in Puerto Madryn

…. wir haben 3 wunderschöne Tage auf der Peninsula Valdes verbracht. Ob sich die über 200 km Staub.Dreck-Geröll-Strasse gelohnt haben….. wir wissen es nicht. Von der Loberia, von den Seeelefanten und Löwen sind wir enttäuscht. Die Begegnungen mit den Walen waren einmalig. Genauso wie unser Stellplatz, näher zur Natur geht kaum noch.

IMG_0208Mit solchen Sonnenuntergängen werden wir belohnt  …… und deshalb gabs ein feines Frühstück

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IMG_0190Bei der Rückfahrt von Puerto Piramides nach Puerto Madryn sind wir noch einmal von Walen, 20m vom Strand entfernt, verwöhnt worden. Mutter und Baby räckeln sich in der Sonne.

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in Peninsula Valdes

In Bahia haben wir ein volles Programm. Auf dem Weg zum Camping lassen wir uns die Gasflaschen auffüllen. Super Service, auch Dank dem Anschluss-Nippel von Seabridge, und danach suchen wir den Camping in der Industrie Zone. Der Platz wird für uns geöffnet, Elektrisch hat es und auch eine warme Dusche. Alles erstaunlich sauber, doch in bedenklichem Zustand. Da wird seit Jahrzehnten nichts mehr investiert, alles heruntergefahren.   Auch die Strassen sind katastrophal, Löcher und Löcher, Rillen und Schwellen, wir haben das Gefühl, dass das Land am Auto- oder wenigstens Stossdämpferverschleiss interessiert ist. Was es sicher nützt, aus eigenem Interesse wird gebremst…

Wir lassen unsere Wäsche waschen, für uns im heissen, nicht kaltem argentinischen Wasser, lassen es trocknen und leider nicht zusammenfalten. Zwei Sack saubere Wäscheknäuel müssen auch genügen.

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Abends treffen wir uns mit Daniel und seiner Partnerin Analia, wir haben uns seit 1981 nicht mehr gesehen. Wir suchen uns eine Parilla, plaudern den ganzen Abend über verflossenen Coghlan-Zeiten. Gerne hätten wir die Beiden zuhause auf ihrem Campo besucht, leider hat es mit der Spontaneität und Kommunikation nicht ganz geklappt. Je nu, vielleicht ein anderes Mal.

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Am nächsten Tag fahren wir über Viedma an den Balneario el Condor. Wir platzieren unsere Autos mitten auf der verlassenen Allee, keine Beiz ist offen, nichts zu sehen. Nur an den folgenden 12 km langen Felsen ist Betrieb. 35000 Papageie bevölkern seit Jahren diese Felsenklippen. Schreien und plappern und fliegen um die Wette.

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Mit einem kurzen Spaziergang mutterseelen alleine beschliessen wir unseren Rundgang und weiter geht’s der Küste entlang nach San Antonio de Este. 220 km Ripio, das heisst Staub, Dreck und Geröll dringt durch alle Ritzen ins Auto. Schotter-Wellblech-Brett gepaart mit Sanddünen, interessant alleweil, eine wunderbare blaue See auf der linken Seite, eine Loberia mit gegen 6500 Seelöwen, ein paar getrocknete Büsche und Tierfelle auf der anderen Seite.

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Was solls, wir kommen ohne Panne und Probleme durch, selbst eine geschlossene Bar mit WiFi akzeptieren wir und stellen unsere Wagen etwas ausserhalb auf den wunderschönen Muschelsand, Röschti mit Spiegeleier zum Znacht, davor noch ein erstes Bad im Atlantik.

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Eine weitere grosse Etappe liegt vor uns, wir wollen auf die Peninsula Valdes. Die gute Rute 3 führt uns der Küste entlang nach Süden, wenig Verkehr und ganz gute Strassen, so dass wir am Donnerstag, 5.11.2015 gegen Abend auf den Camping Municipal in Puerto Piramides fahren. Wir sind etwas enttäuscht, keine Aussicht aufs Meer, alles Staub und trocken. Dusche nur abends zwischen 6 Uhr und 630 Uhr, kein Wifi…. also kein Platz zum länger bleiben. Nach der aber feinen heissen Dusche geniessen wir den Znacht Pulpo a la Gallega im Dorf mit einem San Felipe.

Für Freitag planen wir die obligate Rundfahrt über Punta Cantor, Punta Norte und zurück. 220 km Staub und Wind, führen uns an die berühmten Loberias, Lebensorte der Seelöwen,

Seeelefanten und dann noch sogar 5 Magellan-Pinguine. Alles weit entfernt, die prallen Körper der Tiere räkeln sich in Sonne und Wellen. Unterwegs kreuzen Schafe, Vicunias, Perlhühner unsere Route, spektakulär dann aber das erste Gürteltier.

