Autor: <span class="vcard">Heinz Schelbert</span>

Sudamericana 2018/19

Unsere geplante Reiseroute:

                               

 

 


Wir sind angekommen ……………..

Liebe Familie und Freunde,

wir sind nach unserer Rundreise Brasilien wieder gesund und munter in Paraiso Suizo in Uruguay angekommen. Wir werden wie die letzten Male ein paar Tage hier verbringen, putzen unseren Brujito, reparieren soweit wir können und bereiten uns und unser Gepäck auf den Heimflug mit der Lufthansa vor.

Es bleibt uns auch etwas Zeit, ein Fazit unserer Brasilienreise zu ziehen ….. was haben wir erwartet, was haben wir Grosses erlebt und wo haben wir vielleicht einige Abstriche akzeptieren müssen.

Zusammen Reisen

Nach 5 Monate auf kleinstem Raum, auf ganzen 10m2 Fläche, haben wir immer noch nicht genug voneinander und verstehen uns immer besser. Wir sehen die gleichen Schmetterlinge, Vögel, Fische oder was auch immer, bewundern die wunderschöne Landschaft und erfreuen uns an den interessierten Reisenden oder Südamerikanern. Wir haben unsere Tätigkeiten aufeinander abgestimmt, das geht von Hand zu Hand, keine bösen Worte oder Gedanken ….. wir freuen uns auf den nächsten Tag.

Brujito

Von unserem Brujito sind wir absolut überzeugt. Das ist nun einmal für uns das ideale Fahrzeug. Obwohl so erste Verschleissproblechen auftauchen, die werden gelöst und sind bis heute nicht gravierend oder beeinträchtigend. Am meisten schmerzt mich die kaputte und verbeulte Hecktüre, ansonsten haben wir im Auto alles was wir brauchen und erlauben uns immer noch jeden Morgen den obligaten Nespresso-Kaffee. Wir haben 15000 km in den 4 Monaten abgespult, und keinen einzigen Platten eingefangen. Wir pflegen und putzen ihn, und sind immer stolz, wenn er von Weitem am Parkplatz auf unsere Rückkehr wartet.

Reiseformalitäten, Polizei, Militär, Grenze, Sicherheit

Wie erwähnt, sind wir über 4 Monate in Brasilien rumgefahren. Nach 3 Monaten versuchten wir, auf der Policia Federal eine Aufenthaltsverlängerung zu erhalten. Vergebens. So haben wir uns entschlossen, schwarz über die Grenze nach Uruguay zu fahren und ohne Ausreisestempel Brasilien heimzureisen. Eventuelle Bussen oder Konsequenzen wären erst bei einer erneuten Einreise wirksam. Die Polizei und das Militär ist viel unterwegs, sie markieren Präsenz und kontrollieren auch häufig einheimische. Für uns war dies eigentlich beruhigend, wir wurden nur einmal an einer Kontrolle wegen Fahren ohne Licht angehalten. Aber ausser einer Mahnung ergab sich nichts. Viele Polizeiposten an der Strecke sind zwar besetzt, aber die Herren sind im Häuschen drin und zeigen sich nicht. Obwohl alle Brasilianer uns vor Dieben und Gesindel warnten, wir fühlten uns absolut sicher und nie irgendwie bedroht. Einziges Negativ-Erlebnis der Diebstahl unseres Natel aus dem Wagen. Aber da waren wir schon etwas zu naiv und unvorsichtig.

Auf der Karte

Die geplante Reise Rund-Brasilien haben wir genauso realisieren können wie geplant und ist auf der Karte ersichtlich. Die 15000 km ohne nennenswerten Probleme haben wir grösstenteils auf geteerten Strassen realisiert. Die ekligen Lombadas, die Quer-Schwellen zur Verkehrsberuhigung sind schon gewöhnungsbedürftig, aber eben auch effektiv. Wir haben uns daran gewöhnt, wir werden sie vermissen.

