Aus dem Tagebuch von Maria:
22. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala
Heute verbringen wir den Tag mit Schreibarbeit, Schreibarbeit und Büro. Heinz kämpft, nach einem Update, mit der neuen Gliederung der Homepage. Alles ist ein wieder ein bisschen anders. Aber das ist ja auch nichts Neues. Und ich bringe mein Tagebuch auf den aktuellsten Stand.
23. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala
César, Betty und Nikolas laden uns ein mit ihrem Camper ins Valle Sagrado, das heilige Tal, zu fahren.

Erster Stopp in Pisac, berühmt für seinen Markt der einen guten Teil der Ortschaft in Beschlag nimmt. Laut Reiseführer soll es vor lauter Touristen fast kein Durchkommen geben. Wir sind erstaunt nur ganz wenig Leute anzutreffen. Stand an Stand, wieder beinahe dieselben Sachen. In den Gassen treffen wir auf Indigena-Frauen, schön zurecht gemacht, in reich bestickten Kleidern und lustigen Hüten.
Alle tragen farbige Mantas (Tragetücher) mit sich und je nachdem schaut ein Kindergesicht daraus hervor, oder sogar ein kleines Zicklein. Für ein paar Soles hoffen sie fotografiert zu werden. Und, MIST! ich habe das Geld im Brujito vergessen. César leiht uns zwar zwei Hundert-Soles-Noten. Aber niemand will/kann sie uns zu Kleingeld wechseln.
Also keine Fotos ;0(.
Wir fahren durch das Tal weiter und hinauf zu den Salzterrassen von Maras. Zum Glück sind die Terrassen noch von der Sonne beschienen, bald wird sie hinter den hohen Bergen verschwinden. Sehr eindrücklich liegen ca. dreitausend Sinterbecken am Berghang. Sie werden durch ein Bächlein mit natürlicher Sole gespiesen und leuchten in verschiedenen Weiss-Schattierungen . Von März bis Oktober wird hier Salz gewonnen. Ein heftiger Wind bläst uns zurück zum Auto.
Bei der Inka-Anlage in Moray wird einfach zuviel für den Eintritt verlangt. Wir verzichten.

24. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta Lala
Heilig Abend auf dem Camping. Auf dem Programm steht heute
1. Brujito waschen.
2. Einkaufen.
3. Tisch reservieren für ein feines Nachtessen.
4. Heilig Abend
Fazit:
Brujito waschen nicht möglich.
Einkaufen schon.
Kein Platz im Cicciolina, wo ich gerne hinmöchte.
Der Nachmittag vor Heilig Abend, letzte Einkaufsmöglichkeit. Verkehrschaos. Wir bleiben mit dem Brujito beinahe auf einer unsagbar engen und steilen Strasse hängen.
Käse-Fondue zum Znacht.
Danach setzen wir uns noch eine Weile zu den anderen Reisenden zu einer Heilig Abend Runde.
In Gedanken sind wir bei unseren Familien zuhause.
25. Dezember 2018 Cusco, Camping Quinta LalaIm Ciocciolina
Ausschlafen. Am Nachmittag besuchen wir das Museum für Präkolumbianische Kunst. Schöne Exponate. Eindrücklich gut erhaltene Keramiken, Silber- und Goldgegenstände.
Wir beschliessen unseren Rundgang durch Cusco bei einem Pisco, untermalt von Charango und Sikumusik. Danach versuchen wir im Cicciolina, angesagt bestes Restaurant von Cusco, zwei Plätze zu ergattern. Es hat. Wir geniessen ein feines Essen in spezieller Atmosphäre. Draussen sträzt es wie aus Kübeln.
26. Dezember 2018 Cusco – Yaca, Quinta El Huerto
Nach sieben Nächten verlassen wir die Quinta Lala und Cusco in Richtung Nazca. Die Strasse ist gut ausgebaut und bringt uns zuerst von 3300m hinunter auf 2500m, dann hinauf auf über 4000m und wieder hinunter auf 2000m über unzählige Haarnadelkurven. Die Fahrt durch Abancay wird uns in Erinnerung bleiben. Verlotterte Betonstrassen mit kratergrossen Löchern, die halbe Stadt eine Baustelle. Mitten im Verkehrschaos ein verstaubter Markt. Hinter Bretterverschlägen türmt sich der Güsel.
Wir erreichen unseren Stellplatz in der Quinta El Huerto in Yaca rechtzeitig vor dem Regen. Spaghetti-Znacht.
27. Dezember 2018 Yaca, Quinta El Huerto – Peaje Pampa Galeras
Die Fahrt geht weiter. Lange folgt die Strasse einem Flusslauf, wir erliegen einer optischen Täuschung. Die Strasse führt scheinbar abwärts und der Fluss fliesst bergauf. Auch beim zehnten Mal hinschauen bin ich überrascht.
Wir überwinden wieder zwei hohe Pässe. Auf 3700m übernachten wir bei einer Zahlstelle und haben einen ganzen Platz für uns alleine. Ein schweres Hagelwetter hat vergangene Nacht das Dach der Raststätte beschädigt, die Deckenplatten hängen herunter, alles ist durchnässt. Zum Glück waren wir noch nicht hier. Zum Znacht gibts René-Hörnli mit Böleschweizi und Käse, dazu Chorizo. Auch fein.
28. Dezember 2018 Peaje Pampa Galeras – Nazca, Hotel Maison Suisse
Unendliche Berglandschaften



