Hasta la Pasta

Wir verbringen 5 Tage beim Nudel-Rene und seiner Marion.

Aus dem Tagebuch von Maria:

Altos, Hasta la Pasta

Bis um drei liege ich wach. Regen trommelt aufs Dach und der Donner grollt mal nah, mal weiter entfernt.
Gegen elf Uhr fahren wir nach San Bernardino hinunter. Ich möchte soo gern einmal den bekannten Agromarkt sehen. Zuerst wollen wir Dollars wechseln, in der Bank warten jedoch so viele Leute, dass wir Geld aus dem Automaten beziehen.
Seit diesem Frühjahr gibt es einen zweiten Markt auf halbem Weg von Altos nach San Bernardino. Da es in Strömen regnet findet er in einer Halle statt. Es gibt vor allem deutsche Haushalt- und Pflegeprodukte, aber fast keine Esswaren. Eine Limoncelloflasche hüpft in unseren Einkaufskorb, wenigstens etwas. Ein wenig desillusioniert machen wir uns auf den Weg zum zweiten Markt, auch der in einer Halle. Wir parkieren und waten durch aufgeweichtes Erdreich. Und sind überrascht wieviele Leute hier deutsch sprechen. Nebst den gleichen Produkten wie im unteren Markt gibt es einen Käsestand mit Tilsiter, Appenzeller, Raclette, Sbrinz und weiteren Käse. Wir kaufen ein Cabra-chäsli und ein schönes Stück Appenzeller. Nebenan gibts feine Wurst- und Fleischwaren. Auch da können wir nicht widerstehen und zuletzt ergattere ich noch ein helles Brot. Miammm.
Immer wieder werden wir von den Leuten angesprochen, viele von ihnen sind eingewandert aus der Schweiz, Österreich oder Deutschland. Annemarie, eine Deutsche, seit kurzem Landbesitzerin, lädt uns ganz spontan zu einem Treffen und gemeinsamen Znacht nach Areguà ein. Machen wir gerne.
Bei Marion gibts Cordon Bleu, einen wunderbaren Salat, Malbec und zum Dessert echtes Vanilleeis.

 

Besuch im Refugio Marianela, Atyra

Nach einem feinen Zopffrühstück (Danke Marion) mit Dreiminutenei, machen wir uns auf den Weg nach Atyra. Dort wurde vor vierzehn Jahren von der katholischen Kirche ein grosses Refugio gebaut. Ich habe einen sturmen Kopf und Schluckweh und bin am Niessen und Schneuzen und führe Heinz zuerst in die Pampa. Aber wir finden den Weg dann doch.

Die Anlage ist eindrücklich gestaltet, Vieles erinnert an italienische Klöster aber auch an die Bauten der Jesuiten in den Reduktionen. Schöne Schnitzereien zieren die Türen zu den Gästezimmern, die Böden sind mit Mosaiken verziert. Es sind wenige Besucher hier auf und es wirkt eher unbelebt. Wir fahren „nach Hause“, geniessen die Ruhe vom Hasta la Pasta und freuen uns aufs Lomito mit Tagliatelle und Pilz-Rahm-Sauce à la Marion.

 

Nachtessen in Areguà

Beginne den Tag mit Neocitran und sturmem Kopf. Wetterbedingte Programmänderung. Heute Waschtag, Heinz möchte den Esstisch lackieren, da kein richtiger Lack vorhanden ist, geht es leider nicht. Der ganze Nachmittag ist der Montage vom neuen Moskitonetz gewidmet. Geschafft. Zwar müssen noch ein paar Verbesserungen gemacht werden, aber der Anfang ist Vielversprechend. Um halb sechs treffen wir Annemarie Schwinges in Areguà vor dem Super6 und fahren anschliessend zu einer Pizzeria. Hier treffen sich die deutschen Auswanderer zum Stamm, uns wird in ihrer Mitte Platz gemacht und wir verbringen einen unterhaltsamen Abend mit interessanten Gesprächen.

Asuncion

Wenn sie nicht gerade verstopft ist, läuft meine Nase unaufhörlich. Bäh. Da wir vor unserem Brasilien Trip neue Batterien kaufen wollen, fahren wir nach Asuncion. In der gleichen Werkstatt, die uns im Februar den Alternator repariert hat, montiert man uns die mitgebrachte, neue Armatur in der Küchenzeile. Währenddem die Arbeit ausgeführt wird, demontiert Heinz den Beifahrersitz. Anschliessend fahren wir auf die gegenüberliegende Strassenseite und Heinz baut mithilfe des Verkäufers die alten Batterien aus und neue, stärkere ein.
Suuupergenial, alles funktioniert tadellos.
Wir unterbrechen die Heimfahrt in Luque, hier hat es viele Juwelierläden und die meisten sind auf Silberarbeiten spezialisiert. Am Besten gefallen mir die mit Silber ummantelten Guampas aus Kuhhorn, die traditionellen Trinkgefässe für den Tereré und die silbernen Bombillas. Aber eben. Brauche ich das? Nein. Fall erledigt.
Letztes Nachtessen bei Marion und Rene. Fleischspiesse mit Salat. Lecker.

Neue Gäste sind eingetroffen. Ein französisches Paar mit einem Renaultlastwagen, sie sind bereit in Paraguay sesshaft zu werden. Ein schweizerisches Paar, er, ehemaliger Crossairpilot 68, sie, Brasilianerin 40, und seit vier Jahren verheiratet, wollen vorläufig hier bleiben.

Laguna Blanca

Aufräumen, Boden aufwischen, Wasser bunkern, unsere Rechnung bezahlen etc. Jetzt gilt es ernst. Wir wollen weiter. Gegen Mittag umarmen wir Marion und René zum Abschied (wir kommen wieder) und fahren die 8Km Sandpiste in Richtung Ruta 3. Es geht gut voran, der Verkehr ist nicht zu dicht und gegen fünf Uhr erreichen wir die Laguna Blanca, wunderschön gelegen in einem grossen Camp. Bei Froschgesang und Grillengezirp taucht die Sonne die Wolken in oranges und rotes Licht. Einzig die keiben Flüügeli verderben das draussen Sitzen.

Zum Znacht gibts Pouletschänkeli, Gemüse und Flan.

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