Höhepunkte der Reise

Auch wenn für mich landschaftlich keine so markanten Highlights wie in Argentinien der Torres del Paine, der Perito Moreno, Fitz Roy , der Altiplano usw. besucht wurden, so haben wir doch die wesentlichen  Höhepunkte wie der Pantanal mit dem Rio Prata bei Bonito, der Amazonas, die Nordostküste mit den herrlichen Stränden, die Hauptstadt Brasilia, der Süden mit den Goldgräberstädtchen Ouro Preto und dann die herrliche Stadt Rio mit Zuckerhut und Corcovado, und schlussendlich die Küste hinunter bis Uruguay gesehen und erlebt. Auch wenn uns die Regenzeit teilweise die Route diktiert hat und es in den letzten Wochen etwas feucht vom Himmel tropfte, das heisse Klima mit dem warmen Meer hat uns enorm fasziniert.

Stell- und Schlafplätze

Geschlafen haben wir immer gut und ohne Probleme. Seien es mal Hunde, oder dann die Hitze, oder die Frühaufsteher von Brasilien, die Lastwagenfahrer oder die Hobbysportler am Strand, gehört haben wir immer etwas. Das Brasilianisch ist eine rauhe Sprache und der Brasilianer hat eine laute Aussprache ( höflich ausgedrückt ) Aber so fühlten wir uns integriert und nahmen teil am brasilianischen Leben.

Kulinarisches

Gegessen haben wir sicher nicht wie Könige, da entspricht die Esspalette sicher nicht unbedingt meinen Vorstellungen und Lieblingsspeisen. Das Essen auf dem Amazonas war eher karg, Fisch und Crevetten gabs zwar kiloweise, Fleisch eigentlich auch, aber in den Supermärkten eher von der minderen Qualität.  So haben wir relativ einfach gespachtelt und entsprechend auch 1-2 Kilo abgenommen.

Der Brasilianer

Der Brasilianer ist sehr hilfsbereit und interessiert an fremden Gästen wie wir. Die hellhäutigen sind grösstenteils portugiesischem Ursprung, die dunkleren Einwohner jedenfalls afrikanisch orientiert. Die Verständigung hat ohne Schwierigkeiten geklappt, allerdings kann man die Brasilianer nicht gerade als Sprachgenies bezeichnen. Beim Gespräch und Erklären sprudeln sie drauflos und hoffen, dass wir sie verstehen. Die Schulbildung dürfte eher etwas einfach sein, und in vielen Teilen des Landes überwiegt die Landwirtschaft und damit auch das karge und einfache Leben in ihren Hütten. Ihre Beschäftigung beschränkt sich auf das Feilhalten von Produkten am Strassenrand, teilweise 10 gleiche kleine Verkaufsstände hintereinander, da hocken sie im Schatten der Palmen und warten auf die wenigen Interessenten. Viel Freude erwecken sie im Alltag nicht, erst beim näheren Gespräch kommt gegenseitiges Interesse auf.

Wie weiter

Unsere Sudamericana geht weiter. Wir sind uns über die Reiseziele noch nicht ganz im Klaren. Es stehen 2 Optionen zur Auswahl:

–          Nochmals eine Runde Süden mit Argentinien und Chile

–          Panamericana nordwärts bis Kolumbien mit Bolivien, Peru und Ecuador

Mit diesem wunderschönen Sonnenaufgang in Punta del Diablo von Uruguay  beschliessen wir unseren Sudamerika-Blog. Wir sind glücklich, dass wir trotz den teilweise überschrittener 70-er-Grenze und allen gesundheitlichen Strapazen zum Trotz weiterhin Lust aufs Reisen und Leben haben.


im Paraiso Suizo

Aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria

Samstag, 10. März 2018

Gramado – Posto Cavado

Bereits vor drei Jahren waren wir mit Hausers für eine Nacht auf diesem Camping. Es hat Strom, Dusche, WC und Wasser zum Bunkern. Was will man mehr.


Auffallend viele riesengrosse Wohnmobile stehen hier, Mehrfamilienhäuser auf Rädern. Fast alle Brasilianer die wir auf Stellplätzen angetroffen haben, sind mit Gefährten in Lastwagengrösse unterwegs. Hier steht ein Mobil, doppelt so lang wie der Brujito!?!


Netter Kontakt mit Walter und seiner Frau. Er hat seit Montag ein nigel nagel neues Wohnmobil und freut sich wie ein Kind darüber.
Wir fahren durch Gramado, Fachwerkhäuser, Käsefondue, Osterdekoration mit Plüschosterhasen. Mutet mich gar nicht brasilianisch an.

