Wir sind angekommen ……………..

Liebe Familie und Freunde,

wir sind nach unserer Rundreise Brasilien wieder gesund und munter in Paraiso Suizo in Uruguay angekommen. Wir werden wie die letzten Male ein paar Tage hier verbringen, putzen unseren Brujito, reparieren soweit wir können und bereiten uns und unser Gepäck auf den Heimflug mit der Lufthansa vor.

Es bleibt uns auch etwas Zeit, ein Fazit unserer Brasilienreise zu ziehen ….. was haben wir erwartet, was haben wir Grosses erlebt und wo haben wir vielleicht einige Abstriche akzeptieren müssen.

Zusammen Reisen

Nach 5 Monate auf kleinstem Raum, auf ganzen 10m2 Fläche, haben wir immer noch nicht genug voneinander und verstehen uns immer besser. Wir sehen die gleichen Schmetterlinge, Vögel, Fische oder was auch immer, bewundern die wunderschöne Landschaft und erfreuen uns an den interessierten Reisenden oder Südamerikanern. Wir haben unsere Tätigkeiten aufeinander abgestimmt, das geht von Hand zu Hand, keine bösen Worte oder Gedanken ….. wir freuen uns auf den nächsten Tag.

Brujito

Von unserem Brujito sind wir absolut überzeugt. Das ist nun einmal für uns das ideale Fahrzeug. Obwohl so erste Verschleissproblechen auftauchen, die werden gelöst und sind bis heute nicht gravierend oder beeinträchtigend. Am meisten schmerzt mich die kaputte und verbeulte Hecktüre, ansonsten haben wir im Auto alles was wir brauchen und erlauben uns immer noch jeden Morgen den obligaten Nespresso-Kaffee. Wir haben 15000 km in den 4 Monaten abgespult, und keinen einzigen Platten eingefangen. Wir pflegen und putzen ihn, und sind immer stolz, wenn er von Weitem am Parkplatz auf unsere Rückkehr wartet.

Reiseformalitäten, Polizei, Militär, Grenze, Sicherheit

Wie erwähnt, sind wir über 4 Monate in Brasilien rumgefahren. Nach 3 Monaten versuchten wir, auf der Policia Federal eine Aufenthaltsverlängerung zu erhalten. Vergebens. So haben wir uns entschlossen, schwarz über die Grenze nach Uruguay zu fahren und ohne Ausreisestempel Brasilien heimzureisen. Eventuelle Bussen oder Konsequenzen wären erst bei einer erneuten Einreise wirksam. Die Polizei und das Militär ist viel unterwegs, sie markieren Präsenz und kontrollieren auch häufig einheimische. Für uns war dies eigentlich beruhigend, wir wurden nur einmal an einer Kontrolle wegen Fahren ohne Licht angehalten. Aber ausser einer Mahnung ergab sich nichts. Viele Polizeiposten an der Strecke sind zwar besetzt, aber die Herren sind im Häuschen drin und zeigen sich nicht. Obwohl alle Brasilianer uns vor Dieben und Gesindel warnten, wir fühlten uns absolut sicher und nie irgendwie bedroht. Einziges Negativ-Erlebnis der Diebstahl unseres Natel aus dem Wagen. Aber da waren wir schon etwas zu naiv und unvorsichtig.

Auf der Karte

Die geplante Reise Rund-Brasilien haben wir genauso realisieren können wie geplant und ist auf der Karte ersichtlich. Die 15000 km ohne nennenswerten Probleme haben wir grösstenteils auf geteerten Strassen realisiert. Die ekligen Lombadas, die Quer-Schwellen zur Verkehrsberuhigung sind schon gewöhnungsbedürftig, aber eben auch effektiv. Wir haben uns daran gewöhnt, wir werden sie vermissen.

Höhepunkte der Reise

Auch wenn für mich landschaftlich keine so markanten Highlights wie in Argentinien der Torres del Paine, der Perito Moreno, Fitz Roy , der Altiplano usw. besucht wurden, so haben wir doch die wesentlichen  Höhepunkte wie der Pantanal mit dem Rio Prata bei Bonito, der Amazonas, die Nordostküste mit den herrlichen Stränden, die Hauptstadt Brasilia, der Süden mit den Goldgräberstädtchen Ouro Preto und dann die herrliche Stadt Rio mit Zuckerhut und Corcovado, und schlussendlich die Küste hinunter bis Uruguay gesehen und erlebt. Auch wenn uns die Regenzeit teilweise die Route diktiert hat und es in den letzten Wochen etwas feucht vom Himmel tropfte, das heisse Klima mit dem warmen Meer hat uns enorm fasziniert.

Stell- und Schlafplätze

Geschlafen haben wir immer gut und ohne Probleme. Seien es mal Hunde, oder dann die Hitze, oder die Frühaufsteher von Brasilien, die Lastwagenfahrer oder die Hobbysportler am Strand, gehört haben wir immer etwas. Das Brasilianisch ist eine rauhe Sprache und der Brasilianer hat eine laute Aussprache ( höflich ausgedrückt ) Aber so fühlten wir uns integriert und nahmen teil am brasilianischen Leben.

Kulinarisches

Gegessen haben wir sicher nicht wie Könige, da entspricht die Esspalette sicher nicht unbedingt meinen Vorstellungen und Lieblingsspeisen. Das Essen auf dem Amazonas war eher karg, Fisch und Crevetten gabs zwar kiloweise, Fleisch eigentlich auch, aber in den Supermärkten eher von der minderen Qualität.  So haben wir relativ einfach gespachtelt und entsprechend auch 1-2 Kilo abgenommen.

Der Brasilianer

Der Brasilianer ist sehr hilfsbereit und interessiert an fremden Gästen wie wir. Die hellhäutigen sind grösstenteils portugiesischem Ursprung, die dunkleren Einwohner jedenfalls afrikanisch orientiert. Die Verständigung hat ohne Schwierigkeiten geklappt, allerdings kann man die Brasilianer nicht gerade als Sprachgenies bezeichnen. Beim Gespräch und Erklären sprudeln sie drauflos und hoffen, dass wir sie verstehen. Die Schulbildung dürfte eher etwas einfach sein, und in vielen Teilen des Landes überwiegt die Landwirtschaft und damit auch das karge und einfache Leben in ihren Hütten. Ihre Beschäftigung beschränkt sich auf das Feilhalten von Produkten am Strassenrand, teilweise 10 gleiche kleine Verkaufsstände hintereinander, da hocken sie im Schatten der Palmen und warten auf die wenigen Interessenten. Viel Freude erwecken sie im Alltag nicht, erst beim näheren Gespräch kommt gegenseitiges Interesse auf.

Wie weiter

Unsere Sudamericana geht weiter. Wir sind uns über die Reiseziele noch nicht ganz im Klaren. Es stehen 2 Optionen zur Auswahl:

–          Nochmals eine Runde Süden mit Argentinien und Chile

–          Panamericana nordwärts bis Kolumbien mit Bolivien, Peru und Ecuador

Mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang in Punta del Diablo von Uruguay  beschliessen wir unseren Sudamerika-Blog. Wir sind glücklich, dass wir trotz den teilweise überschrittener 70-er-Grenze und allen gesundheitlichen Strapazen zum Trotz weiterhin Lust aufs Reisen und Leben haben.

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