Autor: <span class="vcard">Heinz Schelbert</span>

Nach Lima

Aus dem Tagebuch von Maria:

22. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala

Heute verbringen wir den Tag mit Schreibarbeit, Schreibarbeit und Büro. Heinz kämpft, nach einem Update, mit der neuen Gliederung der Homepage. Alles ist ein wieder ein bisschen anders. Aber das ist ja auch nichts Neues. Und ich bringe mein Tagebuch auf den aktuellsten Stand.

23. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala

César, Betty und Nikolas laden uns ein mit ihrem Camper ins Valle Sagrado, das heilige Tal, zu fahren.

Erster Stopp in Pisac, berühmt für seinen Markt der einen guten Teil der Ortschaft in Beschlag nimmt. Laut Reiseführer soll es vor lauter Touristen fast kein Durchkommen geben. Wir sind erstaunt nur ganz wenig Leute anzutreffen. Stand an Stand, wieder beinahe dieselben Sachen. In den Gassen treffen wir auf Indigena-Frauen, schön zurecht gemacht, in reich bestickten Kleidern und lustigen Hüten.

Pisac

Alle tragen farbige Mantas (Tragetücher) mit sich und je nachdem schaut ein Kindergesicht daraus hervor, oder sogar ein kleines Zicklein. Für ein paar Soles hoffen sie fotografiert zu werden. Und, MIST! ich habe das Geld im Brujito vergessen. César leiht uns zwar zwei Hundert-Soles-Noten. Aber niemand will/kann sie uns zu Kleingeld wechseln.
Also keine Fotos ;0(.
Wir fahren durch das Tal weiter und hinauf zu den Salzterrassen von Maras. Zum Glück sind die Terrassen noch von der Sonne beschienen, bald wird sie hinter den hohen Bergen verschwinden. Sehr eindrücklich liegen ca. dreitausend Sinterbecken am Berghang. Sie werden durch ein Bächlein mit natürlicher Sole gespiesen und leuchten in verschiedenen Weiss-Schattierungen . Von März bis Oktober wird hier Salz gewonnen. Ein heftiger Wind bläst uns zurück zum Auto.

Salzbecken in Maras


Bei der Inka-Anlage in Moray wird einfach zuviel für den Eintritt verlangt. Wir verzichten.


24. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala

Heilig Abend auf dem Camping. Auf dem Programm steht heute 

1. Brujito waschen. 

2. Einkaufen. 

3. Tisch reservieren für ein feines Nachtessen. 

4. Heilig Abend

Fazit:

Brujito waschen nicht möglich.

Einkaufen schon.

Kein Platz im Cicciolina, wo ich gerne hinmöchte. 

Der Nachmittag vor Heilig Abend, letzte Einkaufsmöglichkeit. Verkehrschaos. Wir bleiben mit dem Brujito beinahe auf einer unsagbar engen und steilen Strasse hängen. 

Käse-Fondue zum Znacht.

Danach setzen wir uns noch eine Weile zu den anderen Reisenden zu einer Heilig Abend Runde.

In Gedanken sind wir bei unseren Familien zuhause.

25. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta LalaIm Ciocciolina

Ausschlafen. Am Nachmittag besuchen wir das Museum für Präkolumbianische Kunst. Schöne Exponate. Eindrücklich gut erhaltene Keramiken, Silber- und Goldgegenstände.

Wir beschliessen unseren Rundgang durch Cusco bei einem Pisco, untermalt von Charango und Sikumusik. Danach versuchen wir im Cicciolina, angesagt bestes Restaurant von Cusco, zwei Plätze zu ergattern. Es hat. Wir geniessen ein feines Essen in spezieller Atmosphäre. Draussen sträzt es wie aus Kübeln.

26. Dezember 2018 Cusco – Yaca, Quinta El Huerto

Cusco + Umgebung

Nach sieben Nächten verlassen wir die Quinta Lala und Cusco in Richtung Nazca. Die Strasse ist gut ausgebaut und bringt uns zuerst von 3300m hinunter auf 2500m, dann hinauf auf über 4000m und wieder hinunter auf 2000m über unzählige Haarnadelkurven. Die Fahrt durch Abancay wird uns in Erinnerung bleiben. Verlotterte Betonstrassen mit kratergrossen Löchern, die halbe Stadt eine Baustelle. Mitten im Verkehrschaos ein verstaubter Markt. Hinter Bretterverschlägen türmt sich der Güsel. 

Wir erreichen unseren Stellplatz in der Quinta El Huerto in Yaca rechtzeitig vor dem Regen. Spaghetti-Znacht.

27. Dezember 2018 Yaca, Quinta El Huerto – Peaje Pampa Galeras

Die Fahrt geht weiter. Lange folgt die Strasse einem Flusslauf, wir erliegen einer optischen Täuschung. Die Strasse führt scheinbar abwärts und der Fluss fliesst bergauf. Auch beim zehnten Mal hinschauen bin ich überrascht.

Wir überwinden wieder zwei hohe Pässe. Auf 3700m übernachten wir bei einer Zahlstelle und haben einen ganzen Platz für uns alleine. Ein schweres Hagelwetter hat vergangene Nacht das Dach der Raststätte beschädigt, die Deckenplatten hängen herunter, alles ist durchnässt. Zum Glück waren wir noch nicht hier. Zum Znacht gibts René-Hörnli mit Böleschweizi und Käse, dazu Chorizo. Auch fein.

28. Dezember 2018 Peaje Pampa Galeras – Nazca, Hotel Maison Suisse

Unendliche Berglandschaften

Ruhige Nacht. Am Morgen passieren zwei Motorradfahrer die Zahlstelle. Wir winken, sie winken zurück und halten für einen kurzen Austausch an. Silvia Giannetti, welche schon zweimal am Dakar Rallye teilgenommen hat, und ihr Begleiter, sind auf einer Social Tour und sammeln Gelder für Cooperativen wie Organic Sur und Fairtrade. Und für über fünftausend Kinder im peruanischen Regenwald, welche mit Schulmaterial und anderen Sachen versorgt werden. Che brava.

