Autor: <span class="vcard">Heinz Schelbert</span>

weiter südwärts …….

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Dienstag, 27. Februar 2018

Barra Guaratiba – Tarituba

Erneut Regen. Der Campground ist sumpfig. In der Dusche stürzen sich sich die Moskitos überfallartig auf mich. Ich flüchte zurück in den Brujito und lass das Duschen sein.


Nach einer Stunde Fahrt lockert sich die Wolkendecke auf und erste Sonnenstrahlen wagen sich hervor. Wir fahren der kurvigen Küstenstrasse entlang, südwärts. Eine Bucht reiht sich an die nächste. Ab und zu sehen wir zwischen hohen den Büschen und Bäumen des atlantischen Urwalds das Meer.

Nach Angro dos Reis verlassen wir die BR 101 und erreichen Tarituba, ein kleines Dorf, ein kleiner Hafen in einer kleinen Bucht. Wir stehen mit Erlaubnis im Parkverbot, kurz vor dem Pier.

Blauer Himmel, Sonne, endlich. Im der nahen Beiz gibts einen hochprozentigen Caipirinha, der mich (wieder einmal) fast aus den Latschen kippt. Etwas später beschwichtige ich meinen Magen mit einem feinen Fisch. Tudo bom.

Mittwoch, 28. Februar 2018

Tarituba – Paraty

Knapp dreissig Kilometer sind es bis nach Paraty.

Zuerst gehts in die Wäscherei. Bereits in drei Stunden können wir die Wäsche wieder abholen. In der Touri-Information erfahren wir dass heute Feriada ist, Paraty feiert sich selbst. Viele Geschäfte sind geschlossen. Wir machen uns trotzdem auf die Suche nach einer Gas-Station, da unser Gas bald zu Ende geht. Aber auch hier werden keine ausländischen Flaschen gefüllt. Erst an der vierten Adresse können wir die brasilianische 5l Flasche austauschen. Glück muss man haben. Sie wollten gerade bis morgen schliessen, weil ja Feriada ist.
Ohne weitere Verpflichtung fahren wir in die Hügel zur Cachaçaria Pedra Branca um mehr über die Herstellung des Zuckerrohrschnapses zu erfahren. Sofort nach der Ernte (meist von Hand) wird das Zuckerrohr ausgepresst und der Saft zur 3-tägigen Fermentation in Tanks gefüllt.

Danach wird dieser Most destilliert. Ca. 20`000l hochprozentiger Schnaps wird hier, einer kleinen Destillerie, jährlich produziert und danach weiter verarbeitet. Ein Teil wird als klaren Cachaça abgefüllt, den nimmt man für den Caipirinha. Ein weiterer Teil wird 2-4 Jahre in Fässern aus Tropenholz oder französischer Eiche ausgebaut, was sich auch im Preis niederschlägt. Dann werden auch verschiedene Liköre hergestellt, mit Früchten, Kräutern, Kaffee, Honig und Zimt usw. Mein Favorit ist ein Cachaça-Schokolade-Pimenta-Likör. Vielfein!


Wir parkieren auf dem Camping Paraty und gehen zu Fuss in den Ort.


Nachtessen in einer Gasse in Paraty. Bekanntschaft mit Lieselotte aus Nürensdorf. Sie ist eine echte Weltenbummlerin, war in geschätzten fünfzig Jahren schon fast überall auf der Welt, ist allein mit den ÖV
unterwegs und unterhält uns mit Geschichten von ihren Reisen. Liebe Lieselotte, herzlichen Dank für den interessanten Abend und hoffentlich auf Wiedersehen in der Schweiz.

Donnerstag, 1. März 2018

Paraty – Trindade

Wir machen einen Morgenrundgang durch Paraty. Schöne, gut erhaltene Altstadt.

Grobe Steinbrocken, von Sklaven gelegt, bedecken die Strassen. Jeder Schritt muss überlegt werden. Die Gassen wurden damals auf Meereshöhe angelegt, damit bei Hochwasser der Dreck hinaus gespült werden konnte. Heute hat der Ort eine Kanalisation. Die Gassen füllen sich aber wegen ihrer tiefen Lage immer noch mit Wasser. Speziell.

Der Reiseführer empfiehlt Trindade als idyllischen Ort und wir möchten noch ein, zwei Tage am Atlantik verbringen. Ein steiles, kurvenreiches Strässchen bringt uns hinunter ans Meer, wir durchqueren einen kleinen Fluss und erreichen das kleine Dorf.

