unsere Reiseroute:
aus dem Tagebuch von Maria:
10. Dezember 2018 Copacabana, Bolivien – Puno, Peru
Ciao Copacabana. Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Grenze nach Peru. An der bolivianischen Zollstation, kompliziertes Zufahrts-Prozedere und extrem unfreundliche Zöllner. Ganz anders auf der peruanischen Seite: gut organisierte Abläufe und die Zöllner töggelen nicht an ihren Händys herum, sondern sind konzentriert und freundlich bei ihrer Arbeit.

PERU: Uns erwartet eine ganz andere Welt. Ich bin total entzückt über die dreirädrigen Minitaxis und die Velo-Rikschas. Alle sind freundlich! Das ist nach den oft muffeligen Bolivianern auffallend. Die Zufahrt zur ersten Stellplatzempfehlung ist sehr eng und Glasscherben blinken in der Sonne. Das lassen wir lieber sein.

Nachdem wir eine Tour zu den Uros für den nächsten Morgen abgemacht haben, fahren wir zum 4*Hotel Sonesta. Zwar kostet die Nacht im Camper hier 25 USD, aber es wird eine tolle Infrastruktur geboten. Und wir haben sogar Seesicht.
11. Dezember 2018 Puno, Hotel Sonesta
Wir können gemütlich Zmörgele bevor uns ein Taxi abholt. Nancy, die Frau von Roger Vilcas erwartet uns. Sie ist farbenprächtig angezogen, mit einem pinkfarbenen Filzrock und einer kanariengelben, reich bestickten, kurzen Jacke. Wir steigen in ein kleines Holzboot und Nancy manövriert es mit einem langen Holzstock durch das seichte Wasser bevor sie den Motor starten kann. Wir fahren zwischen Binsen durch schmale Wasserkanäle und erreichen eine Lagune an deren Rändern die schwimmenden Inseln der Uros aufgereiht sind. Auf den ersten Blick erscheinen sie nicht wie Inseln.
Nancy bringt uns zu „Ihrer“ Insel. Hier haben ihre Eltern gelebt. Fünf Familien leben zur Zeit da und Nancy zeigt uns das Innere ihrer Hütte. Die Hälfte des Platzes nimmt ein grosses Bett ein und darauf breitet sie nun Handarbeiten aus die sie uns gerne verkaufen möchte. Ich bin irritiert, denn ich habe keine Verkaufsveranstaltung erwartet. (Ein pseudo Papyrus-Schiff begleitet uns seither). Wir steigen auf eine kleine Aussichtsplattform, von hier können wir die Inseln überschauen. Die meisten sind für die Touristen hergerichtet. Danach erhalten wir aber von einem Inselbewohner viele interessante Infos über den Bau der Inseln und das tägliche Leben der Uros hier. Eine Insel zu bauen nimmt etwa zwei Jahre Arbeit in Anspruch. Zuerst werden viele ca 50x50cm grosse Papyros-Soden abgestochen und schwimmend miteinander verbunden damit sie zusammenwachsen können. Dann folgt der Aufbau mit einer dicken Lage geschnittener Papyrusstengeln und etwa alle zwei Wochen wird eine neuen Schicht darauf verteilt da das im Wasser liegende Material langsam verrottet. Die Inseln sind mit dicken Holzstangen als Anker gesichert und können nach belieben an einer anderen Stelle vor Anker gehen.
Der Besuch bei einer Schule mit quirligen Kindern und ein Abstecher auf die Hauptinsel, halt auch zum Zweck Souvenirs zu verkaufen, rundet den Ausflug ab. In guter Erinnerung wird mir Nancys herzliches Lachen bleiben und ihre Geduld beim xten Mal unterwegs den Boots-Motor zu starten.

Freudige Überraschung beim Hotel Sonesta. Der Camper von Ursi und Robert steht da! Wir feiern bei einem Nachtessen im Hotel-Restaurant nochmals Willkommen und Abschied.
12. Dezember 2018 Puno – Arequipa, Hostal Mercedes
Eine letzte herzliche Umarmung, wir winken Gislers zum Abschied. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns im Herbst 2019 irgendwo wieder.

Der Brujito erhält eine Aussenwäsche und dann verlassen wir Puno. Der Weg führt uns über Juliaca und St. Lucia über ein Hochplateau, 4500müM. Wunderschöne Landschaft, riesige Lamaherden, karges Gebirge, zierliche Vicunas. In Richtung Puno, grüne Oasen. Der Vulkan Sabancaya schickt eine gewaltige Rauchwolke in den Himmel.



Wir fahren mitten durch den Abendverkehrstau in Arequipa zum Hostal Mercedes. Uff, geschafft bevor es ganz dunkel wird.
13. Dezember 2018 Arequipa, Hostal Mercedes.