Danach nehmen wir die gefühlten tausend Kurven hinunter nach Nazca unter die Räder. 

Nazca, staubige, unsagbar schmutzige Stadt. Durch die berühmten Scharrbilder in der Wüste ist sie bekannt geworden und zehrt nun vom Tourismus. In der Hotelanlage La Maison Suisse möchten wir  zwei Nächte verbringen. Wir buchen beim Hotelbesitzer Franklin für morgen einen Flug über die Nazca-Linien. Zur Einstimmung gibts für mich ein Stugeron als Bettmümpfeli.

29. Dezember 2018 Nazca, Hotel Maison Suisse

Nasca Linien

Um  9 Uhr sind wir bereit um auf den Flughafen zu fahren. Dort angekommen dauert es aber noch beinahe zwei Stunden bis wir zum Flug aufgerufen werden. Zusammen mit drei Leuten aus Korea werden wir in ein kleines Flugzeug verfrachtet. Kopf einziehen, Beine zusammenlegen, irgendwie geht es dann schon. Angeschnallt und mit Kopfhörern versehen werden wir von der hübschen Copilotin instruiert wie wir uns zu verhalten haben. Dann holpert das Flugi über die Piste und hebt ab. Die Scharrbilder in der Wüste vor Nazca sind vor ca. 2000 Jahren entstanden. Eine Theorie besagt, dass es sich um einen riesigen Aussaat- und Erntekalender handelt. Nach Erich von Dänikens Theorie sind es Informationen von Ausserirdischen. Ich lasse das mal so stehen. Jedes Bild wird einmal von rechts und links angeflogen damit alle Passagiere ihre Fotos machen können. Stugeron sei Dank, wird es mir auch nicht schlecht. Es braucht anfänglich  etwas Übung die Zeichnungen zu erkennen, denn die Wüste ist von vielen Linien 

durchzogen. Da es durch die Luft-Turbulenzen im Flugzeug rüttelt, wird auch nicht jedes Foti gut. Zum Schluss überfliegen wir die spiralförmigen Aquädukte, die einst für die Wasserversorgung hier in der Wüste lebensnotwendig waren und immer noch sauberes Wasser führen. Flugtaufe bestanden, aber jetzt bin ich tillt.

30. Dezember 2018 Nazca, La Maison Suisse – Ica, Camping Sol y Dunas

Bevor wir weiterfahren, machen wir einen Abstecher zur Nekropole von Chauchilla, einer grossen Inka Begrabungsstätte. Hier wurden viele Mumien und Grabbeigaben gefunden und ein Rundgang vorbei an verschiedenen Grabstätten eingerichtet. 

Chauchillas

Als letztes schauen wir die Aquaedukte von Cantayoc aus der Nähe an. Rechts- oder linksdrehend in Spiralform, reichen die Öffnungen bis zu 8 Meter unter die Erdoberfläche zu einem unterirdischen Kanalsystem. Hier fliesst sauberes Wasser und hat damals den Bewohnern das Leben in der Wüste ermöglicht.

Wir wollen bei Ica, in der Oase von Huacachina, Sylvester und Neujahr verbringen. Der Ort ist jedoch hoffnungslos überfüllt. Bei Lucio im Camping Sol y Dunas finden wir neben einer hohen Sanddüne einen ruhigen Stellplatz.

31. Dezember 2018 Ica, Camping Sol y Dunas

Wir beschliessen Sylvester hier im Sol y Dunas zu verbringen. Zuerst Wäsche bringen (über 7 kg), dann Einkaufen. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe trifft sich zur Sylvesterfeier im Camping. Es gibt Parilla, einen russischen Salat und von Lucio unzählige Pisco-Shots bis die Flasche leer ist. Mit viel Feuerwerk wird 2019 begrüsst und wir stossen auf ein friedvolles, schönes neues Jahr an.

1. Januar 2019 Ica, Camping Sol y Dunas

Traumhaft ruhige Nächte, heisse, sandige Tage. Wir fahren erst morgen weiter. Happy New Year an alle.

2. Januar 2019 Ica, Camping Sol y Duas – Rancho Grande am Pazifik

Den Sand aus den Kissen schütteln und weiter geht es in Richtung Lima. Erneuter Versuch unsere Gasflaschen zu füllen. Negativ. Der Arbeiter hinter dem Gitterfensterchen schaut sich unsere Flaschen nicht einmal an. „No anda“ oder übersetzt “Kei Luscht“.

Dafür haben wir am zweiten Ort wirklich das Glück, einen engagierten Arbeiter anzutreffen. Er läuft mehrmals mit den Gasflaschen zur Füllstation und zurück bis es klappt. Muchas Graçias! Und wir sind eine Sorge los.

3. Januar 2019 Nuevo Canete, Rancho Grande

So nahe an der Panamericana hört man die ganze Nacht den Lastwagenverkehr. Der Himmel ist bedeckt. Kühler Wind. Wir fahren jedoch erst morgen weiter. Ein Pisco Sour und kolumbianische Empanadas zum Zmittag und ein Spaziergang zum Meer sind Programm. Grosse Überraschung! Wir befinden uns auf einer ca. 100 Meter hohen Sandklippe über dem Pazifik. Von hier aus kann man höchstens hinfliegen.

Das Rancho Grande ist ein Familienbetrieb. Ursprünglich aus Kolumbien, hat sich die Familie in Peru niedergelassen und betreibt das Restaurant und den Camp mit viel Herzblut und Herzlichkeit. Ein argentinisches Ehepaar hat die Küche unter sich und das Essen können wir wärmstens empfehlen.

4. Januar 2019 Campo Grande – Pucusana

Eine herzliche Umarmung zum Abschied und wir fahren weiter auf der Panamericana. Zuerst durch staubtrockene Wüste. Grosse Hühnerzuchtbetriebe stehen in der flimmernden Hitze. Bei San Vicente de Canete ein weites grünes Tal. Tomaten, Maniok, Mais, Zitrusbäume und mehr. Am Pazifik moderne Feriensiedlungen.