Der angepeilte Camping ist leider geschlossen. Wir fahren durch den ganzen Ort. Beinahe jedes Haus mit einem Blätz Land ist mit „Camping“ angeschrieben. Wir möchten gerne einen Stellplatz mit Meerblick und der kostet uns dann ohne Strom 50 Reais p.P.
Abendspaziergang, der Vollmond hinter Schleierwolken.

Freitag, 2. März 2018

Trindade – Praia do Estaleiro

Wir fahren weiter der Küste entlang, zweigen ab zu einem kleinen Strand. Mit dem Fahrzeug kann man auf dem harten Sand bis zum Wellensaum fahren.

Wir parkieren bei einem Strandbeizli, im Schatten eines grossen Baumes. Herrliches Wetter, wenig Leute. Bädele, sünele, Caipi und Camaroes.

Samstag, 3. März 2018

Praia do Estaleiro – Boraçeia, Camping Beira Mar

Nachts Hundegebell und Regen. Der Morgen verspricht zwar wieder Badewetter, doch wir fahren weiter. Wir möchten am Montag in Curitiba ankommen. Die Strasse geht in engen Kurven der Küste entlang,

hinauf und wieder hinunter, in den Ortschaften über unzählige Schwellen und an Blitzkasten vorbei. Wenige, schöne Ausblicke aufs Meer und die vielen Inseln. Dafür herrlicher Mata Atlantico, der atlantische Urwald.

Grosse violett blühende Bäume, gelb blühende, rot blühende, Lianen, Schlingpflanzen, Riesenfarn, undurchdringliches Dickicht.
Ziemlich geschafft von der Strecke stehen wir auf dem Camping Beira Mar. Über eine mit Stacheldraht bewehrte Mauer sehen wir auf Strand und Meer. Musik von links und rechts. Vielleicht kommt die Sonne doch noch hinter den Wolken hervor.


am Atlantik, vor und nach Rio de Janeiro

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Mittwoch, 21. Februar 2018

Tiradentes – Teresopolis

Der Morgen ist grau. Dicke Wolkenpakete überqueren den Himmel und der Regen lässt nicht lange auf sich warten.

Schade, wir wären gern länger geblieben, aber so macht es keinen Sinn.
Wir sind wieder unterwegs, übermorgen wollen wir in Rio sein. Die Strasse führt durch gebirgige Landschaften.

Wir verlassen Minas Gerais und erreichen den Bundesstaat Rio de Janeiro. In Teresopolis suchen wir einen Übernachtungsplatz, ein freundlicher Brasilianer lotst uns zu einem ausserhalb gelegenen Campingplatz. Im Regen sieht er trostlos aus. Wir fahren in die Stadt zurück und übernachten mutterseelenallein
auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz.

Nachts sind wir eingeschlossen. Muito seguro.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Teresopolis – Bùzios

Diese Berggipfel! Ich riskiere eine Halskehre um alle zu sehen. Nebel wallt, verhüllt und enthüllt die schroffen Felsformationen.

Heinz fährt den Brujito, gekonnt wie immer, um die engen Haarnadelkurven durch das Gebirge und hinunter bis ans Meer. 

In Bùzios, einem bekannten Küstenstädtchen, machen wir zuerst eine Sightseeing-Tour der Küste entlang, kommen aber nicht ins Schwärmen. Gegen Abend erreichen wir den Campingplatz von Bùzios. Siehe da, ein Wohnmobil, mit Zürcher Nummern steht bereits hier. Wir richten uns ein und nach einem sintflutartigen Regenguss sitzen wir bei einem Glas Wein mit Ursi und Robert aus Knonau zusammen.

Sie sind seit anderthalb Jahren unterwegs in Südamerika, da gibt es Einiges zu erzählen. Fast bis zur Polizeistunde sitzen wir gemütlich im Brujito beisammen und als krönenden Abschluss des Abends gibt es eine Degustation eines besonderen, im Fass ausgebauten Cachaças. Muito obrigada.
Ihr Lieben, wir haben den Abend mit euch sehr genossen.

