feiern hier den Geburtstag von Rose.

Ein riesiger Fisch liegt auf dem Grill und im Suppentopf köchelt eine Feijoada. Wir sitzen mit den anderen Gästen in der grossen Runde, es wird viel geredet und gelacht. Zur Geburtstagsansprache stehen wir im Kreis und gemeinsam wird das Vater Unser gebetet, natürlich auf Brasilianisch. Emocionante.

Sonntag, 21. Januar 2018

Sao José da Coroa Grande

Mitten beim Frühstück werden wir gefragt ob wir mit dem Boot einen Trip aufs Meer machen möchten. Machen wir. Schnell die Badesachen gepackt und aufs Schiff gestiegen. Wir waren fälschlicher Weise der Meinung, dass wir nochmals Pisçinas Naturais besuchen werden. Es besteht jedoch aus Naturschutzgründen ein restriktives Zählsystem und mehr als dreihundert Besucher pro Tag und Pisçina sind nicht gestattet. Wir bädelen dafür im kristallklaren, lauwarmen Wasser. Ein Traum in Türkis und Blau.

 


Am Nami bin ich vor lauter Sonne und Meer reif für ein Nickerchen.

Montag, 22. Januar 2018

Maceio

Heute herrscht Aufbruchstimmung. Die meisten der Geburtstagsgäste packen zusammen. Auch wir sind auf dem Sprung und wollen bis nach Maceio fahren.
Zuckerrohr soweit das Auge reicht. Wir entdecken eine Fabrik in der das Zuckerrohr verarbeitet wird. Dampf steigt aus mehreren Kaminen, es riecht nach verbranntem Zucker.

Fasziniert schauen wir zu wie mit grossen Greifarmen enorme Bündel Zuckerrohr gepackt und gewässert werden. Ein Security-Mensch macht uns höflich darauf Aufmerksam, dass das Fotografieren der Anlage nicht gestattet ist. Man muss eine Besichtigungs-Bewilligung einholen und das ist im Moment nicht möglich. Was soll’s, ich habe meine Fotos.
Wäsche bringen in Maceio. Gerade als wir wieder losfahren wollen, spricht uns ein Mann an. Der Brujito gefällt ihm, er möchte ihn fotografieren, gibt uns seine Visitenkarte, fragt ob wir etwas brauchen würden. Ja, Gas brauchen wir. Hermann, so heisst er, ist sehr hilfsbereit und begleitet uns zum nächsten Gashändler und wir kaufen eine 5kg Gasflasche. Schon wieder etwas erledigt. Danke Hermann.
Über Nacht stehen wir neben den Bombeiros am Strand.


Zum Znacht gibt es suuuper feine Lagostas vom Grill. Miammh.

Dienstag, 23. Januar 2018

Penedo

In der Nacht fegt ein starker Wind über uns hinweg, es beginnt zu regnen, die Strandpromenade ist menschenleer und die Jangadas bieten einen traurigen Anblick. Der Regen begleitet uns den ganzen Tag bis kurz vor Penedo. Von der Palmenküste sehen wir wenig.

Das ist der erste richtige Schlechtwettertag seit wir unterwegs sind.
In Penedo laufen wir in der Altstadt Gassauf- und ab und zählen die vielen Kirchen.

Farbige Hausfassaden wie in Olinda und Recife, verfallende Häuser neben aufwändig renovierten.

Morbider Charme. Wir parkieren den Brujito in der Nähe des Fährhafens. Morgen setzen wir über den Rio Sao Francisco.
Aerobictraining vor dem Hotel Colonial. Auch die Anfänger (und Rundlichen) sind mit Begeisterung dabei. Vielschwitz.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Aracaju, Policia Turistica

Von der Fähre aus nochmals ein Blick zurück. In Laranjeiras möchten wir ins Museo Afro-Brasileiro. Nur wenige Exponate erinnern an die dunkle Geschichte der Sklavenzeit hier. Dafür ist ein ganzer Saal den Gottheiten „Orixas“ der Candomblé-Religion gewidmet.

Weiter geht es nach Aracaju, zur Tourismuspolizei. Laut IOverlander darf man hier stehen. Freundlich wird uns die Bewilligung erteilt.

Wir parkieren den Brujito, spazieren zum gross angekündigten Océonaria ganz in der Nähe, sehen beim Füttern der Haie zu und werden zu Haistreichlern.

Raue Haut, fast wie grobes Schleifpapier. Ich bin gerührt.

weiter südwärts

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Montag, 15. Januar 2018

Recife, Policia Militar Boa Viagem

Unser Stellplatz hat einen Schönheitsfehler. Da öffentliche Toiletten Mangelware sind und man hinter dem Brujito vor Blicken geschützt ist, wird hier fleissig an die Wand gepinkelt. Plätscher, plätscher. Letzte Nacht wars richtig grusig.
Bevor wir nach Recife aufbrechen, besuchen wir noch das Convento Sao Francisco. Gut erhaltene blauweisse Azulejos an den Wänden erzählen ganze Geschichten. Vergoldete Stuckarbeiten, die Deckenbemalung, die schöne Kapelle, alles in allem ist es sehr beeindruckend.
Das Verkehrssystem der 1.5 Mio Stadt Recife hat so seine Tücken, aber wir finden den als Stellplatz beschriebene Parque Dona Lindu. Leider ist er nichts für uns. Im Park selbst ist das Parkieren verboten. Ausserhalb ist es wenig aamächelig.
Auf dem Parkplatz der Policia Militar do Barrio Boa Viagem dürfen wir bleiben. Klein, laut, aber uns genügt er.