Das Hostal Mercedes, liegt eingebettet in einem schönen Garten hinter einer hohen Mauer an der Hauptstrasse und besitzt einen altehrwürdigen Charme. Der Mauer entlang bietet sich Platz für ca. sechs Camper. Nasszellen, Strom, Wasser, alles vorhanden.
Gut geschlafen, böses Erwachen für Heinz. Durchfall, matt. Wir gehen es langsam an. Am Nachmittag steigen wir zur Plaza des Armas empor. Im Museo Santuarios Andinas schauen wir uns mit einem leicht gruseligen Gefühl die eisgekühlte Mumie eines Mädchens genannt Juanita an. Sie wurde vor rund fünfhundert Jahren, zur Zeit der Inka-Kultur, auf über 6000müM als Menschenopfer eingegraben und 1995 gefunden und ins Tal gebracht. Zu sehen sind auch Grabbeigaben, zum Teil erstaunlich gut erhalten.
Wir machen es uns auf der Terrasse des Hotels Venezia, hoch über der Plaza des Armas gemütlich. Auf der Plaza wechseln sich verschiedene Jugend-Blasorchester zu einem weihnachtlichen Nachmittagskonzert ab. Für Heinz gibts ein Coca-Cola. Für mich einen Pisco Sour.
14. Dezember 2018 Arequipa, Hostal Mercedes.
Heinz geht es noch nicht wirklich gut. Am Nachmittag besuchen wir bei strahlendem Wetter das Kloster Santa Catalina. 1597 gegründet, war es damals wie eine Stadt in der Stadt. Die Nonnen lebten in zum Teil luxuriös ausgestatteten Zimmern und hatten mehrere Dienerinnen die ihnen die Alltagsarbeiten abnahmen.
Drei Stunden brauchen wir für den Rundgang und sind beeindruckt über die Grösse der Anlage. Eine der Nonnen, Ana, wurde nach ihrem Tod selig gesprochen. In einer Vitrine sieht man noch ein Stachelhemd und eine kleine, stachelige Peitsche mit der sie sich geschlagen hat um Busse zu tun. Abartig.
Im Tanta, ein zum kulinarischen Imperium von Kochguru Gaston Acurio gehörendes Restaurant, essen wir ein himmlisches Empanada, begleitet von einem Pisco.
15. Dezember 2018 Arequipa – Colca Canyon, Granja del Colca
Wir verabschieden uns von Denise und Dominique, ein sympathisches Paar aus Frankreich, welches wie wir den Sommer in Europa verbringt, sagen auch den Engländern Tschüss und fahren durch Arequipa, hinauf in Richtung Colca Canyon. Hinauf auf über 4800m im Schneegestöber und dann hinunter durch enge Serpentinen nach Chivay.









Von dort geht es der Colca-Schlucht entlang. Immer wieder Ausblicke hinunter in die atemberaubende Tiefe. Erreichbar über Zickzackwege, scheinen die Häuser an den Steilwänden zu kleben. Terrassierte Äcker. Frauen bei der Ernte.

Der Parkplatz zum Cruz del Condor liegt verlassen in der Abenddämmerung. Wir fahren zur Granja del Colca und dürfen die Nacht hier verbringen. Unsere Ankunft löst emsiges Treiben aus. WC und Dusche werden geputzt.

16. Dezember 2018 Colca Canyon, Granja del Colca
Nachts rauscht der Wind um den Brujito. Strahlend blauer Himmel am Morgen. Trotz guter Aussicht nur zwei Kondore gesichtet. Frühstück und Plegertag.
Heute hat Michel Geburtstag. Häppi tu you lieber Michel und Toi, Toi. Toi für die heutige Theateraufführung.
Raquel von der Granja kocht uns zum Nachtessen Forelle, Reis und gegrilltes Gemüse. Im Cheminée brennt ein behagliches Feuer, davor steht der Tisch, gedeckt für zwei. Fast ein wenig romantisch.