Freitag, 23. Februar 2018

Bùzios – Rio, Estacionamento Pao de Açucar

Nass, nasser, am… . Aber die Wetterprognosen für Rio zeigen zwei Tage mit Sonne an. Also nichts wie hin. Das heisst, dass wir uns leider von Ursi und Robert bereits wieder verabschieden müssen. Vielleicht treffen sich unsere Wege irgendwann im Irgendwo wieder.
Wir machen einen kurzen Abstecher nach Cabo Frio. In der grossen Bucht herrscht viel Betrieb.

Die Leute sitzen unbeeindruckt vom leichten Nieselregen am Strand, als ob die Sonne scheinen würde. Happy, happy.

Wir passieren die mehr als dreizehn Kilometer lange Brücke von Niteroi nach Rio hinüber. Dichter Verkehr, aber ohne Probleme fahren wir quer durch die riesige Stadt

und erreichen gegen sechs Uhr den Parkplatz unter dem Pao de Açucar. Hier gefällt es uns, hier bleiben wir bis Montag.

Samstag, 24. Februar 2018

Rio, Estacionamento Pao de Açucar

Relativ ruhige Nacht. Wir buchen bei einem Taxifahrer eine kleine Stadttour. Es hat wenig Verkehr und die Cidade Storica ist wie ausgestorben. In der riesigen Catedral Metropolitana (sie erinnert mich an einen Atommeiler)

 

treffen wir auf Kreuzfahrtschiff-Touristen. Hier kommt keine andächtige Stimmung auf. Wir stehen auf der leeren Praça Cardeal da Câmara und gerade fährt ein Bähnlein über den Arcos de Lapa, ein ehemaliges Aquaedukt, nach Santa Teresa.

Die Escadaria Selaròn ist ein richtiger Touri-Magnet. Am Fuss der mit Keramikkacheln verkleideten Treppe stauen sich die Besucher.

Die meisten wollen noch ein Selfie schiessen. Das ist ein Spektakel für sich. Danach laufen wir dem Boulevard Olimpico entlang. Wir sind beeindruckt von den riesigen, kunstvollen Wandbildern die im Vorfeld der Olympiade 2015 entstanden sind.

An der Copacabana endet unsere Tour. Wir sitzen im Strandbeizli bei Caipi und frittierten Fischli. Sogar die Wolkendecke verschwindet und macht blauem Himmel Platz.


A vida é linda!

Sonntag, 25. Februar 2018

Rio, Estacionamento Pao de Açucar

Die Sonne scheint!!! Oh wie schön. Heute wollen wir auf den Zuckerhut (Zuckerbrot).
Kurz nach sieben Uhr hält mich nichts mehr im Bett. Bereits um neun sind wir an der Seilbahnstation und lassen uns zuerst auf den Morro da Ucla hinaufbringen.

Dann heisst es Umsteigen und weiter geht es auf den Pao de Açucar. Fantastische Ausblicke über die Stadt. Lange sitzen wir auf der obersten Plattform und schauen in Richtung Inland-Flughafen,

beobachten die Flugzeuge die in einem grossen Bogen über die Stadt fliegen um dann zu landen. Von weitem sehen wir den Cristo Redentor auf dem Corcovado.

Vor drei Jahren waren wir dort, zusammen mit den Reisenden der Grande Africa. Auch eine schöne Erinnerung.


Scheinbar endlos dehnt sich die Stadt über viele Hügel, begrenzt durch Wasser, bis die Konturen vom Dunst verwischt werden. Kletterer üben sich im Fels ……

Nach dem Nachmittagspaziergang gönnen wir uns (letzte Gelegenheit) ein bahianisches Acarajé, eine Art Hamburger à la Bahia, scharf oder weniger scharf, gefüllt mit Vatapa und getrockneten Camaroes. Feiiin.


Mit SambaJazz, live gespielt an der Strandpromenade, geht unser letzter Tag in Rio zu Ende.
Rio vocé e ôtimo!