Dienstag, 16. Januar 2018

Porto de Galinhas, Estacionamiento

Viellaut, vielnichtschlafen, vielkaputt am Morgen.
Wir bedanken uns bei den netten Polizisten und fahren weiter in die Stadt. Parkplatz gefunden, sogar mit Autowäsche. Wir spazieren durch den Markt, Früchte, Gemüse, Kräuter, Fleisch, Fisch liegen zum Kauf bereit.

Wir verlassen den Markt, gehen durchs dichte Menschengewühl der Gassen. Plötzlich zuckt Heinz zusammen, duckt sich, greift sich an den Hals und hält sein Goldkettchen mit Anhänger in der Hand welches ihm soeben abgerissen wurde. Der verhinderte Dieb flüchtet durch die Menge. Filmreife Szene. Mir ist richtig übel vor Schreck.
Besuch verschiedener Kirchen und der Capila Dourada.

Im Teatro Mamulengo (Marionette) lassen wir uns den obligatorischen Caipi servieren, dazu gibts einen Teller feines Allerlei vom Buffet.

Nach ein paar vertrackten extra Umwegen verlassen wir Recife und erreichen am späteren Nachmittag Porto de Galinhas.
Es gibt keinen Camping. Wir dürfen auf einem bewachten Parkplatz übernachten.


Abendspaziergang durchs hübsche Städtchen. Gepflegter, sauberer Ort. Macht Laune zu bleiben. Wir kaufen Tickets für eine Jangada-Tour zu den Piçinas Naturais welche sich bei Ebbe draussen innerhalb vom Riff bilden. Start: 08.30

Mittwoch, 17. Januar 2018

Porto de Galinhas, Estacionamiento

Gleich nach dem Frühstück packen wir unsere Badeutensilien und begeben uns zum Hauptstrand. Es herrscht schon ziemlich viel Betrieb. Wir besteigen zusammen mit vier anderen Leuten eine Jangada und schon geht es hinaus ca 500m bis kurz vor das Riff.

Dort werden wir ausgeladen und waten durch fusstiefes Wasser über das Korallendach bis zu den natürlichen Badeteichen. Da sich das Wasser bei Ebbe zurückgezogen hat, bleiben in diesen Teichen viele Fische zurück. Wir steigen ins Wasser und lassen uns von den Fischen das Futter aus den Händen knabbern. Einerseits lustig, aber trotzdem eine zwiespältige Sache.
Am Nachmittag liegen wir gekonnt touristisch im gemieteten Strandstuhl unter dem gemieteten Sonnenschirm und lassen die vielen Händler an uns vorbeiziehen. Was da alles verkauft wird! Fischsuppe, gefüllte Tapioca, gegrillte Langusten, frische Austern, Bier von der Tankstelle, Kokosgebäck, Glacé, Zuckerwatte, Strandtücher, Hängematten, Sonnenbrillen usw. Es wird uns auf alle Fälle nicht langweilig.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Sao José da Coroa Grande, Camping Zeza

Abschied von Porto de Galinhas.
Sobald wir die Ortschaft verlassen haben, führt die Strasse durch eine liebliche, hügelige Landschaft. Zuckerrohrpflanzungen in verschiedenen Reifestadien bedecken die Hügel. So weit man schauen kann, üppiges Grün, durchbrochen vom Rot der Erntewege die sich durch die Felder schlängeln. Wie mir das gefällt!

Im Camping Zeza in Sao José da Coroa Grande stehen bereits ein paar Wohnmobile, alle etwa doppelt so lang wir der Brujito und mit allen Schikanen ausgestattet. Wir suchen uns einen schönen Stellplatz aus, leider unpassend nach der Meinung eines anderen Campers. (Wir haben ihm die Aussicht verstellt). Also haben wir uns gefügt und den Brujito umparkiert. Keine zwei Stunden später stellt sich ihm ein doppelt so langes Fahrzeug vor die Aussicht. Wie er mit denen klar gekommen ist weiss ich nicht.

Freitag, 19. Januar 2018

Sao José da Coroa Grande, Camping Zeza

Ruhige Nacht. Nur raschelnde Palmblätter und das beruhigende Rauschen der Wellen. Morgenspaziergang am Strand, kurzes Bad im Meer, danach Frühstück mit Blick hinaus auf den Atlantik.


Wir geniessen diesen einfachen Camping. Bei Flut ist der ganze Strand unter Wasser. Bei Ebbe kann man weit hinaus ins handwarme Wasser waten. Ein Riff, welches ca 500m vom Ufer entfernt liegt, schützt die Badenden vor hohen Wellen und auch vor Haiangriffen.