Ruhige Nacht. Am Morgen passieren zwei Motorradfahrer die Zahlstelle. Wir winken, sie winken zurück und halten für einen kurzen Austausch an. Silvia Giannetti, welche schon zweimal am Dakar Rallye teilgenommen hat, und ihr Begleiter, sind auf einer Social Tour und sammeln Gelder für Cooperativen wie Organic Sur und Fairtrade. Und für über fünftausend Kinder im peruanischen Regenwald, welche mit Schulmaterial und anderen Sachen versorgt werden. Che brava.
Danach nehmen wir die gefühlten tausend Kurven hinunter nach Nazca unter die Räder.
Nazca, staubige, unsagbar schmutzige Stadt. Durch die berühmten Scharrbilder in der Wüste ist sie bekannt geworden und zehrt nun vom Tourismus. In der Hotelanlage La Maison Suisse möchten wir zwei Nächte verbringen. Wir buchen beim Hotelbesitzer Franklin für morgen einen Flug über die Nazca-Linien. Zur Einstimmung gibts für mich ein Stugeron als Bettmümpfeli.

29. Dezember 2018 Nazca, Hotel Maison Suisse
Um 9 Uhr sind wir bereit um auf den Flughafen zu fahren. Dort angekommen dauert es aber noch beinahe zwei Stunden bis wir zum Flug aufgerufen werden. Zusammen mit drei Leuten aus Korea werden wir in ein kleines Flugzeug verfrachtet. Kopf einziehen, Beine zusammenlegen, irgendwie geht es dann schon. Angeschnallt und mit Kopfhörern versehen werden wir von der hübschen Copilotin instruiert wie wir uns zu verhalten haben. Dann holpert das Flugi über die Piste und hebt ab. Die Scharrbilder in der Wüste vor Nazca sind vor ca. 2000 Jahren entstanden. Eine Theorie besagt, dass es sich um einen riesigen Aussaat- und Erntekalender handelt. Nach Erich von Dänikens Theorie sind es Informationen von Ausserirdischen. Ich lasse das mal so stehen. Jedes Bild wird einmal von rechts und links angeflogen damit alle Passagiere ihre Fotos machen können. Stugeron sei Dank, wird es mir auch nicht schlecht. Es braucht anfänglich etwas Übung die Zeichnungen zu erkennen, denn die Wüste ist von vielen Linien

durchzogen. Da es durch die Luft-Turbulenzen im Flugzeug rüttelt, wird auch nicht jedes Foti gut. Zum Schluss überfliegen wir die spiralförmigen Aquädukte, die einst für die Wasserversorgung hier in der Wüste lebensnotwendig waren und immer noch sauberes Wasser führen. Flugtaufe bestanden, aber jetzt bin ich tillt.
30. Dezember 2018 Nazca, La Maison Suisse – Ica, Camping Sol y Dunas
Bevor wir weiterfahren, machen wir einen Abstecher zur Nekropole von Chauchilla, einer grossen Inka Begrabungsstätte. Hier wurden viele Mumien und Grabbeigaben gefunden und ein Rundgang vorbei an verschiedenen Grabstätten eingerichtet.
Als letztes schauen wir die Aquaedukte von Cantayoc aus der Nähe an. Rechts- oder linksdrehend in Spiralform, reichen die Öffnungen bis zu 8 Meter unter die Erdoberfläche zu einem unterirdischen Kanalsystem. Hier fliesst sauberes Wasser und hat damals den Bewohnern das Leben in der Wüste ermöglicht.
Wir wollen bei Ica, in der Oase von Huacachina, Sylvester und Neujahr verbringen. Der Ort ist jedoch hoffnungslos überfüllt. Bei Lucio im Camping Sol y Dunas finden wir neben einer hohen Sanddüne einen ruhigen Stellplatz.
31. Dezember 2018 Ica, Camping Sol y Dunas
Wir beschliessen Sylvester hier im Sol y Dunas zu verbringen. Zuerst Wäsche bringen (über 7 kg), dann Einkaufen. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe trifft sich zur Sylvesterfeier im Camping. Es gibt Parilla, einen russischen Salat und von Lucio unzählige Pisco-Shots bis die Flasche leer ist. Mit viel Feuerwerk wird 2019 begrüsst und wir stossen auf ein friedvolles, schönes neues Jahr an.