 

Montag, 26. Februar 2018

Rio – Barra Guaratiba, Camping Verde Mar

Ein wenig wehmütig nehmen wir Abschied von Rio. Nochmals sammeln wir ein paar Eindrücke während wir uns durch den dichten Morgenverkehr quälen.
Nur etwa fünfzig Kilometer entfernt, an der Praia da Macumba ist ein Camping des brasilianischen Campingclubs. Er liegt zwar direkt an der Uferstrasse aber gegenüber ist ein weiter, einsamer Strand und die Wellen donnern dramatisch ans Ufer. Das gefällt uns. Aber: 174 Reais (umgerechnet fast 60.- Franken) soll eine einzige Übernachtung hier kosten. Schluck. Was zuviel ist ist zuviel. Tschüss schöner Strand. Wir versuchen es etwas weiter weg, im Camping Verde Mar, ohne Mar, für 80 Reais und vielen Mosquitos. Morgen geht es weiter. ……. im Dauerregen geniessen wir trotzdem unseren Brujito und haben Zeit, unsere Homepage auf Vordermann zu bringen ——–

 


Im Regen durch Minas Gerais

Aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Mittwoch, 14. Februar 2018

Diamantina, Camping Sao Pedro

Am Morgen dicke Wolken über den Bergen, Nieselregen. Gegen Mittag zeigt sich die Sonne, blauer Himmel über den Felskuppen. Wir bleiben den ganzen Tag auf dem Camping. Heinz arbeitet am Blog, ich schwelge im Gartengrün der Anlage.

Kolibris umschwirren die Blütensträucher, kleine hellblaue Vögel nehmen genussvoll ein Bad, Bienen sitzen in der Blüte des Phylodendrons, ich kann mich kaum satt sehen.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Diamantina – Belo Horizonte, Pampulha

Bevor wir weiterfahren, wagen wir uns nochmals in die steilen Gassen von Diamantina. Leider ist die Igreja der „Chica da Silva“, bis um zwei geschlossen. Solange wollen wir nicht warten.

Nach dem Einkauf im Supermercado gehts wieder die Serpentinenstrasse hinunter nach Curvelas und weiter nach Belo Horizonte. Gegen Abend erreichen wir die Stadt und fahren direkt nach Pampulha und übernachten bei der Sportanlage.

 

 

Freitag, 16. Februar 2018

Belo Horizonte – Brumadinho

Estadio Magalaes Pinto, 7 zu 1 für Deutschland

Pampulha, ein Quartier am gleichnamigen, künstlichen See, ist bekannt geworden durch die Igreja Sao Francisco de Assis, erbaut 1942 von Oskar Niemeyer. Der Auftrag zum Bau kam von Juscelino Kubitschek, damals Stadtpräsident von Be Aga wie Belo Horizonte genannt wird.

Die, für die damalige Zeit sehr moderne Kirche, wurde aber von der katholischen Obrigkeit nie anerkannt.


Im leichten Nieselregen spazieren wir zum See und zur Kirche. Der Weg ist gut ausgeschildert, wir sind gespannt. Jedoch einmal mehr; die Kirche ist geschlossen, wie es scheint schon längere Zeit. Durch die schmutzigen Glasfenster sehen wir ins Innere, schwach erkennt man die Keramikbilder. Schade.
Mit Glück finden wir einen Parkplatz ganz in der Nähe des Museu de Arte e Oficios in dem kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus vier Jahrhunderten ausgestellt sind. Das Museum ist geschmackvoll und beinahe luxuriös eingerichtet, die Exponate sehr gut erhalten.

Nach zwei Stunden verlassen wir BH und fahren südwärts nach Brumadinho wo uns ein weiteres Highlight erwartet.

Samstag, 17. Februar 2018

Brumadinho Parque Imhotim – Ouro Preto

Der Parque Imhotim verbindet Kunst und Natur auf eine ganz besondere Weise.

Auf 245ha hat der Industrielle Bernardo Paz einen wunderschönen Park geschaffen und gleichzeitig mit hauptsächlich grossen Installationen und Pavillons für einzelne Künstler eine riesige Kunstausstellung realisiert.
Am Eingang werden unsere Impfausweise überprüft. Nur wer gegen Gelbfieber geimpft ist erhält einen Visitor-Aufkleber und darf die Anlage betreten. In Minas Gerais wird dieser Krankheit der Kampf angesagt. Jedes Jahr gibt es durch sie mehrere Todesfälle.
Mit E-Chäreli werden die Besucher in die weiter entfernten Gebiete gebracht. Wir sind tief beeindruckt vom diesem Park.

Unzählige, wunderschöne exotische Bäume, Palmen, Büsche, Blumen und Kakteen sind um grosse Teiche gruppiert und stehen an verschlungenen Pfaden. Offiziell braucht man drei Tage wenn man alles anschauen möchte. Wir beschränken uns auf den Park und wenige Künstler und lassen ihre Werke auf uns wirken.