Pucusana, hübscher Fischerhafen, in der Bucht unzählige Boote. Wir finden einen Stellplatz auf einer kleinen Terrasse direkt über dem Boqueron del Diablo. Die Brandung vom Pazifik wird durch einen natürlichen Tunnel im Fels gepresst und gischtet in eine kleine Bucht. Meeresrauschen-Serenade.

5. Januar 2019 Pucusana – Barranco, Lima

Vor und nach jeder Ortschaft. Abfallchaos.

Mitten in der Nacht raufen sich mehrere Hunde neben und unter dem Brujito. Ich kriege beinahe ein Herzchriesi. An Schlaf ist nicht mehr zu denken.

Am Morgen werden wir freundlich darauf hingewiesen, dass wir auf dieser Terrasse nicht parkieren dürfen. Die Polizei hat’s nicht gestört, aber offenbar die Anwohner. Wir fahren sowieso weiter.

In Lima angekommen stehen wir im Quartier Barranco, hoch über der Küste mit „Ocean View“.  Herrliche Aussicht, im Aufwind segeln Gleitschirme. Spaziergang zur Seufzerbrücke, obligater Pisco Sour mit Meerblick. Ferienstimmung.

6. Januar 2019 Lima, Barranco – Hitchhiker Hostel, Miraflores

Wir haben im Hitchhiker Hostel ab heute einen Platz reserviert. Daher verschieben wir uns ins Barrio Miraflores.

An der Costa Verde von Magdalena ist das Camp vom Dakar Rallye. Heute findet eine Show-Runde der Fahrer statt. Morgen verschiebt sich der ganze Zirkus nach Pisco und am Dienstag starten sie in die Wüste. Riesiges Gedränge. Motorenlärm und viel Staub. Grosse Begeisterung, vor allem für die 100%igen Peruaner. Wir haben einen guten Platz ergattert und geniessen das Spektakel.

Dakar Rally










Vom Titicacasee nach Cusco

unsere Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

10. Dezember 2018 Copacabana, Bolivien – Puno, Peru

Ciao Copacabana. Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Grenze nach Peru. An der bolivianischen Zollstation, kompliziertes Zufahrts-Prozedere und extrem unfreundliche Zöllner. Ganz anders auf der peruanischen Seite: gut organisierte Abläufe und die Zöllner töggelen nicht an ihren Händys herum, sondern sind konzentriert und freundlich bei ihrer Arbeit.

Puno in Sicht

PERU: Uns erwartet eine ganz andere Welt. Ich bin total entzückt über die dreirädrigen Minitaxis und die Velo-Rikschas. Alle sind freundlich! Das ist nach den oft muffeligen Bolivianern auffallend. Die Zufahrt zur ersten Stellplatzempfehlung ist sehr eng und Glasscherben blinken in der Sonne. Das lassen wir lieber sein.

Nachdem wir eine Tour zu den Uros für den nächsten Morgen abgemacht haben, fahren wir zum 4*Hotel Sonesta. Zwar kostet die Nacht im Camper hier 25 USD, aber es wird eine tolle Infrastruktur geboten. Und wir haben sogar Seesicht.

11. Dezember 2018 Puno, Hotel Sonesta

Wir können gemütlich Zmörgele bevor uns ein Taxi abholt. Nancy, die Frau von Roger Vilcas erwartet uns. Sie ist farbenprächtig angezogen, mit  einem pinkfarbenen Filzrock und einer kanariengelben, reich bestickten, kurzen Jacke. Wir steigen in ein kleines Holzboot und Nancy manövriert es mit einem langen Holzstock durch das seichte Wasser bevor sie den Motor starten kann. Wir fahren zwischen Binsen durch schmale Wasserkanäle und erreichen eine Lagune an deren Rändern die schwimmenden Inseln der Uros aufgereiht sind. Auf den ersten Blick erscheinen sie nicht wie Inseln.

Uros 1

Nancy bringt uns zu „Ihrer“ Insel. Hier haben ihre Eltern gelebt. Fünf Familien leben zur Zeit da und Nancy zeigt uns das Innere ihrer Hütte. Die Hälfte des Platzes nimmt ein grosses Bett ein und darauf breitet sie nun Handarbeiten aus die sie uns gerne verkaufen möchte. Ich bin irritiert, denn ich habe keine Verkaufsveranstaltung erwartet. (Ein pseudo Papyrus-Schiff begleitet uns seither). Wir steigen auf eine kleine Aussichtsplattform, von hier  können wir die Inseln überschauen. Die meisten sind für die Touristen hergerichtet. Danach erhalten wir aber von einem Inselbewohner viele interessante Infos über den Bau der Inseln und das tägliche Leben der Uros hier. Eine Insel zu bauen nimmt etwa zwei Jahre Arbeit in Anspruch. Zuerst werden viele ca 50x50cm grosse Papyros-Soden abgestochen und schwimmend miteinander verbunden damit sie zusammenwachsen können. Dann folgt der Aufbau mit einer dicken Lage geschnittener Papyrusstengeln und etwa alle zwei Wochen wird eine neuen Schicht darauf verteilt da das im Wasser liegende Material langsam verrottet. Die Inseln sind mit dicken Holzstangen als Anker gesichert und können nach belieben an einer anderen Stelle vor Anker gehen.

Uros 2

Der Besuch bei einer Schule mit quirligen Kindern und ein Abstecher auf die Hauptinsel, halt auch zum Zweck Souvenirs zu verkaufen, rundet den Ausflug ab. In guter Erinnerung wird mir Nancys herzliches Lachen bleiben und ihre Geduld beim xten Mal unterwegs den Boots-Motor zu starten.

Robert, Ramon und Ursi

Freudige Überraschung beim Hotel Sonesta. Der Camper von Ursi und Robert steht da! Wir feiern bei einem Nachtessen im Hotel-Restaurant nochmals Willkommen und Abschied.