Weiter geht die Fahrt durch hügelige Landschaft, hinunter in die Ebene vor Rio Grande do Sul. Gegen Abend finden wir einen Übernachtungsplatz auf einem Posto kurz vor Pelotas.

Sonntag, 11. März 2018

Posto Cavado – Punto del Diablo, Uruguay

Letztes Frühstück in Brasilien (schneuz). Heute wollen wir über die Grenze nach Uruguay. Die Strasse führt in schnurgeraden Abschnitten parallel der Küste entlang. Weidewirtschaft unterbrochen durch Soyafelder. Grosse Silos, halbe Fabriken stehen entlang der Strecke. An einem Kanal grast eine Gruppe Capibaras.

Weissstörche und Jabirus staksen in den überfluteten Feldern. Bedeckter Himmel, leichter Regen trotz Schönwetter-Prognose.
Vor der Grenze nochmals günstigen Diesel tanken. Gerade fahren Trikes mit Wohn-Anhänger an die Tankstelle. Das muss ich fotografieren.
Da wir einen Monat länger als erlaubt in Brasilien waren und eine happige Busse vermeiden möchten, verlassen wir das Land ohne uns abzumelden. Die Zollstation ist vor dem Ort. Niemand interessiert sich für uns. Die Grenze verläuft mitten durch die Ortschaft Chui und bevor man sich versieht, ist man bereits in Uruguay.


Hier melden wir uns an und fahren weiter bis Punto del Diablo.

Montag, 12. März 2018

Punto del Diablo

Bereits das dritte Mal stehen wir hier in Punto del Diablo. Nur eine Wiese, rund geschliffene Felsen und Sand trennen uns vom Meer. In langen Bändern rauschen die Wellen ans Ufer. Himmelblau soweit man sehen kann.

Dienstag, 13. März 2018

Punto del Diablo 

Bei unserem Morgenspaziergang treffen wir Patricia und Roberto, ein argentinisches Paar, die in ihrem selbst ausgebauten Camper und ihrem Freund Walter unterwegs sind. Ganz unkompliziert laden sie uns in ihr Fahrzeug ein und bewirten uns mit Maté und Guezli.
Danach sitzen wir am Strand und brutzeln in der Sonne.

Zur Abkühlung wagen wir uns in die Wellen. Und schon ist es passiert; eine besonders grosse Welle deckt mich zu und nimmt meine Sonnenbrille mit. Neiiiin. Ich hab sie doch extra mit einem Gummiband gesichert. Sooo ein Mist.
Im Mercado hat Heinz schöne Fleischspiesse entdeckt und unser Znacht ist definiert. Dazu gibts die restlichen Ravioli und ein restlicher Härdöpfel springt auch in die Bratpfanne. Mi querido! Das Fleisch hast du wie immer super fein zubereitet. Miam.

Mittwoch, 14. März 2018

Punto del Diablo – Jaureguiberry, Paraiso Suizo

Traumsonnenaufgang. Ein wolkenloser Himmel wölbt sich über uns.


Ein Mann und eine Frau machen Morgengymnastik am Strand.
Eine Gruppe Hunde jagt am Ufer entlang. Ein Hund scheucht kleine Fische unter den Felsen hervor um sie zu packen. Ein anderer springt über die anrollenden Wellen.
Es wäre schön zu bleiben.


Doch wir müssen weiter. Wir fahren durch eine Landschaft mit sanften Hügeln. Weiter Ausblick. Wenig Verkehr.
Einkauf in Piriapolis. Kurzes Treffen mit Roberto und Patricia. Nach wenigen Kilometern sind wir im Paraiso Suizo. Der Camping ist fast leer. René aus dem Aargau mit seinem Landrover und wir sind vorerst die Einzigen.

Donnerstag, 15. März 2018

Jaureguiberry, Paraiso Suizo

In der Nacht Wetterleuchten, Donnergrollen, starker Regen und der Wind rüttelt am Brujito. Am Morgen ist der Himmel immer noch stark bewölkt und der Wind beutelt die Wäsche an der Leine.
Durchsicht der Vorräte, Medikamente usw.
Nachtessen bei Silvia und Heinz. Freu mich drauf.

 

 


noch weiter südwärts …….