Nicht alles findet bei uns Anklang. Hier noch ein paar gymnastische Ideen und Vorschläge für die Old Stars vom Tennis.

Zurück im Brujito, fahren wir nach einer kurzen Pause über Stock und Stein nach Ouro Preto. Neben der Praça Tiradentes finden wir in einer Seitengasse einen Stellplatz und kehren in der Casa do Ouvidor zum Znacht ein.

Sonntag, 18. Februar 2018

Ouro Preto

Wir haben es gewusst. Samstagnacht, lang und laut.

Ouro Preto hat viele Sehenswürdigkeiten. Die ehemalig Vila Rica genannte Stadt macht ihrem Namen Ehre. Ca. 500 Tonnen reinstes Gold wurde hier vor zweihundert Jahren gewonnen.

Entsprechend prunkvoll wurden die Kirchen ausgeschmückt. In der Igreja Matriz de N. S. do Pilar wurden über 400kg Gold und 400kg Silber verwendet. 472 Engelskulpturen zieren die Wände. Es ist fast zu viel des Guten.

Wir kraxeln die engen, steilen Gassen hinauf und hinunter, schauen in alle Kirchen die geöffnet sind, besuchen die Feira und betrachten die Schmuckauslagen der Juweliers. Ein Anhänger hat es mit angetan. In der Mitte das Symbol für OM (ich dachte es sei die Zahl 35!), darum herum die sechs Chakras durch verschiedene Halbedelsteine dargestellt.

Wirklich hübsch, aber nichts für mich.

Montag, 19. Februar 2018

Ouro Preto – Tiradentes

Besuch in der Mina de Ouro da Passagem, eine stillgelegte Goldmine zwischen Ouro Preto und Mariana. In einem kleinen, mit Holzbänken bestückten Wagen werden wir auf Schienen in die Mine hinab gelassen.

120m unter Tag steigen wir aus und werden durch die Gänge geführt. Gewaltige Felssäulen stützen die Gewölbe. Rechts und links zweigen weitere Gänge ab, immer niedriger werdend. Beklemmend. Ein glasklarer unterirdischer See animiert zwei Besucher zum Baden. Brrrr.
Der Brujito wartet auf uns und nimmt uns mit, über eine gut ausgebaute Strasse, durch Platzregen und Wasserpfützen, zum nächsten Ziel: Tiradentes.

 

Dienstag, 20. Februar 2018

Tiradentes, Camping Tiradentes

Im IOverland wird der Camping Tiradentes in den höchsten Tönen gelobt und hat nicht übertrieben.

Wir stehen am schokoladebraunen Fluss inmitten der liebevoll, mit viel Geschmack gestalteten Anlage und die Nacht war herrlich ruhig.

Wir schlendern durch das kleine, saubere Städtchen. Die Igreja Matriz de Santo Antonio mit ihren vergoldeten Altären ist eine der reichsten Kirchen des Landes. Die Fülle der Engel, die reich verzierten Säulen und das viele Gold verlangen eine längere Betrachtung. Das Fotografieren ist verboten.

Nach einem kurzen Regenschauer geht es weiter durch die Gassen. Es hat viele einstöckige, aneinander gebaute Kolonialhäuser, einige mit eigener Hauskapelle, schön restauriert. Wie in Ouro Preto, sehen wir keine einsturzgefährdeten Bauten oder Bauruinen. Mit einem Caipi und Carpaccio beschliessen wir unseren Rundgang.


Danach holpern wir auf einer steinigen Strasse hinauf nach Bichinho. In der Oficina de Agosto stehen Werke des Künstlers „Toti“ die er aus alten Gegenständen und Materialien herstellt.

Originell und interessant. Leider ist fotografieren auch hier verboten. Und mitnehmen können wir es auch nicht. Der Besuch hat sich trotzdem gelohnt.


Brasilia, Metropole der Architektur

aus dem Tagebuch von Maria:

Samstag, 10. Februar 2018

Brasilia, Hostel da Juventude

Wir kurven durch die weitläufige, sehr grosszügig angelegte Stadt. Beide Touri-Infobüros sind geschlossen, da müssen wir uns selber schlau machen. Der Reiseführer empfiehlt, sich als erstes einen Überblick über die Stadt zu machen.

Daher fahren wir gleich zum Fernsehturm und lassen uns mit dem Lift auf die Zuschauerplattform in 75m Höhe bringen.

