Brasilia, Metropole der Architektur

aus dem Tagebuch von Maria:

Samstag, 10. Februar 2018

Brasilia, Hostel da Juventude

Wir kurven durch die weitläufige, sehr grosszügig angelegte Stadt. Beide Touri-Infobüros sind geschlossen, da müssen wir uns selber schlau machen. Der Reiseführer empfiehlt, sich als erstes einen Überblick über die Stadt zu machen.

Daher fahren wir gleich zum Fernsehturm und lassen uns mit dem Lift auf die Zuschauerplattform in 75m Höhe bringen.

Wir sehen; den Fonte Luminoso,

rechts das Museu da Republica, gleich dahinter die Catedral Nossa Senora Aparecida, die Doppeltürme des Palacio do Congreso National, links und rechts davor die Esplanada dos Ministerios und in weiter Ferne den Ponte Juscelino Kubitscheck.

Des weiteren das Fussballstadion Mané Garrincha

und den Complexo Cultural Funarte

…….. und was gibt es Feines zum Znacht? Genau! Richtig geraten. Es gibt ein echtes Schweizer Moitié-Moitié-Fondue.

Das gebastelte Rechaud funktioniert zwar nicht so richtig, aber wir heizen die Pfanne zwischendurch auf dem Gasherd auf. En Guete!

Sonntag, 11. Februar 2018

Brasilia, Hostel da Juventude

Touri-Bus-Tour durch Brasilia. Zum Glück sind ausser uns noch weitere Leute dazugekommen. Ab fünf Personen wird die Tour durchgeführt, wir sind zu sechst. Es geht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Oscar Niemeyers Visionen in Stahlbeton.

Wir beginnen mit dem Memorial Juscelino Kubitchek, Präsident bei der Gründung von Brasilia vor 60 Jahren

passieren die Bibliothek und das Museo Nacional

Die wunderschöne Catedral Metropolitana,

mit einer Kuppel die mich von aussen an eine sich öffnende Kaktusblüte erinnert. Das Tageslicht fällt hell durch viele Glasfenster ins kreisrunde Innere, aber es blendet nicht. Er wolle keine Kathedrale die so düster ist, dass sie gleich an Sünde erinnert, erklärte Niemeyer dazu.

weiter zum Palacio Itamaraty, Ministerien-Hauptquartier

Nächster Halt ist der Platz der 3 Kräfte, Praça dos Tres Poderes,

mit dem Tribunal, Präsidenten-Palast und dem Kongress

 

Ponte Juscelino Kubitscheck ….

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zum riesigen Park mit dem eher unspektakulären Palacio da Alvorada, dem Sitz des Präsidenten.

?

Weitere Gebäude wie Theater, Militärquartier, Santuario Don Bosco ( Patron von Brasilia ) imponieren mit der filigranen 60 – jährigen Architektur. 

Immens die weiten, grünen Flächen, riesige Autobahnen mitten durch die Stadt, moderne Gebäude ….

Wir gönnen uns ein superfeines Almoço im Restaurante Madero. ( Cordero mit einer leckeren Pfeffersauce, die wir mit noch warmem Pao Frances bis zum letzten Tropfen auftunken).
Gestärkt gehen wir zum Eixo Monumental. Hier findet heute der Carnaval statt. Wir sitzen im Schatten eines grossen Zelts und warten auf das Ereignis. Die Strasse füllt sich mit vielen kleinen Verkaufsständen. Sicherheitsleute überall.

Riesige Wagen stehen im Abstand von ca. 100m quer zur Strasse, die Soundanlagen machen sich gegenseitig Konkurrenz. Gruppe um Gruppe junger Leute flanieren von einem Wagen zum nächsten, singen und tanzen und trinken. Viele tragen 5l Flaschen gefüllt mit Fruchtsaft mit sich, der mit Wodka angereichert wird. Bei dieser Hitze ein Hammer.
Es ist wie Streetparade à la Brasilia.

Montag, 12. Februar 2018

Brasilia – Tres Marias, Posto Shell

Hostel da Juventude

 

unsere aktuelle Reiseroute:

Vielleicht sehen wir doch noch einen authentischen Carnaval. Diamantina ist unser Ziel. Wir nehmen die nächsten sechshundert Kilometer unter die Räder. Sehen Ananastransporter,

Kokosnusstransporter, Tiertransporter (einer überholt uns wie blöd) Holztransporter usw.

Nachtstopp im ausserordentlich gepflegten Posto Shell, bei Tres Marias. Herrliche Aussicht auf den grossen Stausee, Sonnenuntergang inklusive.

 

Dienstag, 13. Februar 2018

Tres Marias – Diamantina, Camping Sao Pedro

Lärmige Nacht. Erst mit Ohrenstöpseln ein wenig geschlafen.
Weiter geht es. Nach Curvelas (irgendwie stimmiger Name) über kurvige Strasse,

über bewaldete Hügel hinauf auf über tausend Meter nach Diamantina. Auf der Praça stehen Zelte und Verpflegungsstände bereit. Wir fahren durch die Altstadt auf unsäglich holperigen, mit Steinplatten gepflästerten, steilen Gassen.

Jede zweite ist wegen dem Carnaval gesperrt. Einige mit dem Brujito nicht passierbar. Im Schritttempo hötterlen wir eine meeega steil abfallende Gasse hinunter. Valparaiso lässt grüssen.

Wohltuende Ankunft im Camping Sao Pedro. Der Stress lässt langsam nacht.

Um fünf steigen wir wieder in den Ort hinauf, gerade zum Auftakt des Umzugs. Hier wird eine Strassenfasnacht gefeiert. Voraus ein Fahrzeug, darauf das Frosch-Maskottchen des Blocos „Sapo Seco“ und hinterher der Umzug. Auffallend viele Männer, meist junge, mit viel Lust und Ideenreichtum als Frauen verkleidet. Welch eine Show. Einige trippeln auf High-Heels, mehr oder weniger gekonnt, hinter der Musik her. Frauenröcke in allen Farben, BHs auf ausladenden Busen ebenso.

Ständig geht es aufwärts. Um halb acht erreicht der Umzug sein Ziel am Hauptplatz. Die Trommler und Trompeter, die Maskierten und Zuschauer feiern das Finale.
Leicht angemüdet laufen wir stadtabwärts, sitzen zu den Klängen eines Life-Konzerts in ein Beizli, und feiern unseren Carnaval mit Caipi und Fischznacht.

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