17. Dezember 2018 Colca Canyon – Espinar, Posto Grifo
Bereits um sieben Uhr sind wir bereit zur Abfahrt. Vielleicht sehen wir beim Cruz del Condor mehr Kondore. Die Aussicht in den abgrundtiefen Canyon ist gewaltig, schon deswegen hat sich die Fahrt hierher gelohnt. Die Kondore halten sich jedoch bedeckt. Ein paar kurze Momente erhaschen wir einen Blick auf die majestätischen Vögel. In weiten Kreisen lassen sich zwei Kondore aufwärts in den Himmel tragen, jedoch sehr weit weg.
Ein Gewitter und heftiger Graupelschauer unterwegs. Gegen Abend erreichen wir im Regen Espinar. Chaosdurchfahrt durch die Stadt. Stellplatz an einer Tankstelle. Müde. Hoffen auf besseres Wetter.
18. Dezember 2018 Espinar – Pitumarca, Plaza des Armas
Endlose Lastwagen-Kolonnen in der Nacht. Wenig geschlafen. Weiterfahrt mit Ziel zum Montana de siete Colores zu gelangen. Auf einer halsbrecherischen Strasse, ohne Netz und doppeltem Boden, d.h. ohne Leitplanken fahren wir in Richtung Montana Arco Iris wie er auch heisst. Zwei Haarnadelkurven befahren wir im Schritttempo. Falls wir das bei Regen fahren müssen und ins Rutschen kommen ….! In Japura setzt wieder Regen ein. Kurzentschlossen kehren wir um. In Pitumarca bleiben wir auf der Plaza des Armas. Der Ort scheint vom Tourismus verschont zu sein. Viele Frauen drehen ihre Spindeln während sie unterwegs sind. Reich bestickte Trachten.
19. Dezember 2018 um Pitumarca – Cusco, Camping Quinta Lala
In der Nacht stellt sich ein Camper im Lastwagenformat neben uns. Eine deutsche Familie mit 4 Kindern, die ihre Elternzeit in Südamerika verbringen.
Am Morgen spazieren wir nochmals durchs Dorf und freuen uns an den schönen Trachten der Frauen und Männer. Vor dem Gemeindehaus warten in einer wachsenden Schlange viele Frauen und Kinder auf ein Gratis-Geschenk der Gemeinde.
Zügig fahren wir weiter bis nach Cusco. Diese Stadt breitet sich, ähnlich wir La Paz, über den Talgrund und mehrere Berghänge hinauf aus. Hier soll es eine Gasstation geben, um unsere Gasflasche zu füllen. Leider klappt das nicht. An drei Stationen werden wir abgewiesen. Im riesigen Real Plaza kaufen wir Esswaren ein und fahren danach hinauf zum Camping Quinta Lala. Kurze Begrüssung der Camper-Nachbarn. Danach verkriechen wir uns im Brujito an die Wärme.
20. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala
Immer mit einem Auge auf den Wetterbericht, entschliessen wir uns Machu Picchu bereits für den nächsten Tag zu buchen. Gemeinsam mit unseren brasilianischen Camping-Nachbarn, die sich uns anschliessen, steigen wir in ein Taxi und lassen uns zum Hauptplatz fahren. Auf Schritt und Tritt werden wir da mit Tour-Angeboten überhäuft. Jeder und Jede hat ein noch besseres Angebot für uns. Nachdem wir 4x Tourvorschläge von A-Z angehört haben, buchen wir bei Peru-Rail die bequemste, (aber auch teuerste)Tour. Mit dem Zug in dreieinhalb Stunden von Poroy bis nach Aguas Calientes und danach mit dem Bus hinauf zum Machu Picchu.
stramme Polizistin
Nach besagter Buchung, schlendern wir durch die Gassen der Altstadt, besuchen das Coca-Museum und werfen einen Blick in die Schaufenster der vielen Juwelier-Läden. Sehr schöner Silberschmuck.
21. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala
Um zwanzig nach Sechs holt uns das Taxi und bringt uns gemeinsam mit den Brasileiros nach Poroy. Unser Platz im Zug ist reserviert. Eine peruanisch-deutsche Familie teilt mit uns das Abteil. Netter Kontakt. Geruhsame Fahrt entlang des Flusstals. In Agua Calientes werden wir nach Verlassen des Zugs durch einen Textil-Markt geschleust. Hundertfach die gleichen Sachen, Hüte, Kappen, Schals, Kissenanzüge, Wandteppiche und, und, und.
Der Bus bringt uns hinauf zum Machu Picchu. Alles sehr touristisch, aber gut organisiert. Noch ein Pipi-Stopp und dann machen wir uns auf den Weg zum heiligen Berg. Ja, es ist eindrücklich. Die gewaltige Anlage thront auf einem Bergsattel überragt durch den Huayna Picchu, auf drei Seiten fällt der Berg fast senkrecht in die Tiefe ab, umgeben von vielen, wilden Bergspitzen und begrenzt gegen oben durch eine Wolkendecke. Die Aussicht auf Machu Picchu ist jedoch klar. Wir steigen über unzählige Stufen hinauf und hinunter und lassen die verschiedenen Ausblicke auf die heilige Stätte auf uns wirken. Es wird fotografiert was das Zeug hält. Fast muss man kämpfen um auch Mal an die Reihe zu kommen. Nach guten zwei Stunden erreicht uns ein Gewitter das schon länger hinter den Bergen gelauert hat. Wir warten bis der Regen abflaut und machen uns langsam auf den Rückweg. Trotz Gewitter haben wir Glück mit dem Wetter, an der Morgentour war der Berg nebelverhangen.



Schön war es. Müde bin ich.