Wir sehen; den Fonte Luminoso,

rechts das Museu da Republica, gleich dahinter die Catedral Nossa Senora Aparecida, die Doppeltürme des Palacio do Congreso National, links und rechts davor die Esplanada dos Ministerios und in weiter Ferne den Ponte Juscelino Kubitscheck.

Des weiteren das Fussballstadion Mané Garrincha

und den Complexo Cultural Funarte

…….. und was gibt es Feines zum Znacht? Genau! Richtig geraten. Es gibt ein echtes Schweizer Moitié-Moitié-Fondue.

Das gebastelte Rechaud funktioniert zwar nicht so richtig, aber wir heizen die Pfanne zwischendurch auf dem Gasherd auf. En Guete!

Sonntag, 11. Februar 2018

Brasilia, Hostel da Juventude

Touri-Bus-Tour durch Brasilia. Zum Glück sind ausser uns noch weitere Leute dazugekommen. Ab fünf Personen wird die Tour durchgeführt, wir sind zu sechst. Es geht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Oscar Niemeyers Visionen in Stahlbeton.

Wir beginnen mit dem Memorial Juscelino Kubitchek, Präsident bei der Gründung von Brasilia vor 60 Jahren

passieren die Bibliothek und das Museo Nacional

Die wunderschöne Catedral Metropolitana,

mit einer Kuppel die mich von aussen an eine sich öffnende Kaktusblüte erinnert. Das Tageslicht fällt hell durch viele Glasfenster ins kreisrunde Innere, aber es blendet nicht. Er wolle keine Kathedrale die so düster ist, dass sie gleich an Sünde erinnert, erklärte Niemeyer dazu.

weiter zum Palacio Itamaraty, Ministerien-Hauptquartier

Nächster Halt ist der Platz der 3 Kräfte, Praça dos Tres Poderes,

mit dem Tribunal, Präsidenten-Palast und dem Kongress

 

Ponte Juscelino Kubitscheck ….

?

zum riesigen Park mit dem eher unspektakulären Palacio da Alvorada, dem Sitz des Präsidenten.

?

Weitere Gebäude wie Theater, Militärquartier, Santuario Don Bosco ( Patron von Brasilia ) imponieren mit der filigranen 60 – jährigen Architektur. 

Immens die weiten, grünen Flächen, riesige Autobahnen mitten durch die Stadt, moderne Gebäude ….

Wir gönnen uns ein superfeines Almoço im Restaurante Madero. ( Cordero mit einer leckeren Pfeffersauce, die wir mit noch warmem Pao Frances bis zum letzten Tropfen auftunken).
Gestärkt gehen wir zum Eixo Monumental. Hier findet heute der Carnaval statt. Wir sitzen im Schatten eines grossen Zelts und warten auf das Ereignis. Die Strasse füllt sich mit vielen kleinen Verkaufsständen. Sicherheitsleute überall.

Riesige Wagen stehen im Abstand von ca. 100m quer zur Strasse, die Soundanlagen machen sich gegenseitig Konkurrenz. Gruppe um Gruppe junger Leute flanieren von einem Wagen zum nächsten, singen und tanzen und trinken. Viele tragen 5l Flaschen gefüllt mit Fruchtsaft mit sich, der mit Wodka angereichert wird. Bei dieser Hitze ein Hammer.
Es ist wie Streetparade à la Brasilia.

Montag, 12. Februar 2018

Brasilia – Tres Marias, Posto Shell

Hostel da Juventude

 

unsere aktuelle Reiseroute:

Vielleicht sehen wir doch noch einen authentischen Carnaval. Diamantina ist unser Ziel. Wir nehmen die nächsten sechshundert Kilometer unter die Räder. Sehen Ananastransporter,

Kokosnusstransporter, Tiertransporter (einer überholt uns wie blöd) Holztransporter usw.

Nachtstopp im ausserordentlich gepflegten Posto Shell, bei Tres Marias. Herrliche Aussicht auf den grossen Stausee, Sonnenuntergang inklusive.

 

Dienstag, 13. Februar 2018

Tres Marias – Diamantina, Camping Sao Pedro

Lärmige Nacht. Erst mit Ohrenstöpseln ein wenig geschlafen.
Weiter geht es. Nach Curvelas (irgendwie stimmiger Name) über kurvige Strasse,

über bewaldete Hügel hinauf auf über tausend Meter nach Diamantina. Auf der Praça stehen Zelte und Verpflegungsstände bereit. Wir fahren durch die Altstadt auf unsäglich holperigen, mit Steinplatten gepflästerten, steilen Gassen.