12. Dezember 2018 Puno – Arequipa, Hostal Mercedes

Eine letzte herzliche Umarmung, wir winken Gislers zum Abschied. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns im Herbst 2019 irgendwo wieder.

Blitz und blank

Der Brujito erhält eine Aussenwäsche und dann verlassen wir Puno. Der Weg  führt uns über Juliaca und St. Lucia über ein Hochplateau, 4500müM. Wunderschöne Landschaft, riesige Lamaherden, karges Gebirge, zierliche Vicunas. In Richtung Puno, grüne Oasen. Der Vulkan Sabancaya schickt eine gewaltige Rauchwolke in den Himmel.

Wir fahren mitten durch den Abendverkehrstau in Arequipa zum Hostal Mercedes. Uff, geschafft bevor es ganz dunkel wird.

13. Dezember 2018 Arequipa, Hostal Mercedes.

Das Hostal Mercedes, liegt eingebettet in einem schönen Garten hinter einer hohen Mauer an der Hauptstrasse und besitzt einen altehrwürdigen Charme. Der Mauer entlang bietet sich Platz für ca. sechs Camper. Nasszellen, Strom, Wasser, alles vorhanden.

Gut geschlafen, böses Erwachen für Heinz. Durchfall, matt. Wir gehen es langsam an. Am Nachmittag steigen wir zur Plaza des Armas empor. Im Museo Santuarios Andinas schauen wir uns mit einem leicht gruseligen Gefühl die eisgekühlte Mumie eines Mädchens genannt Juanita an. Sie wurde vor rund fünfhundert Jahren, zur Zeit der Inka-Kultur, auf über 6000müM als Menschenopfer eingegraben und 1995 gefunden und ins Tal gebracht. Zu sehen sind auch Grabbeigaben, zum Teil erstaunlich gut erhalten.

Arequipa

Wir machen es uns auf der Terrasse des Hotels Venezia, hoch über der Plaza des Armas gemütlich. Auf der Plaza wechseln sich verschiedene Jugend-Blasorchester zu einem weihnachtlichen Nachmittagskonzert ab. Für Heinz gibts ein Coca-Cola. Für mich einen Pisco Sour.

14. Dezember 2018 Arequipa, Hostal Mercedes.

Heinz geht es noch nicht wirklich gut. Am Nachmittag besuchen wir bei strahlendem Wetter das Kloster Santa Catalina. 1597 gegründet, war es damals wie eine Stadt in der Stadt. Die Nonnen lebten in zum Teil luxuriös ausgestatteten Zimmern und hatten mehrere Dienerinnen die ihnen die Alltagsarbeiten abnahmen.

Monasterio

Drei Stunden brauchen wir für den Rundgang und sind beeindruckt über die Grösse der Anlage. Eine der Nonnen, Ana, wurde nach ihrem Tod selig gesprochen. In einer Vitrine sieht man noch ein Stachelhemd und eine kleine, stachelige Peitsche mit der sie sich geschlagen hat um Busse zu tun. Abartig.

Im Tanta, ein zum kulinarischen Imperium von Kochguru Gaston Acurio gehörendes Restaurant, essen wir ein himmlisches Empanada, begleitet von einem Pisco.

15. Dezember 2018 Arequipa – Colca Canyon, Granja del Colca

Wir verabschieden uns von Denise und Dominique, ein sympathisches Paar aus Frankreich, welches wie wir den Sommer in Europa verbringt, sagen auch den Engländern Tschüss und fahren durch Arequipa, hinauf in Richtung Colca Canyon. Hinauf auf über 4800m im Schneegestöber und dann hinunter durch enge Serpentinen nach Chivay.

im Schnee
Alpacas
wunderschöne bestickte Kleider
fast wie am Sechsiläuten
ist das wohl schon für die Fasnacht ?

Von dort geht es der Colca-Schlucht entlang. Immer wieder Ausblicke hinunter in die atemberaubende Tiefe. Erreichbar über Zickzackwege, scheinen die Häuser an den Steilwänden zu kleben. Terrassierte Äcker. Frauen bei der Ernte.

Granja im Canyon de Colca

Der Parkplatz zum Cruz del Condor liegt verlassen in der Abenddämmerung. Wir fahren zur Granja del Colca und dürfen die Nacht hier verbringen. Unsere Ankunft löst emsiges Treiben aus.  WC und Dusche werden geputzt.

el Condor pasa …..

16. Dezember 2018 Colca Canyon, Granja del Colca

Nachts rauscht der Wind um den Brujito. Strahlend blauer Himmel am Morgen. Trotz guter Aussicht nur zwei Kondore gesichtet. Frühstück und Plegertag.

Heute hat Michel Geburtstag. Häppi tu you lieber Michel und Toi, Toi. Toi für die heutige Theateraufführung.

Raquel von der Granja kocht uns zum Nachtessen Forelle, Reis und gegrilltes Gemüse. Im Cheminée brennt ein behagliches Feuer, davor steht der Tisch, gedeckt für zwei. Fast ein wenig romantisch.

das Feuer brauchen wir ……

17. Dezember 2018 Colca Canyon – Espinar, Posto Grifo

Bereits um sieben Uhr sind wir bereit zur Abfahrt. Vielleicht sehen wir beim Cruz del Condor mehr Kondore. Die Aussicht in den abgrundtiefen Canyon ist gewaltig, schon deswegen hat sich die Fahrt hierher gelohnt. Die Kondore halten sich jedoch bedeckt. Ein paar kurze Momente erhaschen wir einen Blick auf die majestätischen Vögel. In weiten Kreisen lassen sich zwei Kondore aufwärts in den Himmel tragen, jedoch sehr weit weg.

Canion del Colca

Ein Gewitter und heftiger Graupelschauer unterwegs. Gegen Abend erreichen wir im Regen Espinar. Chaosdurchfahrt durch die Stadt. Stellplatz an einer Tankstelle. Müde. Hoffen auf besseres Wetter.

