Vom Pantanal an den Amazonas

aus dem Tagebuch von Maria:

Sonntag, 19. November 2017

Nach dem üppigen Znacht fällt das Frühstück bescheiden aus. Ein paar Traubenbeeren, je ein halber Apfel und 1 Guezli zum Nespresso.
Heutiges Ziel; Cuiaba. In endlosem Auf und Ab führt die Strasse hinauf über Hügelkuppen und wieder hinunter in Flusssenken. Wir teilen die Fahrbahn mit vielen Lastwagen, bergab geben sie Vollgas und erreichen darauf mit letzter Kraft den nächsten Hügel. Da muesch ächt alles gäh!


Am späten Nachmittag erreichen wir den Parque Sinuelo und werden mehr als gastfreundlich empfangen. Ein Übernachtungsplatz wird uns zugewiesen, Stromanschluss inklusive, und das Banheiro testen wir am nächsten morgen. Und….. nach dem Apero mit Caipirinha und dem Znacht mit Cabernet, und dem (sagen wir mal) Limoncello, bin ich käppelet und nicht mehr zurä$chnungsfmumpf. Guet Hicks.

Montag, 20. November 2017

War das ein Erwachen. Kurzer Versuch aufzustehen, nein, geht nicht. Mir ist soooo übel. Nach einer kurzen Dusche leg ich mich wieder ins Bett. Wie kann man nur so blödsinnig viel trinken.
Gegen elf Uhr habe ich mich soweit erholt, dass wir losfahren können. Wäschestopp auf der Umfahrung von Cuiaba. Ab Mittwoch ist die Wäsche wieder abholbereit. Dann geht es weiter nach Poconé. Gross einkaufen geht nicht, da heute ein Feiertag ist. Aber Wasser, Chorizo und Gummibrötchen gibt es in einem kleinen Laden. Wir erreichen das Tor zur Transpantaneira,

Rein ins Pantanal

der Abenteuerstrasse die durch das Pantanal führt. Über hundert Brücken gibt es auf dem Weg bis nach Porto Jofre. Die ersten Brücken führen über Sumpfland.

Jacarés liegen zwischen den Wasserhyazinthen, Fischreiher lauern bewegungslos auf Beute, Jabirus staken mit ihren langen Beinen im Sumpf. Spannend.

Kaimane erwarten uns

er hat Hunger


Die neuen Betonbrücken sind alles andere als schön und ihr Bau hat viel Flurschaden verursacht.


Im Vitoria sind wir die einzigen Gäste und haben den schönen Park und die Pileta für uns allein.
Fliegende Termiten belagern den Brujito am Abend.

Termiten wollen in den Brujito

Dienstag, 21. November 2017

Leider finden keine Touren ins Pantanal statt. So bleiben wir hier auf der Estancia, schauen den vielen Vögeln und anderen Tieren zu, baden, lesen und geniessen die schöne Anlage.
Marcus bringt uns einen grossen Pacu fürs Nachtessen.

verschnittener Pacu für den Grill und unseren Magen

Ein Gewitter kühlt die Luft ein wenig ab.
Morgen geht es weiter.

Mittwoch, 22. November 2017

Vor der Abfahrt ein kurzer Ausflug zum Aussichtsturm mit Marcus. Vom nächtlichen Tapirbesuch sehen wir nur die Fussspuren.

Marcus mit Anti-Mosquito-Wedel

Auf dem Weg nach Poconé passieren wir wieder die Sümpfe und füttern den Jacarés die Reste vom Pacu.
Luis und seine sympathische Frau öffnen extra für uns ihren Laden damit wir ein Reiseandenken kaufen können. Wir erstehen 2 hübsche rote Araras.


Poconé war bis vor ca 20 Jahren eine Goldgräberstadt. Jetzt sind nur noch wenige Minen in Betrieb.

Grosseinkauf im Supermercado und danach übernachten wir ausserhalb von Varzea Grandes auf einem Truck-Stopp.

Donnerstag, 23. November 2017

Laute Nacht, viele Lastwagen. Vor der Abfahrt heisst es Wasser bunkern und dann geht es wieder los.
Der Brujito frisst heute Kilometer. Die Landschaft wechselt von flach zu hügelig, mal hässlich gerodet, mal üppig bewachsen mit Wald.


Für die Nacht stoppen wir bei einem Lastwagen-Posto. Nicht zu nah bei den Trucks aber sicher im Blickfeld der Tankstelle und des Restaurante.

Freitag, 24. November 2017

Wieder unterwegs, fallen mir Palmen auf, die ich vorher noch nie gesehen habe. Wie ein grünes, baumgewordenes Feuerwerk stehen sie da. Ich kann mich kaum daran satt sehen.