Jede zweite ist wegen dem Carnaval gesperrt. Einige mit dem Brujito nicht passierbar. Im Schritttempo hötterlen wir eine meeega steil abfallende Gasse hinunter. Valparaiso lässt grüssen.

Wohltuende Ankunft im Camping Sao Pedro. Der Stress lässt langsam nacht.

Um fünf steigen wir wieder in den Ort hinauf, gerade zum Auftakt des Umzugs. Hier wird eine Strassenfasnacht gefeiert. Voraus ein Fahrzeug, darauf das Frosch-Maskottchen des Blocos „Sapo Seco“ und hinterher der Umzug. Auffallend viele Männer, meist junge, mit viel Lust und Ideenreichtum als Frauen verkleidet. Welch eine Show. Einige trippeln auf High-Heels, mehr oder weniger gekonnt, hinter der Musik her. Frauenröcke in allen Farben, BHs auf ausladenden Busen ebenso.

Ständig geht es aufwärts. Um halb acht erreicht der Umzug sein Ziel am Hauptplatz. Die Trommler und Trompeter, die Maskierten und Zuschauer feiern das Finale.
Leicht angemüdet laufen wir stadtabwärts, sitzen zu den Klängen eines Life-Konzerts in ein Beizli, und feiern unseren Carnaval mit Caipi und Fischznacht.


ins Landesinnere nach Brasilia

aktuelle Reiseroute:

aus dem Tagebuch von Maria:

Samstag, 3. Februar 2018

Cachoeira, Camping

Vielstimmiger Zikadengesang begleitet uns durch die Nacht. Sonst ist es ruhig.


Wir nehmen unsere I-Pads mit an die Pileta und verbringen den ganzen Tag abwechslungsweise im Wasser und wieder im Schatten, schreiben und lesen, geniessen ganz einfach unseren Ruhetag.

Gegen Abend scheucht uns ein Gewitterregen ins Trockene.
Um sieben, der Regen hat aufgehört, spazieren wir durchs Dorf.

Offenbar war heute ein grosser Markt, die letzten Marktfahrer sind am Zusammenpacken. Wir steigen über zerquetschte Tomaten und undefinierbare Abfälle und weichen Wassertümpeln aus. In der Nähe vom Fluss kehren wir bei Pai Tomaz ein und lassen uns mit einem feinen Essen verwöhnen.

Die stimmige Atmosphäre gefällt es uns sehr

Sonntag, 4. Februar 2018

Von Cachoeira nach Lençois. Camping Lumiar

Nach dem Sonntagsmorgenei machen wir uns reisefertig und fahren los. Zuerst über die uralte Eisenbrücke hinüber nach Sao Felix.

Wir kommen gut voran, es hat wenig Verkehr. In Paraguaçu bringt uns die Fähre über einen Seitenarm des grossen Stausees. Im Auto nebenan, viele Käfige mit kleinen Vögeln. Auf dem Lastwagen vor uns sitzen sicher zehn Personen zwischen Kisten auf der Ladebrücke.


Der Himmel bleibt bedeckt. In Lençois hat es seit zwei Tage geregnet. Der Camping ist in einer wunderschönen Anlage mit vielen alten Bäumen. Aber alles ist tropfnass. Die Büsche lassen ihre Blütenzweige hängen.

Wir richten uns ein, es gibt Röschti zum Znacht und zum Dessert einen Thriller. In der Nacht wieder starker Regen.,

Montag, 5. Februar 2018

Lençois, Camping Lumiar

Kein Wasser in den Duschen. Katzenwäsche im Brujito.
Morgenrundgang durchs Dorf. Viele Trekkingtouren, zum Teil mehrtägige, werden angeboten. Wir wählen eine leichte Tour, ohne Guia, zum Fluss, der über breite nagelfluhartige Steinplatten den Hang hinunter fliesst. Hier haben sich Becken gebildet in denen man baden kann. Durch die Regenfälle führt der Fluss viel Wasser.

Wir überqueren die rutschigen Steine bis zu einem Becken in dem sich das Wasser in einem wilden Wirbel dreht. Eine Gruppe junger Männer vergnügt sich hier mit kühnen Sprüngen. Mutig springt Heinz auch hinein und verschwindet sogleich unter Wasser.