18. Dezember 2018 Espinar – Pitumarca, Plaza des Armas

Endlose Lastwagen-Kolonnen in der Nacht. Wenig geschlafen. Weiterfahrt mit Ziel zum Montana de siete Colores zu gelangen. Auf einer halsbrecherischen Strasse, ohne Netz und doppeltem Boden, d.h. ohne Leitplanken fahren wir in Richtung Montana Arco Iris wie er auch heisst. Zwei Haarnadelkurven befahren wir im Schritttempo. Falls wir das bei Regen fahren müssen und ins Rutschen kommen ….! In Japura setzt wieder Regen ein. Kurzentschlossen kehren wir um. In Pitumarca bleiben wir auf der Plaza des Armas. Der Ort scheint vom Tourismus verschont zu sein. Viele Frauen drehen ihre Spindeln während sie unterwegs sind. Reich bestickte Trachten.

Pitumarca

19. Dezember 2018 um Pitumarca – Cusco, Camping Quinta Lala

In der Nacht stellt sich ein Camper im Lastwagenformat neben uns. Eine deutsche Familie mit 4 Kindern, die ihre Elternzeit in Südamerika verbringen.

Am Morgen spazieren wir nochmals durchs Dorf und freuen uns an den schönen Trachten der Frauen und Männer. Vor dem Gemeindehaus warten in einer wachsenden Schlange viele Frauen und Kinder auf ein Gratis-Geschenk der Gemeinde.

Zügig fahren wir weiter bis nach Cusco. Diese Stadt breitet sich, ähnlich wir La Paz, über den Talgrund und mehrere Berghänge hinauf aus. Hier soll es eine Gasstation geben, um unsere Gasflasche zu füllen. Leider klappt das nicht. An drei Stationen werden wir abgewiesen. Im riesigen Real Plaza kaufen wir Esswaren ein und fahren danach hinauf zum Camping Quinta Lala. Kurze Begrüssung der Camper-Nachbarn. Danach verkriechen wir uns im Brujito an die Wärme.

20. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala

Immer mit einem Auge auf den Wetterbericht, entschliessen wir uns Machu Picchu bereits für den nächsten Tag zu buchen. Gemeinsam mit unseren brasilianischen Camping-Nachbarn, die sich uns anschliessen, steigen wir in ein Taxi und lassen uns zum Hauptplatz fahren. Auf Schritt und Tritt werden wir da mit Tour-Angeboten überhäuft. Jeder und Jede hat ein noch besseres Angebot für uns. Nachdem wir 4x  Tourvorschläge von A-Z angehört haben, buchen wir bei Peru-Rail die bequemste, (aber auch teuerste)Tour. Mit dem Zug in dreieinhalb Stunden von Poroy bis nach Aguas Calientes und danach mit dem Bus hinauf zum Machu Picchu.

Nach besagter Buchung, schlendern wir durch die Gassen der Altstadt, besuchen das Coca-Museum und werfen einen Blick in die Schaufenster der vielen Juwelier-Läden. Sehr schöner Silberschmuck.

21. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala

Um zwanzig nach Sechs holt uns das Taxi und bringt uns gemeinsam mit den Brasileiros nach Poroy. Unser Platz im Zug ist reserviert. Eine peruanisch-deutsche Familie teilt mit uns das Abteil. Netter Kontakt. Geruhsame Fahrt entlang des Flusstals. In Agua Calientes werden wir nach Verlassen des Zugs durch einen Textil-Markt geschleust. Hundertfach die gleichen Sachen, Hüte, Kappen, Schals, Kissenanzüge, Wandteppiche und, und, und.

Machu Picchu

Der Bus bringt uns hinauf zum Machu Picchu. Alles sehr touristisch, aber gut organisiert. Noch ein Pipi-Stopp und dann machen wir uns auf den Weg zum heiligen Berg. Ja, es ist eindrücklich. Die gewaltige Anlage thront auf einem Bergsattel überragt durch den Huayna Picchu, auf drei Seiten fällt der Berg fast senkrecht in die Tiefe ab, umgeben von vielen, wilden Bergspitzen und begrenzt gegen oben durch eine Wolkendecke. Die Aussicht auf Machu Picchu ist jedoch klar. Wir steigen über unzählige Stufen hinauf und hinunter und lassen die verschiedenen Ausblicke auf die heilige Stätte auf uns wirken. Es wird fotografiert was das Zeug hält. Fast muss man kämpfen um auch Mal an die Reihe zu kommen. Nach guten zwei Stunden erreicht uns ein Gewitter das schon länger hinter den Bergen gelauert hat. Wir warten bis der Regen abflaut und machen uns langsam auf den Rückweg. Trotz Gewitter haben wir Glück mit dem Wetter, an der Morgentour war der Berg nebelverhangen.

der Pisco wird vorbereitet
der Pisco-Teufel hat mich geritten

Schön war es. Müde bin ich.


am Titicacasee

Unsere Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

5. Dezember 2018 La Paz – Coroico

Durch dichten Stadtverkehr hinaus und hinauf zum Paso de la Cumbre. Fötelistopp, das Wetter spielt mit und schon geht es auf der anderen Seite über unzählige Kurven hinunter bis nach Coroico.

wunderschöne wilde und kalte Landschaft bei 4500m

Paso de la Cumbre, dann gehts in die Yungas

Bei der Antinarcotico-Kontrolle schnorrt der Polizist um Zigaretten und da wir keine dabei haben um eine kleine Spende. Um zehn Bolivianos leichter fahren wir weiter. Tief unter uns fliesst ein Fluss, kleine Wellblechbudenbeizli säumen ab und zu die Strasse und bieten Truchas (Forellen) an. Am gegenüber liegenden Hang die Ruta de la Muerte. Morgen gilts ernst.

Coroico

Wir dürfen auf dem Grundstück vom Rincon Munaipata Café, ein Vorzeigeprojekt vom Schweizer René Brugger übernachten. Herzlicher Empfang, liebenswürdige Gastfreundschaft.