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Sonntag, 4. März 2018

Boraçeia – Guarau bei Peruibe

Bereits um halb sieben werden wir durch lautes Rufen und Lachen geweckt. Ein brasilianischer Familienclan hat sich im nahen Quincho versammelt und feiert seinen Sonntag am Strand. 

Ich habe schon oft gestaunt, wie früh die Brasilianer am Morgen unterwegs sind. Sobald wir reisefertig sind, geht es weiter der Küste entlang, dann in einem grossen Bogen über die Umfahrung von Santos, dem grössten Hafen Südamerikas.

Es hat wenig Verkehr und bereits um drei erreichen wir Guarau bei Peruibe,

ein kleiner Badeort, ca. 80km von Santos entfernt. Wir wählen den mittleren der drei Campingplätze,

ziehen uns um und gehen an die Praia zu den beiden grossen C. (Caipi und Camaroes).
Gegen Abend schwarzer Himmel,

Wolkenbruch, aber wir sind am Schärme.

Montag, 5. März 2018

Guarau – Curitiba, Camping do So

Ein wolkenloser Himmel spannt sich über die Bucht. Fast zu schön um real zu sein. Wir zmörgelen unsere Mango, heute zusammen mit Bananen, Trauben und runden das Ganze mit Biscoitus und einem Cafezinho ab.

Gut gestärkt machen wir uns auf nach Curitiba. Gleich hinter der Küste beginnen grosse Bananenplantagen. Sie ziehen sich über Hügelkuppen und durch Talsenken und begleiten uns den ganzen Weg.

Die reifenden Bananen an den Stauden sind zum Teil in Plastiksäcke verpackt. Wer isst denn um Himmels Willen alle diese Bananen????
In Curitiba haben wir die Adresse von Sò Trailers, einer Camperfachwerkstatt.

Der Brujito hat ein paar Bobos und zwei davon sollten geheilt werden.

  1. Der Kühlschrank. Wenn er mit Gas läuft kühlt er seit zwei Monaten nicht richtig und stinkt nach Abgasen.
    Die völlig verrussten Leitungen werden gereinigt und jetzt funktioniert er wieder.
  2. Die Klimaanlage. Sie brummt laut und kühlt nicht richtig.
    Befund; die Kühlmittelleitung ist gebrochen und muss geschweisst werden und das Gas erneuert werden. Das wird morgen erledigt. Jupi.
    Wir übernachten auf dem Camping Sò.

Und jetzt gibts Pizza.

Dienstag, 6. März 2018

Curitiba, Camping do So

Keine Pizza gestern zum Znacht. Montag Abend, alles geschlossen. Dafür gab es ein Fleischspiessli von der Metzg, ohne Brot, mit einem kalten Bier.
Den ganzen Morgen warten wir auf den Gas-Mensch. Um halb zwei erscheint er endlich und macht sich an die Arbeit. Die gebrochene Leitung der Klimaanlage wird ersetzt und neues Gas eingefüllt. Aller Mühe zum Trotz funktioniert das Ding nicht. Offenbar ist am Kompresser auch etwas kaputt. Das muss warten bis wir in Buenos Aires sind. Da er das Problem nicht lösen kann, will der Gas-Mensch auch nichts verrechnen. Wir bezahlen ihn trotzdem.
Von unserer To- do Liste erledigen wir noch einen weiteren Punkt. Ein Rodizio in einer Churrascaria. Bei strömendem Regen fahren wir zum Recanto do Gaucho.

Dort gibt es verschiedenes Fleisch vom Grill nach dem Motto „Soviel man essen mag“. Schon allein das Selbstbedienungsbüffet reicht um sich kugelrund zu schlemmen. In einem nicht endenden Reigen bringen die Kellner grosse Fleischspiesse an den Tisch und schneiden davon Stücke in den Teller.


…schlaf fein gsund und bleib recht kugelrund!

Mittwoch, 7. März 2018

Curitiba – Guaporango, Restaurante Sombrero

Bei Regen verlassen wir Curitiba und erreichen nach kurzer Zeit die Küste und die BR 101 welche über 4500km durch Brasilien führt. Viele Lastwagen sind unterwegs.