1. Januar 2019 Ica, Camping Sol y Dunas
Traumhaft ruhige Nächte, heisse, sandige Tage. Wir fahren erst morgen weiter. Happy New Year an alle.

2. Januar 2019 Ica, Camping Sol y Duas – Rancho Grande am Pazifik
Den Sand aus den Kissen schütteln und weiter geht es in Richtung Lima. Erneuter Versuch unsere Gasflaschen zu füllen. Negativ. Der Arbeiter hinter dem Gitterfensterchen schaut sich unsere Flaschen nicht einmal an. „No anda“ oder übersetzt “Kei Luscht“.
Dafür haben wir am zweiten Ort wirklich das Glück, einen engagierten Arbeiter anzutreffen. Er läuft mehrmals mit den Gasflaschen zur Füllstation und zurück bis es klappt. Muchas Graçias! Und wir sind eine Sorge los.
3. Januar 2019 Nuevo Canete, Rancho Grande
So nahe an der Panamericana hört man die ganze Nacht den Lastwagenverkehr. Der Himmel ist bedeckt. Kühler Wind. Wir fahren jedoch erst morgen weiter. Ein Pisco Sour und kolumbianische Empanadas zum Zmittag und ein Spaziergang zum Meer sind Programm. Grosse Überraschung! Wir befinden uns auf einer ca. 100 Meter hohen Sandklippe über dem Pazifik. Von hier aus kann man höchstens hinfliegen.
Das Rancho Grande ist ein Familienbetrieb. Ursprünglich aus Kolumbien, hat sich die Familie in Peru niedergelassen und betreibt das Restaurant und den Camp mit viel Herzblut und Herzlichkeit. Ein argentinisches Ehepaar hat die Küche unter sich und das Essen können wir wärmstens empfehlen.
4. Januar 2019 Campo Grande – Pucusana
Eine herzliche Umarmung zum Abschied und wir fahren weiter auf der Panamericana. Zuerst durch staubtrockene Wüste. Grosse Hühnerzuchtbetriebe stehen in der flimmernden Hitze. Bei San Vicente de Canete ein weites grünes Tal. Tomaten, Maniok, Mais, Zitrusbäume und mehr. Am Pazifik moderne Feriensiedlungen.


Pucusana, hübscher Fischerhafen, in der Bucht unzählige Boote. Wir finden einen Stellplatz auf einer kleinen Terrasse direkt über dem Boqueron del Diablo. Die Brandung vom Pazifik wird durch einen natürlichen Tunnel im Fels gepresst und gischtet in eine kleine Bucht. Meeresrauschen-Serenade.
5. Januar 2019 Pucusana – Barranco, Lima
Vor und nach jeder Ortschaft. Abfallchaos.
Mitten in der Nacht raufen sich mehrere Hunde neben und unter dem Brujito. Ich kriege beinahe ein Herzchriesi. An Schlaf ist nicht mehr zu denken.
Am Morgen werden wir freundlich darauf hingewiesen, dass wir auf dieser Terrasse nicht parkieren dürfen. Die Polizei hat’s nicht gestört, aber offenbar die Anwohner. Wir fahren sowieso weiter.
In Lima angekommen stehen wir im Quartier Barranco, hoch über der Küste mit „Ocean View“. Herrliche Aussicht, im Aufwind segeln Gleitschirme. Spaziergang zur Seufzerbrücke, obligater Pisco Sour mit Meerblick. Ferienstimmung.


6. Januar 2019 Lima, Barranco – Hitchhiker Hostel, Miraflores
Wir haben im Hitchhiker Hostel ab heute einen Platz reserviert. Daher verschieben wir uns ins Barrio Miraflores.
An der Costa Verde von Magdalena ist das Camp vom Dakar Rallye. Heute findet eine Show-Runde der Fahrer statt. Morgen verschiebt sich der ganze Zirkus nach Pisco und am Dienstag starten sie in die Wüste. Riesiges Gedränge. Motorenlärm und viel Staub. Grosse Begeisterung, vor allem für die 100%igen Peruaner. Wir haben einen guten Platz ergattert und geniessen das Spektakel.