Rene bereitet uns einen feinen Kaffee vor

6. Dezember 2018 Coroico, Rincon Munaipata Café – Pongo

Heute haben wir viel vor. Bei René gibt es zum Auftakt einen feinen Kaffee. Danach führt uns Pasquale durch die Plantage und erklärt den Werdegang der Kaffeeproduktion. Sehen und staunen.

Ich habe viel gelernt in diesen drei Stunden. Vier Häute werden von jeder Kaffeebohne entfernt bevor sie bereit ist fürs Rösten. Von der äussersten Haut, der Sultana, wird ein erfrischendes, blutdrucksenkendes Getränk hergestellt. Die weiteren Hüllen werden als Kompost verwendet. Am Ende der Führung gibts eine Kaffee-Degustation verschieden starker Röstungen. Übrigens: Nescafé = No es Café!

Wir verlassen Munaipata, fahren hinunter bis zur Talsole, über eine kleine Brücke und dann sind wir auf der berühmt, berüchtigten Ruta de la Muerte.

Sie wurde in den 1930er Jahren von paraguayischen Kriegsgefangenen gebaut und galt bis zur Eröffnung der neuen Strasse im Jahr 2007 als die gefährlichste Strasse der Welt. Zusammen mit Ursi, Robert und Ramon in ihrem Womo ruckeln wir die anfänglich recht zahme Naturstrasse hinauf. Aber dann: Atemberaubende Aussichten ins Bodenlose.

Durch Wasserfälle, um enge, steile Kurven und bedenklich schmale Durchgänge fahren wir und überwinden auf der 80 km langen Strecke rund 2000 Höhenmeter. Adrenalin pur.

In Pongo gibts als Samichlausznacht eine Trucha bei Sonia.

Sonjas Trucha

saubere Küche, vor allem das Oel, bei Sonja

Es ist Samichlaus-.Tag, also eine rote Kappe bei Ursi gehört dazu……Stellplatz im Dörflein unterhalb der Hauptstrasse.

 

7. Dezember 2018 Pongo – Copacabana

Kalte, regnerische Nacht, nebelverhangene Berge. Robert will die Strecke bis auf den Paso de la Cumbre auf dem Bike zurück legen.

Wir sagen „Tschüss“ und hoffentlich bis bald in Copacabana.

Auch wir fahren weiter, über El Alto, durch eine weite Landschaft bis ans Ufer des Titicacasees.

Titicacasee

Mit der Fähre gehts hinüber zur Halbinsel Yambupata und über den Bergrücken nach Copacabana. Eine weite Bucht, tiefblauer See auf dem viele Boote schaukeln. In der Ferne die Isla del Sol und Isla de Luna.

Wir finden einen hübschen Stellplatz im Hostal Joshua.

Znacht im zweitbesten Restaurant laut Tripadvisor. Heinz: Chili con Carne = fein. Maria: Fajitas con Pollo = angelaufenes Pouletfleisch, nicht so fein.

8. Dezember 2018 Copacabana, Hostal Joshua

Wunderbar ruhiger Ort. Frühstück inklusive. Tee de Coca, kleiner Fruchtsalat, 2 flache Brötli, Peanutbutter oder Apfelkonfi mit Nägeli.

Beim Spaziergang am See, treffen wir auf die Hochzeitsgesellschaft Nr.1. In einem grossen Rund sitzen Braut, Bräutigam und die vielen Gäste. Bier wird herum gereicht und eine Musikgruppe, bestehend aus 4 Saxophonspielern und einem Schlagzeuger, spielen lüpfige Musik.

Das Hochzeitspaar eröffnet den Tanz, zusammen mit anderen Paaren bilden sie eine lange Reihe. Die Cholitas schwenken ihre Hüften und mehrere Lagen Spitzenunterkleider blitzen unter den Röcken hervor.  Und über dem Ganzen schwebt eine Drohne.

Wir spazieren durch den Ort bis zur Kathedrale.

Hochzeit Nr.2.

Das Brautpaar steht vor der Kirche, eine Mariachi-Musik spielt laut und eher falsch, ein Sänger liest den Liedtext vom I-Pad ab. Eine Frau mit Mikrofon moderiert.

Der Bräutigam erhält einen Mexikanerhut und eröffnet mit der Braut den Hochzeitstanz. Walzer. Ich glaube der Braut tun die Füsse weh. Die anwesenden Cholitas zeigen ihren wunderschönen, opulenten Schmuck. Dann zieht die ganze Gesellschaft in die Sala de Festa. Inklusive Drohne.

Nach dem Apéro gehts gemeinsam zum besten Restaurant am Ort laut Tripadvisor. Fantastisches Ceviche. Lama leider eher zäh.

9. Dezember 2018 Copacabana, Hostal Joshua

Wir haben gelesen, dass bei der Basilica Virgen de Copacabana jeweils Autos einen Segen erhalten. Das möchte ich sehen. Vor der Kirche stehen viele Fahrzeuge, mit Blumengirlanden und Gestecken geschmückt und die Besitzer warten geduldig bis sie an der Reihe sind.

Die Motorhaube wird geöffnet, bei einigen steht eine Madonnafigur, ein Miniaturauto, ein kleines Haus nebst Blumen im Motorraum. Der Priester benetzt alles, geht rund ums Fahrzeug und spricht einen Segen für das Auto und die dazu gehörenden Leute. Feierliche Stimmung.

Tschüss Copacabana und Bolivien

Herrlicher Tag. Tiefblauer Himmel und an der Sonne warm. Am Abend nochmals gemeinsames Nachtessen mit Gislers. Morgen trennen sich unsere Wege wieder. Danke ihr Lieben, es war sehr schön mit euch.