Trüber Himmel, graues Meer. Gegen Abend verlassen wir die Autobahn und fahren in Guaporango auf den Parkplatz des Restaurante Sombrero. Wir haben Glück und dürfen hier über Nacht bleiben. Draussen im Meer sehen wir die Ilha Santa Caterina. Der Wind peitscht die Wellen ans Ufer. Wir verkriechen uns im Brujito.

Donnerstag, 8. März 2018

Guaporango – Praia Grande

Trotz Lärm von der Autobahn nicht schlecht geschlafen. Die Wolken werden weggeblasen und vor uns liegt das Meer im schönsten Sonnenschein.

Feines Mangofrühstück, dann geht es weiter. Zum Abschied winken wir noch zur Ilha St. Catarina hinüber. Dort verbrachten wir letztes Jahr ein paar schöne Tage.
Vor Torres zweigen wir von der Autobahn ab in Richtung Berge. Wir wollen zu den Canyons do Sul. Freier Stellplatz am Fluss von Praia Grande.

Freitag, 9. März 2018

Praia Grande – Gramado, Camping

Mutterseelenallein und ganz ruhig haben wir die Nacht am Fluss verbracht.

Nachdem alles wieder verstaut ist, fahren wir los in Richtung der Canyons. Wolken stauen sich an den Berghängen, die Gipfel sind im Nebel. Unser Brujito bringt uns eine steile, kurvige Schotterstrasse hinauf. Nur einmal drehen die Räder im lockeren Kies durch, aber mit Anlauf schafft er auch dieses Hindernis.

Der Himmel klart auf. Wir parkieren auf dem Hochplateau und laufen durch dichten Wald mit Araukarien, Bambus, Riesenfarnen und mit Orchideen bewachsenen Bäumen.

Flechtenbärte hängen von den Ästen. Dann führt der Weg aus dem Wald hinaus und wir stehen am eindrücklichen Itaimbezinho-Canyon, Nationalpark Aparados da Serra.

Ein schmaler Wasserfall rauscht in die Tiefe, weit unter uns schlängelt sich der Fluss durch die Schlucht. Geier schweben darüber hinweg.

Weiterfahrt bis Gramado über die Serra grande ……

 

 

…. bis Camping Gramado, den wir vor 3 Jahren bereits einmal besucht haben.

 

 


weiter südwärts …….

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Dienstag, 27. Februar 2018

Barra Guaratiba – Tarituba

Erneut Regen. Der Campground ist sumpfig. In der Dusche stürzen sich sich die Moskitos überfallartig auf mich. Ich flüchte zurück in den Brujito und lass das Duschen sein.


Nach einer Stunde Fahrt lockert sich die Wolkendecke auf und erste Sonnenstrahlen wagen sich hervor. Wir fahren der kurvigen Küstenstrasse entlang, südwärts. Eine Bucht reiht sich an die nächste. Ab und zu sehen wir zwischen hohen den Büschen und Bäumen des atlantischen Urwalds das Meer.

Nach Angro dos Reis verlassen wir die BR 101 und erreichen Tarituba, ein kleines Dorf, ein kleiner Hafen in einer kleinen Bucht. Wir stehen mit Erlaubnis im Parkverbot, kurz vor dem Pier.

Blauer Himmel, Sonne, endlich. Im der nahen Beiz gibts einen hochprozentigen Caipirinha, der mich (wieder einmal) fast aus den Latschen kippt. Etwas später beschwichtige ich meinen Magen mit einem feinen Fisch. Tudo bom.

Mittwoch, 28. Februar 2018

Tarituba – Paraty

Knapp dreissig Kilometer sind es bis nach Paraty.

Zuerst gehts in die Wäscherei. Bereits in drei Stunden können wir die Wäsche wieder abholen. In der Touri-Information erfahren wir dass heute Feriada ist, Paraty feiert sich selbst. Viele Geschäfte sind geschlossen. Wir machen uns trotzdem auf die Suche nach einer Gas-Station, da unser Gas bald zu Ende geht. Aber auch hier werden keine ausländischen Flaschen gefüllt. Erst an der vierten Adresse können wir die brasilianische 5l Flasche austauschen. Glück muss man haben. Sie wollten gerade bis morgen schliessen, weil ja Feriada ist.
Ohne weitere Verpflichtung fahren wir in die Hügel zur Cachaçaria Pedra Branca um mehr über die Herstellung des Zuckerrohrschnapses zu erfahren. Sofort nach der Ernte (meist von Hand) wird das Zuckerrohr ausgepresst und der Saft zur 3-tägigen Fermentation in Tanks gefüllt.