Er taucht kurz auf und wird sogleich wieder im Strudel nach unten gezogen. Was mach ich jetzt??? Ein junger Mann reicht ihm die Hand und hilft ihm wieder an Land. Mir ist die Lust zum Baden vergangen.
Abendspaziergang durchs Dorf. Laue Sommerluft. Vor der Jamiro (quai) Bar stehen Tische auf der Gasse,

Live-Musik spielt, eine Picanha mit echt argentinischem Fleisch brutzelt auf einer Grillplatte.
Muito legal!

Dienstag, 6. Februar 2018

Lençois – Ibotirama, Posto BR

Ein paarmal aufgewacht, Regen trommelt aufs Dach. Der Morgen ist trüb, die Wetteraussichten ebenso. Die geplante Tour nach Muçugé lassen wir sein und verlassen Lençois. Der Morro do Pai Inacio, ein Tafelberg der Chapada Diamantina, liegt an unserer Reiseroute und da sich der Himmel etwas aufgehellt hat, klettern wir über den steilen Felspfad hinauf bis zum Gipfelkreuz und geniessen das eindrückliche Panorama und ein paar Sonnenstrahlen.

Durch kräftige Regenschauer fahren wir weiter bis nach Ibotirama. Auf dem Posto der Petrobras richten wir uns für die Nacht ein.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Ibotirama – Sao Desiderio am Fluss

Rio Sao Francisco

 

Die Fehlermeldungen auf dem Brujito-Display lassen uns keine Ruhe.

?

In Barreiras gibt es eine Fiat-Grossgarage, da fahren wir hin. Hilfe? Fehlanzeige. Da es ein europäisches Modell ist, können sie den Fehler nicht auslesen. Ev. könne uns B weiterhelfen. B schickt uns zu C, welcher sehr engagiert über eine Stunde versucht den Fehler ausfindig zu machen. Vergeblich. Er vermutet, dass der Sensor für Luft- und Temperaturmessung kaputt ist. Leider kann er keinen Ersatz auftreiben. Vielleicht in Brasilia?
Nur 25km weiter, in Sao Desiderio, finden wir einen hübschen Stellplatz am Fluss, gegenüber der Katholischen Kirche. Pizza im Brujito.

Donnerstag, 8. Februar 2018

Sao Desiderio – Brasilia, Hostel de Juventude

400km Soya

 

Frühe Tagwacht. Schon um neun Uhr sind wir unterwegs. Über 600km sind es bis nach Brasilia. Grüner Buschwald wechselt ab mit endlosen Soya-Feldern, manchmal aufgelockert durch Mais.
Gegen Westen segeln am Himmel dicke Wolkenschiffe, die breite Regenvorhänge schleppen. Wir fahren durch kräftigen Platzregen und bald darauf wieder auf trockener Strasse.


Viel Verkehr in Brasilia, vor allem stadtauswärts. Bei strömendem Regen erreichen wir das Hostel de Juvetude und fahren hinter das leicht heruntergekommene Gebäude.

Es gibt Sanitarios, Duchas, Elektrisch und Wifi. Was will man mehr.

Freitag, 9. Februar 2018

Brasilia, Hostel de Juventude

Entwurf der Stadt

 

Ruhige Nacht, trotzdem über eine Stunde wach gelegen, dafür bis um halb neun geschlafen.
Wäsche sortieren und in der Wäscherei abgeben. Zum ersten Mal ist es kompliziert. Ich glaube hier wird sonst nur Hotelwäsche gewaschen.
Danach beginnt die Odyssee von der Fiat-Garage zum Autoelektriker, zur nächsten Fiat, zur Iveco, (jedesmal mit Hilfe des I-Pads gefunden denn die Stadt ist sehr weitläufig), aber alles für die Katz. Die Einen haben offensichtlich keine Lust sich mit dem Problem zu befassen, es wird viel geredet ohne auch nur einen Finger krumm zu machen. Einzig ein Autoelektriker würde uns gerne helfen, aber es ist ja Carnaval! Vor nächsten Donnerstag ist es nicht möglich.


Einmal mehr bewundere ich Heinz, der sich mit grosser Geduld alles anhört, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und eine nächste Lösung sucht.
Aller Wahrscheinlichkeit liegt es am Luft- und Temperatursensor, ist aber nicht sicher.

 

 


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