Nach einem weiteren, grossen Streckenabschnitt erreichen wir Vilhena. Wir fahren die Strassen auf und ab und fragen schlussendlich bei der Polizei um einen Übernachtungsplatz. Certo, es posivel. Gleich neben dem Polizeigebäude. Und 24h bewacht.


Wir sind gerade mit dem Znacht fertig, da klopft ein Polizist an die Türe. Bitte mitkommen, er will uns etwas zeigen. Auf einem ummauerten Nachbarsgrundstück stehen viele Bäume. Tausende Vögel sammeln sich in der Abenddämmerung in den Baumwipfeln. Ein Vogelkonzert ohne gleichen. Herrlich.

Samstag, 25. November 2017

Unterwegs treffen wir immer wieder auf Ziegelbrennereien. Hier wird mit Holz eingefeuert und die Ziegel haben unterschiedliche Schmauchspuren.


Als unser heutiges Ziel haben wir Ji-Parana im Pocket Earth markiert. Im I-Overlander wird dort ein Balneario empfohlen. Wir kurven durch die Ortschaft, lassen uns durch eine vom Regen unpassierbar gewordene Strasse noch nicht abschrecken und versuchen es auf einem anderen Weg. Erst beim Anblick der Anlage geben wir unser Vorhaben auf. Eine durch Regen erodierte Einfahrt und dahinter auch nichts „Aamächeligs“, da fahren wir lieber weiter bis nach Ouro Preto do Oeste.
Die Polizeistation vor Ort liegt gleich neben dem Untersuchungsgefängnis. Der wachhabende Polizist meint das sei für uns nicht sicher genug. Also übernachten wir einmal mehr auf einem gut besuchten Posto.

Sonntag, 26. November 2017

Heute wollen wir Porto Velho erreichen und nehmen die restlichen Kilometer unter die Räder. Die Strasse ist streckenweise in einem schlechten Zustand. Viele Löcher im Asphalt und im Ausgleich zu gestern sind viele Lastwagen unterwegs.
Porto Velho begrüsst uns mit Blitz und Donner, aber der grosse Regen bleibt aus.

Wir erreichen das Hotel Regina (Empfehlung aus einem Reiseblog) und denken dass wir hier auf dem Parkplatz stehen und im Camper bleiben können. Falsch gedenkt. Wir mieten uns daher im Hotel ein, beziehen ein Zimmer mit Air-Condition und freuen uns auf eine gekühlte Nacht. Im Remanco do Tucunaré wird uns eine vorzügliche Moqueca de peixe serviert. Mmmmmhhh soo fein, beim Schreiben läuft mir gleich wieder das Wasser im Mund zusammen.

Montag, 27. November 2017

Im Hotel Regina gibts ein überraschend feines Frühstück. Vier verschiedene Fruchtsäfte, frische Ananas, Minibanäneli, Guaven, ein wenig Schinken und Käse, Rührei, Brötli, Butter, Konfi und zwei verschiedene Kuchen. Ich halte mich an die Früchte und feinen Säfte.


Schon um halb eins sind wir im Besitz des Schiffsbilletts nach Manaus. Nach einigem Hin- und Her, von einer Seite der Brücke zur anderen und zurück, bei drei verschiedenen Anlegestellen, vielen Fragen und Auskünften, entscheiden wir uns für das Schiff von Pedro Vieira,

ein Stückguttransporter mit einem Platz für den Brujito zuvorderst auf der Ladeplattform und für stolze 830.- USD.

Dienstag, 28. November 2017

Am Morgen rumpelt ein Gewitter über unsere Köpfe hinweg. Um halb elf ist es bereits wieder drückend heiss. Wir besuchen den Mercado Central, sehen uns die drei Wassertürme, eine weitere Sehenswürdigkeit an und laufen über den kleinen Kleidermarkt.

Mobile Coiffeur-Anlage

Moto-Taxi

es ist heiss … aber trotzdem gemütlich und lustig

Das eher bescheidene Warenangebot macht deutlich dass Porto Velho keine wohlhabende Stadt ist. Viele Ladenlokale sind verlassen. Die Wohnhäuser ducken sich hinter hohe, mit Stacheldraht oder mit Glasscherben bestückte Mauern.
Aber die Menschen sind ausnahmslos freundlich.


Der Brujito bekommt eine Aussenwäsche und während es draussen bereits wieder gewittert und regnet wie aus Kübeln, sitzen wir im gekühlten Zimmer am PC oder I-Pad und erledigen unsere Büroarbeit.

 

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