Danach wird dieser Most destilliert. Ca. 20`000l hochprozentiger Schnaps wird hier, einer kleinen Destillerie, jährlich produziert und danach weiter verarbeitet. Ein Teil wird als klaren Cachaça abgefüllt, den nimmt man für den Caipirinha. Ein weiterer Teil wird 2-4 Jahre in Fässern aus Tropenholz oder französischer Eiche ausgebaut, was sich auch im Preis niederschlägt. Dann werden auch verschiedene Liköre hergestellt, mit Früchten, Kräutern, Kaffee, Honig und Zimt usw. Mein Favorit ist ein Cachaça-Schokolade-Pimenta-Likör. Vielfein!


Wir parkieren auf dem Camping Paraty und gehen zu Fuss in den Ort.


Nachtessen in einer Gasse in Paraty. Bekanntschaft mit Lieselotte aus Nürensdorf. Sie ist eine echte Weltenbummlerin, war in geschätzten fünfzig Jahren schon fast überall auf der Welt, ist allein mit den ÖV
unterwegs und unterhält uns mit Geschichten von ihren Reisen. Liebe Lieselotte, herzlichen Dank für den interessanten Abend und hoffentlich auf Wiedersehen in der Schweiz.

Donnerstag, 1. März 2018

Paraty – Trindade

Wir machen einen Morgenrundgang durch Paraty. Schöne, gut erhaltene Altstadt.

Grobe Steinbrocken, von Sklaven gelegt, bedecken die Strassen. Jeder Schritt muss überlegt werden. Die Gassen wurden damals auf Meereshöhe angelegt, damit bei Hochwasser der Dreck hinaus gespült werden konnte. Heute hat der Ort eine Kanalisation. Die Gassen füllen sich aber wegen ihrer tiefen Lage immer noch mit Wasser. Speziell.

Der Reiseführer empfiehlt Trindade als idyllischen Ort und wir möchten noch ein, zwei Tage am Atlantik verbringen. Ein steiles, kurvenreiches Strässchen bringt uns hinunter ans Meer, wir durchqueren einen kleinen Fluss und erreichen das kleine Dorf.

Der angepeilte Camping ist leider geschlossen. Wir fahren durch den ganzen Ort. Beinahe jedes Haus mit einem Blätz Land ist mit „Camping“ angeschrieben. Wir möchten gerne einen Stellplatz mit Meerblick und der kostet uns dann ohne Strom 50 Reais p.P.
Abendspaziergang, der Vollmond hinter Schleierwolken.

Freitag, 2. März 2018

Trindade – Praia do Estaleiro

Wir fahren weiter der Küste entlang, zweigen ab zu einem kleinen Strand. Mit dem Fahrzeug kann man auf dem harten Sand bis zum Wellensaum fahren.

Wir parkieren bei einem Strandbeizli, im Schatten eines grossen Baumes. Herrliches Wetter, wenig Leute. Bädele, sünele, Caipi und Camaroes.

Samstag, 3. März 2018

Praia do Estaleiro – Boraçeia, Camping Beira Mar

Nachts Hundegebell und Regen. Der Morgen verspricht zwar wieder Badewetter, doch wir fahren weiter. Wir möchten am Montag in Curitiba ankommen. Die Strasse geht in engen Kurven der Küste entlang,

hinauf und wieder hinunter, in den Ortschaften über unzählige Schwellen und an Blitzkasten vorbei. Wenige, schöne Ausblicke aufs Meer und die vielen Inseln. Dafür herrlicher Mata Atlantico, der atlantische Urwald.

Grosse violett blühende Bäume, gelb blühende, rot blühende, Lianen, Schlingpflanzen, Riesenfarn, undurchdringliches Dickicht.
Ziemlich geschafft von der Strecke stehen wir auf dem Camping Beira Mar. Über eine mit Stacheldraht bewehrte Mauer sehen wir auf Strand und Meer. Musik von links und rechts. Vielleicht kommt die Sonne doch noch hinter den Wolken hervor.


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