 

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Die Tiere sind sehr zutraulich und dürfen nicht gefüttert werden. Am Abend suchen wir uns einen abgelegenen Stellplatz, Punta Pardelas. Wir treffen erstmals weitere 5 Camper, alle unterwegs Richtung Süden und so gibt es immer wieder Neuigkeiten.

Nach einer herrlich ruhigen Nacht fahren wir am Samstag nach Puerto Piramides zum Whale-Watching. Um 12 Uhr gebucht, bleiben die Hälfte der Teilnehmer zurück, zu viel Wind und Wellen. Wir lassen uns aber einpacken, wie Pinguine, und fahren weit hinaus in die Bucht. Nach langen Suchen, die Saison für die Wale ist scheinbar bereits abgelaufen und sowieso mager, treffen oder finden wir dann 2 Mal vereinzelte Wale beim Auftauchen.

 

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Das ist schon ein Riesenerlebnis, so 5-10 m entfernt von diesen 15m langen Walkörpern. In dieser Bucht paaren sich die Wale, ziehen während 3-4 Monaten ihre Babys auf und verschieben sich danach in die Antarktis.

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in Bahia Blanca

Schlussendlich haben wir unser Luft-Problem lösen können. Das Rückschlagventil stammt zwar von einem Lastwagen, aber die notwendigen 4 bar hält es alleweil. Zum Abschied wurden wir mit Kleber, Dächlikappe , Stick und einer mässigen Rechnung beschenkt.

In BsAs besuchen wir unseren viejo amigo Jose Santos, die 85 Jahre sind nicht spurlos an Ihnen vorbeigegangen, gottsei dank werden sie von einer lustigen und quirrligen Haushaltshilfe betreut. Wir treffen meine Arbeitskollegin Alicia Saavedra mit ihrer Freundin Licie (?) in Munro. Wir werden verwöhnt nach Strich und Faden….. vom Empanadas, Choclos, Matambre und Salat, über Lasagne sind wir zu einem Coup mit Dulce de leche und einer anschliessenden Cassata übergegangen. Zum Abschluss feine Truffes von Licia. Das alles begleitet und verdünnt mit Weisswein, Rotwein und Champagner ……. da bleibt kein Platz mehr für weitere Gelüste. Trotzdem verabschiede ich mich mit 3 besos.

Bei strömendem Regen verlassen wir BsAS. Herrlich war es, wir kommen wieder und freuen uns auf die obligaten Parillas.

Wir fahren südwärts in die Hauptstatt la Plata. Es wird langsam sonnig, doch ein strammer Wind bläst uns um die Socken.

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Der schön geputzte Brujito versteckt sich hinter einer Dreckschicht und wir suchen uns einen Schlafplatz auf dem Hauptplatz. Die Kathedrale ist enorm und wuchtig, wir finden direkt vor dem Regierungsgebäude einen freien Patz. Türe zu, Vorhang runter….. wunderbar verbringen wir die Nacht…… bis wir um 2400 Uhr von ohrenbetäubendem Lärm geweckt werden. Wir sind eingekreist von jungen  Leuten mit ihren Boliden, mit Lautsprechern voll Rohr und Lärm mit 150 Dezibel direkt neben uns werden wir beglückt. Da gilt es nur auszuharren. Wir amusieren uns mit angezogener Handbremse, was bleibt auch übrig, und endlich gegen 0500 Uhr löst sich der Haufen auf.

Wir fahren weiter südwärts, wir wollen nach Chascomus. Bei recht sonnigen Wetter führt uns die Ruta 29 über weite Strecken von Campo, mit Rindern, Kälbern und Schafen. Die Strasse ist nicht schlecht, leider dazwischen mit Löchern bestückt und vor allem bei Geleisen mit selbstmörderischen Rillen und verkehrsberuhigenden Schwellen versehen. Der ACA Camping ist zwar offen, die Installationen sind aber irgendwo auf der Strecke geblieben oder noch nicht aufgetaut. Irgendwie wartet man auf den Sommer und den vollen Betrieb. Freundlich sind sie alleweil, Kosten sind so um die 50% gegenüber der Schweiz. Wir leben also im Schlaraffenland.

 

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Wir übernachten in Tandil, ein hügeliger Gebirgszug mitten in der Pampa und einem kleinen Stausee. Der eingetragene Camping ist zu, viele Sportler bevölkern den Ort und wir finden mitten in einer Wiese neben einem Restaurant einen Platz. Wir warten auf Peter und Theres, installieren uns und wollen in die Parilla zu einem feinen Essen. Vorher versuchen wir uns im WiFi, Rechnungen kontrollieren und Homepage aufarbeiten. Das Essen wird ein Frust, die Nacht ist klar und es wird auch so Morgen.

Wir finden ohne Probleme den Camping in Bahia Blanca. Wir stellen Auto neben Auto und geniessen den herrlichen Sonnenuntergang mit einem Sundowner……

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