über die Cordilleras Richtung La Paz

aus dem Tagebuch von Maria:

30. November 2018 Sucre – LLallagua

Quentin und Carina, auch so gehts, halt nur mit 2 Pferdestärken

 

Die Franzosen verlassen Sucre, auch wir räumen zusammen, stocken im Supermercado unsere Vorräte auf und fahren im Mittagsverkehr aus der Stadt und die Berge hinauf. Wir kurven von einem Dörflein zum nächsten. Binsengedeckte Dächer, Schaf und Ziegenherden. Ein altes Weiblein treibt Schweine vor sich her.

letzter Blick auf Sucre, Hauptstadt von Bolivien

alle Häuser gleich, kein Verputz, ein Zimmer, leider Abfall überall

Gärtchen bis auf 4500m

Wilde Cordilleras auf 4500m

Über 4300m führt uns die Strasse. Kleine Äcker selbst in dieser Höhe. In LLallagua treffen wir uns mit den Quentin und Karina. Der Stellplatz-Eintrag im iOverlander stimmt nicht und wir suchen uns gemeinsam einen Platz für die Nacht.

 

Bei einem Glas Wein sitzen wir noch zusammen. Netter Abend.

1. Dezember 2018 LLallagua – La Paz

Wir verabschieden uns von Quentin und Karina, vielleicht treffen wir uns unterwegs wieder.

Wir fahren zügig über Oruro, die Autobahn ist gut ausgebaut und gegen vier erreichen wir den Camping Oberland in La Paz, erste Adresse für Panamericana-Reisende.

Hotel Oberland …. mit Gislers alleine

Ursi und Robert Gisler bereiten uns einen herzlichen Empfang und laden uns erst noch zu einem feinen Nachtessen ein. Wir geniessen das gemütliche Beisammensein, es gibt viel zu erzählen.

2. Dezember 2018 La Paz, Camping Oberland

Ruhige Nacht, lange gelesen. Zmorge mit knusprigem Gipfeli (beinahe besser als in der Schweiz) und Baguette, offeriert von Gislers.

Nach dem Sonntagseili und Cafesito wird gearbeitet. Heinz erledigt verschiedene Reparaturen, ich entstaube das Moskitonetz und ersetze fehlende Magnete. Echli e Nifeliarbet.

Zufrieden mit unserer Arbeit belohnen wir uns mit einem Güggeli vom Holzgrill und feiern 1. Advent

3. Dezember 2018 La Paz, Camping Oberland

Mit Gerd, unserem Guia, steigen wir um neun ins Taxi und lassen uns zur Linea Verde, der grünen Seilbahnstation bringen. Fünf Seilbahnstrecken gibt es hier mittlerweile. Die Rote Linie war die erste und mit ihr überwindet man die Strecke von La Paz nach El Alto in elf Minuten, mit dem Auto in einer Stunde. Daneben gibt es eine grüne, gelbe, blaue und weisse Strecke und noch zwei sollen dazu kommen.

Wir schweben über die gigantische Stadt die sich vom Grund eines Canyons in die Bergtäler hinauf ausbreitet. Gerd erklärt uns die Unterschiede der einzelnen Stadtquartiere, von luxuriös bis arm. Die gelbe Linie bringt uns weit hinauf, wir lassen das Stadtbild auf uns wirken, die unzähligen Treppen, hier oben die einfachen, unverputzten Häuser. Und im Zentrum ragt der neue Präsidentenpalast über die anderen Hochhäuser.

Der richtige Hexenmarkt ist hier in El Alto. Gerd lebt seit über zwanzig Jahren in La Paz, weiss unendlich vieles über die Hauptstadt und Bolivien und ist ein ausgezeichneter Reiseführer. Wir laufen durch den Hexenmarkt. Nackte kleine Lamaföten und grössere Lamaföten mit Fell hängen in den Marktständen. Säcklein mit verschiedenen, zu Motiven gepresstem Zuckerbildern stehen reihenweise in Gestellen, auf dem Tisch Kräuter, gemahlene Mineralien, Fläschchen mit geheimnisvollen Ingredienzen und dahinter thront die Cholita die diese Sachen verkauft. Gebraucht werden sie für Zeremonien und hier werden sie eingekauft.

Eine Strasse weiter, Tür an Tür, arbeiten die Zeremonienmeister und Wahrsager (innen). Eine brennende Feuerschale zeigt an ob ein Meister anwesend ist. Fotografieren ist selten erlaubt. Soviele Eindrücke, nicht alles fassbar.

Schamanen bereiten die Zeremmonie vor

dort wo es räuchelt, wird wahrgesagt

Individuelle Betreuung in den kleinen Kabäuschen

Weiter geht es hinunter in die Gasse mit den noch wenigen erhaltenen kolonialen Gebäude. Kurze Merienda, bolivianische Empanadas: Saltenas. An der Plaza Murillo, viele Tauben, und der Blick hinauf zum Präsidentenpalast, davor der ehemalige Regierungspalast.

Mit Gislers zusammen beschliessen wir den Tag mit einem Cordon bleu de Lama in der Altstadt und einer Fahrt mit der Seilbahn weit hinauf. Das Lichtermeer von La Paz ist märchenhaft.

herrliches Lichtermeer über la Paz

 

4. Dezember 2018 La Paz, Camping Oberland

Trotz wunden Füssen und müden Beinen, fahren wir nochmals in die Stadt, lassen uns durch Strassen treiben und geniessen die quirlige Atmosphäre. Um sechs Uhr werden die Fahnen an der Plaza Morillo von Soldaten in historischen Uniformen feierlich hinuntergelassen und zusammengelegt.

Über eine steile Treppe steigen wir hinauf in eine Pizzeria. Uraltes Gebäude, feine Holzofenpizza.  Wir haben den Tag geschafft!


Richtung Titicaca-See

unsere Reiseroute:

drauf klicken …..

aus dem Tagebuch von Maria:

24. November 2018 Agua blanca – Tarija, Bolivien

Wir verabschieden uns von dem freundlichen Tankwart und fahren zur bolivianischen Grenze. Der Übertritt ist schnell gemacht und schon sind wir unterwegs in Richtung Tarija. Die kurvige Strasse führt durch üppige Vegetation dem Rio Bermeja entlang.

die Wolken drücken über die Berge … noch kein Regen

Kühe weiden auf schmalen Grasstreifen am Strassenrand. Auch eine grosse Viehherde ist unterwegs. In Padkaya machen wir Pause und kaufen empanada-artige Teiggebilde, drei mal salzig mit Käse, einmal süss mit Eischnee bestrichen. Die Salzigen sind süss mit Käse. Nicht so fein, aber interessant.

Tarija liegt auf über 1800m und es ist merklich kühler. Zuerst machen wir die nötigen Einkäufe und parkieren anschliessend beim Hostel + Camping „La Cùpula“.

schöner Platz, leider fehlt eine putzende Hand

 

25. November 2018 Tarija, Camping La Cùpula

Das Hostel/Camping steht neben der Polizeigrundschule. Stündlich wird Trompete geblasen und von Zeit zu Zeit hört man markige Befehle die im lauten Chor wiederholt werden.

Das Hostel selbst hat sicher bessere Tage gesehen, aber es ist alles da. Das Internet ist gut, so können wir längst fällige Mails und Nachrichten versenden und Bücher herunterladen usw.

Ein Taxi bringt uns gegen 4 Uhr in die ausgestorben scheinende Stadt. Sonntagsruhe. Wir flanieren durch die Strassen, alles hat geschlossen.

Auch die Parilla „ Fogón de El Gringo“. Dafür gibts eine feine Forelle im „El Marques“ zum Znacht.

26. November Tarija, Camping  La Cùpula

Am Nachmittag halb drei, werden wir zu einer Weintour abgeholt. Tarija rühmt sich die höchsten Weinberge der Welt zu besitzen. (Da haben sie wohl Colomé vergessen). Ob die Weine wirklich so gut sind wie propagiert?

Jorge in Aktion

Im Kleinbus geht es zum ersten Weingut. Campo de Solana. Jorge, unser Guide führt uns durch die Produktionsstätte und wir sind überrascht über die modern eingerichtete Anlage. Anschliessend wird und ein Wein zur Probe kredenzt, ein Cabernet Sauvignon, der es durchaus mit der ausländischen Konkurrenz aufnehmen kann.

geschmischte Besucher: Bolivianer, Schweizer, Franzose, Deutscher, Holländerin

Dann geht es weiter zur Casa Real. Hier wird der Singani gebrannt, der bolivianische Weinbrand. Eis, ein Zitronenschnitz, zwei Fingerbreit Singani und vier Fingerbreit Ginger Ale und fertig ist der erfrischende Chuflay, bolivianisches Nationalgetränk.

Alambique, bis zu 3-facher Destillation

Chuflay aus Singani und Ginger Ale aus dem Hause Casa Real

Nächster Stopp ist das Weingut Kohlberg, einziger Schaumwein-Hersteller im Land Wir sind eine bunt gemischte Gruppe, vertreten ist Bolivien, Frankreich, Deutschland, Holland und die Schweiz.

Kohlberg Weine

Bei der letzten Degustation werden sieben verschiedene Weine „Vinos Artesanales“ angeboten, von trocken über halbsüss bis süss, zum Abschluss gibts einen Singani. Anschliessend fahren wir leicht angeschickert zurück nach Tarija.

Degustation von 8 artesanalen Weine. Das Glas kreist, der Letzte trinkt aus …..

illustre, lustige Schlussrunde

Wir beschliessen den Tag mit einem argentinischen Bife de Chorizo und Cabrito UND einem schönen bolivianischen Wein vom Campos de Solana.

Von diesem Grill kann ich nur träumen … auch vom Fleisch

27. November 2018 Tarija – Padcoyo, Posto YPFB

Bevor wir Tarija in Richtung Potosi verlassen, decken wir uns mit Früchten für das Frühstück ein. Schon kurz nach der Stadt steigt die Strasse stetig an. Dichte Wolken hängen über den Bergen.

herrliche Landschaft auf über 3000m

Zementfabrik ( für Charly )

 

Wollen wir dahin? Der Himmel klart jedoch auf. Trotz anfänglicher Bedenken wegen der Höhe, richten wir uns für die Nacht in Padcoyo auf 3400müM ein. Chili-Nudeln vom Hasta la Pasta zum Znacht. Um neun sind wir im Bett.

 

28. November 2018 Padcoyo – Sucre, Camping Alberto und Felicidad

Wir parken gegenüber der YPF-Tankstelle und dürfen die Banos benutzen. Die Höhe beschert mir ein fiebriges Rauschen im Kopf und ich liege lange wach.

Frisch starten wir zur nächsten Etappe hinauf über eine herrlich weite Hochebene nach Potosi (4070müM).

der Cerro Rico ( rechts ) von Potosi

die ganze Stadt lebt vom Bergabbau ( Zinn und Zink )

Potosi auf 4080m

Vor sechs Jahren waren wir mehrere Tage hier und fahren daher gleich weiter über die kurvenreiche Strecke nach Sucre. 

Strassenzoll

turbulenter Empfang in Sucre

Die Sonne begleitet uns bis zum Camping von Alberto und Felicidad

29. November 2018 Sucre, Camping Alberto y Felicidad

Ein französisches Pärchen, unterwegs mit einem alten Citroën Diane plus Anhänger und eine amerikanische Familie mit drei Kindern unterwegs seit 4 Jahren mit einem Geländewagen mit Aufsetzkabine,  Anhänger und Zeltaufbau, stehen auch hier. Es gibt immer wieder kurze, interessante  Einblicke in das Leben anderer Reisenden.

Camping bei Alberto und Felicidad

Nach der ruhigen Nacht wollen wir die Stadt anschauen. Der Mercado Central mit seinem opulenten Angebot gefällt mir besonders gut. Dichtes Gedränge rund um den Hauptplatz, chaotischer Verkehr. Sucre helle Stadt, mit weissen Hausfassaden und vielen weissen Kirchtürmen.


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